OLDENBURG - OLDENBURG - Die Sorge um die wirtschaftliche Situation des Klinikums Oldenburg wächst: Vor Beginn der insgesamt dritten Streikwoche an dem Krankenhaus haben sich die Politiker in dem Konflikt zu Wort gemeldet: Sie appellieren an die Ärztegewerkschaft Marburger Bund, das Klinikum Oldenburg nicht kaputt zu streiken.
Auf Initiative des Klinikum-Aufsichtsratvorsitzenden Berndt Zabel haben die Fraktionsvorsitzendem Dr. Gerd Knake (SPD), Hans-Jürgen Klarmann (CDU), Dr. Jochen Pade (Die Grünen) und Hans-Richard Schwartz (FDP) gestern einen Appell unterzeichnet, in dem sie Verhältnismäßigkeit anmahnen. Aus nicht nachvollziehbaren Gründen treffe der Streik das Klinikum Oldenburg mit besonderer Härte, schreiben die Fraktionsvorsitzendem. „An keinem Haus vergleichbarer Größe in Niedersachsen wurde so lange und umfangreich gestreikt wie hier.“ Hans-Henning Adler (Linkspartei), hat nicht unterschrieben. Er mahnt beide Tarifpartner, weiter zu verhandeln.
Mit dem langen Streik, so heißt es in dem Appell, würden die seit Jahren erfolgreichen Bemühungen aller Mitarbeiter/innen des Hauses konterkariert, das Klinikum in schwierigen Zeiten wirtschaftlich zu führen.
Gewerkschaftssekretärin Ewa-Maria Eickmann vom Marburger Bund in Hannover sagte gestern auf Anfrage der NWZ , dass finanzielle Einbußen zu einem Streik dazu gehörten. Den Appell könnten die Politiker ihrer Meinung nach eben so gut an den Verband kommunaler Arbeitgeber richten und nicht nur an die Ärzte. Aus Sicht des Marburger Bundes Niedersachsen ist die Streikbereitschaft der Oldenburger Ärzte höher als etwa die der Braunschweiger Kollegen. „Daher ist Oldenburg einer der Streikmittelpunkte – ebenso wie Delmenhorst und Westerstede.“
