Oldenburg - Was will man mehr? Menschenmassen und bestes Wetter, dazu noch Besucher in Kauflaune – der Nikolaimarkt hielt, was die Ankündigung versprach: die ganze Bandbreite der Handwerkskunst. Fast 90 Handwerker waren am Samstag und Sonntag auf dem Oldenburger Schlossplatz vertreten. Eine Vielzahl an handwerklich gefertigter Ware gab es bei der mittlerweile 18. Auflage des „Marktes für neues Handwerk und Design“ zu bestaunen und zu kaufen. An den vielen Ständen gab es beispielsweise Geschirr und Besteck, Schmuck, Dekoration oder Kleidung zu sehen. Die Materialien reichten von Textil über Holz und Keramik bis zu Stein. An allen Ständen betrachteten faszinierte Besucher die handgefertigten Gegenstände.
Lob an Besucher
Hergen Garrelts schätzte die Besucherzahl auf knapp 30.000 Menschen. Gemeinsam mit Michael und Stefan Scharmann veranstaltete er den Nikolaimarkt. Michael Scharmann zeigte sich aber nicht nur von der bloßen Anzahl der Besucher begeistert: „Die Oldenburger sind ein fachkundiges Publikum.“ Sie wüssten die Wertigkeit der Handwerkskunst zu schätzen. Auch die ausstellenden Handwerker seien „voll des Lobes über die Oldenburger“.
Vor der Kulisse des Oldenburger Schlosses begaben sich Tausende auf die Suche nach ausgefallenem Handwerk.
Tobias Frick
Vor der Kulisse des Oldenburger Schlosses begaben sich Tausende auf die Suche nach ausgefallenem Handwerk.
Tobias Frick
Anja Bregas aus Diepholz zeigt Renate Nonn aus Oldenburg ihre Armbändchen. Die richtige Farbe in der richtigen Größe hat sie dann noch zum später Abholen fertig gemacht.
Tobias Frick
Johannes Körner aus Eichsfeld probiert Mützen von Stephan Róka an.
Tobias Frick
Sven Bartel traf mit seinen Cajóns bei den Besuchern den richtigen Ton.
Lukas Klus
Ungewöhnliche Bücher gab es bei Sebastian Schmidt.
Lukas Klus
Wiebke Steinwedel bot Kunsthandwerk aus Papier und Filz an – und äußerte sich zufrieden.
Lukas KlusVielfalt ist Programm
Zu diesen Handwerkern gehörte Sven Bartel. Er freute sich über das „kultivierte Oldenburg“, das sich auf dem Nikolaimarkt zu erkennen gebe. Das Besondere an seinem Stand war, dass er nicht nur durch optisch auffällige Gegenstände die Blicke auf sich zog. Auf dem ganzen Markt war von seinem Stand ausgehend auch immer wieder ein rhythmisches Trommeln zu hören. Der Grund war, dass seine Werke nicht nur schön aussehen, sondern auch schön klingen können: Sein Handwerk ist die Herstellung von Cajóns. Das Cajón ist ein ungewöhnliches Musikinstrument, das wie eine Kiste aussieht, das aber ähnlich einer Trommel genutzt wird. Sven Bartel stellt diese Instrumente per Hand her und gibt diesen auch eine kunstvolle Optik. Er freute sich, dass seine Cajóns auf dem Nikolaimarkt mit viel Interesse aufgenommen werden: „Interessierte an Handwerk, Kunst und Musik kommen hier zusammen.“
Auch Wiebke Steinwedel zeigte sich mit dem Nikolaimarkt sehr zufrieden: „Schöner Markt, interessiertes Publikum, schöner Platz und nette Kollegen.“ Der Schwerpunkt ihrer Handwerkskunst sind Schachten und Behälter aus Papier und Filz. Dazu kommen aber auch Tage- und Notizbücher, die sie ebenfalls alle in kompletter Handarbeit selbst bindet.
Bücher gab es auch am Stand von Sebastian Schmidt zu sehen. In diesen zu blättern könnte sich allerdings als schwierig erweisen: Seine Bücher sind „Steinbücher“ und der Name ist hier Programm: Er nutzt verschiedene Steine aus ganz Europa, um aus ihnen Bücher zu formen. Dafür schneidet er zuerst mit einer Steinsäge Rechtecke aus dem Material. Mit Sägen und Schleifen werden diese anschließend in die Form eines Buches gebracht. „Der Nikolaimarkt ist immer sehr schön“, sagt Sebastian Schmidt, der dafür ganz aus der Nähe des Bodensees angereist ist. „Die Besucher sind interessiert und die Veranstalter sind mit Herzblut dabei.“
Die Veranstalter selbst zeigen sich ebenfalls glücklich über den 18. Nikolaimarkt. „Wir sind stolz auf das Niveau der Aussteller“, sagt Michael Scharmann. Auch die Rückmeldungen der Besucher seien bei den Veranstaltern durchweg positiv gewesen.
