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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg

Sie ist die Katzenfängerin von Oldenburg

12.11.2018

Oldenburg Birgit Vörding ist sozusagen die Katzenfängerin Oldenburgs. Seit mehr als zehn Jahren engagiert sie sich ehrenamtlich im Tierschutzverein. Die 43-Jährige fängt jedes Jahr zwischen 120 und 150 Katzen mithilfe von Lebendfallen ein, um sie zu Tierärzten oder ins Tierheim zu bringen. „Meistens handelt es sich dabei um Streuner“, erklärt die gelernte Laborantin. Die unkontrollierte Vermehrung und das damit verbundene Elend obdachloser Hauskatzen stellt ein großes Problem dar.

Um dem entgegenzuwirken, hat das Land Niedersachsen, wie bereits Anfang des Jahres 200.000 Euro für die Kastration, Kennzeichnung und Registrierung von wildlebenden Hauskatzen zur Verfügung gestellt – in Niedersachsen leben Schätzungen zufolge 200.000 Streuner. Die Aktion findet vom 1. November bis zum 15. Dezember statt.

Mausen nicht gelernt

Bei verwilderten Katzen handle es sich meist um ausgesetzte oder entlaufene Katzen und deren Nachkommen. „Die Tiere werden aus den unterschiedlichsten Gründen ausgesetzt und ihrem Schicksal überlassen“, erklärt Vörding. Dabei sind Katzen keine wilden Tiere, es sind und bleiben Haustiere. „Eine Katze, die das Mausen nicht gelernt hat, wird es auch nicht mehr lernen und im Zweifel nicht überleben“, sagt die Tierliebhaberin.

Und die Vierbeiner, die überleben, vermehren sich explosionsartig. Katzen sind nach etwa fünf bis neun Monaten geschlechtsreif und bekommen im Schnitt zwei Mal im Jahr bis zu sieben Junge. „Wenn man eine Katze aussetzt, dann werden daraus im Folgejahr schon circa neun Katzen. Nur wenige Monate später bekommen diese Katzen wieder Junge“, sagt Vörding zur Situation. Mit der Kastrationsaktion möchte das Land helfen. Anfang 2018 fand sie zum ersten Mal statt. Schon nach zwei Wochen waren die Fördermittel aufgebraucht.

„Das zeigt, wie schwerwiegend das Problem, und wie wichtig unsere Arbeit ist“, sagt Andreas Hohls vom Tierschutzverein Oldenburg. Im Rahmen der ersten Aktion konnten innerhalb kürzester Zeit mehr als 100 Streuner eingefangen und kastriert werden. Knapp 80 fing Birgit Vörding.

Gemeinden unterstützen

Auf einem Campingplatz in Visbek fing sie allein 40 streunende Katzen. Während der Aktion konzentriert sie sich vorwiegend auf Orte im Umland von Oldenburg und ist deshalb unter anderem in Hude, Hatten, Wüsting, Edewecht und Rastede unterwegs, wo sie andere Vereine unterstützt. Immer wieder melden sich Landwirte bei Birgit Vörding. Denn vor allem an Bauernhöfen werden oftmals Katzen ausgesetzt. Dann stellt die Oldenburgerin Fallen auf und füttert die Katzen an. „Manchmal dauert es nur wenige Minuten, bis die Katze in die Falle läuft und manchmal mehrere Wochen, weil die Tiere so scheu sind“, erklärt die 43-Jährige.

Mit Hilfe von Futter in der Lebendfalle werden die Streuner angelockt. Laufen sie in die Falle hinein, löst ein Mechanismus aus und die Klappe der Falle fällt zu. Dann bringt Birgit Vörding die Vierbeiner zum Tierarzt, wo sie kastriert und gechipt werden. Danach werden die Katzen in der Regel wieder freigelassen. Einige kommen ins Tierheim, weil sie krank oder verletzt sind, erklärt Vörding. Bis zum Ende der Aktion sollen 2600 Katzen in Niedersachsen kastriert werden. Nicht wenige gehen auf das Konto von Birgit Vörding.

Wer eine streunende Katze findet, kann sich beim Tierschutztelefon unter Telefon  0 15 73/1401575 oder beim Tierheim Oldenburg unter Telefon  0441/504 293 melden.

Chelsy Haß
Volontärin, 2. Ausbildungsjahr
NWZ-Redaktion
Tel:
0441 9988 2003

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