Oldenburg - Die bekannten Küstenorte in der Region schöpfen aktuell wieder Mut. Seit Beginn der Sommerferien strömen – natürlich unter Rücksicht der geltenden Corona-Regeln – Tausende Gäste aus ganz Deutschland in die Badeorte. Die Folge: Nordseeküste und Ostfriesische Inseln sind so gut wie ausgebucht. Einige Touristen bekommen schon gar keinen Platz mehr in Hotels und Ferienwohnungen. Aber auch das Ammerland verkündet Rekordzahlen, so viele Buchungen wie derzeit hat die Ammerland-Touristik während der Sommerferien noch nie gezählt.
Ein Marketing-Angebot der Stadt scheint diesen Sommer zu funktionieren. Das Hotel-Arrangement „Sommer in Oldenburg“ wurde bereits gut gebucht, so das Resümee der Oldenburg Tourismus und Marketing GmbH. In dem Paket bieten 13 Hotels und die Jugendherberge im Juli und August ein Hotel-Arrangement an – enthalten dabei: zwei Übernachtungen mit Frühstück, Begrüßungsgetränk, Überraschungsbox mit Oldenburg-Utensilien, Tickets für eine Stadtführung und freier Eintritt in ein Museum nach Wahl – für 99 Euro.
Ein anderes Bild dagegen in Oldenburg. Die Hotels in der sonst so beliebten Stadt bemühen sich weiterhin um Gäste (die Redaktion berichtete), die Belegung liegt derzeit im Schnitt um 25 bis 50 Prozent hinter dem Vorjahr, merkt Bettina Koch (Oldenburg Tourismus und Marketing GmbH) an. Doch woran liegt das? Einige Gründe hat die Redaktion zusammengefasst.
Natur und Meer
Was den größten Teil des Jahres einen Mehrwert bietet für Tagesgäste, verkehrt sich im Sommer ins Gegenteil. In Oldenburg ist fast alles schnell erreichbar. Im Nordwesten gibt es bekanntermaßen wenige Alternativen, wenn es um einen Stadttrip geht, bei dem viele Attraktionen auf engstem Raum zu finden sind. Doch gerade in Corona-Zeiten wünschen sich die meisten Sommerurlauber mehr Natur und Abstand. Berge, Meer, weitläufige Flächen, das hat die Stadt eben nicht zu bieten.
Keine Events
Während eigentlich (auch) aufgrund besonderer Veranstaltungen (Lambertimarkt, Kramermarkt, Konzerte) das ganze Jahr viel los ist in Oldenburg, fällt derzeit fast alles aus. Und in den Sommerferien ist das noch stärker zu spüren. Sommermagneten wie Stadtfest oder Kultursommer locken dieses Jahr nicht nach Oldenburg. „Es gibt es keine großen Veranstaltungen, die Buchungen von Privat-Reisenden generieren“, sagt Bettina Koch vom Stadt-Marketing. Dazu kommt: „Mit überwiegendem Business-Anteil sind die Ferienzeiten grundsätzlich eher schwach gebucht.“
Zweite Wahl
Ganz genau abschätzen kann die Tourismus und Marketing GmbH die nächsten Wochen aktuell nicht. Denn die „tägliche kurzfristige Buchungsanfrage ist so hoch, wie sie eigentlich vor der Corona-Krise nie war“, sagt Koch. Ein möglicher Grund sei, dass Oldenburg für viele Urlauber die zweite Wahl ist. Es gibt so einige Touristen, „die vielleicht an den Küsten keine verfügbaren Zimmer mehr gefunden haben“, vermutet die Expertin.
