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Wetter-Fernblick für Oldenburg Mehr trockene Hitze - aber weniger Wind

Hitzewelle im Juni 2019:   Daisy  und  Merle (hier auf der Dobbenwiese) werden sich daran gewöhnen müssen.

Hitzewelle im Juni 2019: Daisy und Merle (hier auf der Dobbenwiese) werden sich daran gewöhnen müssen.

Oldenburg - Ein Tornado in Ostfriesland (den es in den 90ern in Oldenburg auch schon gegeben hat), Überflutungen nach starken Regenfällen im Stadtgebiet, langanhaltende Hitzeperioden verbunden mit großer Trockenheit: Die Abstände zwischen dem Auftreten dieser extremen Wetterereignisse werden immer kürzer.

Typischer Sommer

Auch wenn dieser Sommer mal wieder typisch norddeutsch war, wie wird sich das Klima in Oldenburg entwickeln? Das „Climate Service Center Germany (GERICS)“ – übersetzt in etwa: Dienstleistungszentrum für Klimaangelegenheiten Deutschland – hat anhand von 17 Kennwerten (z. B. Temperatur, Niederschlag, Trockentage) für alle 401 deutschen Landkreise, Kreise, Regionalkreise und kreisfreien Städte einen Klimaausblick bis zum Ende des 21. Jahrhunderts entwickelt und veröffentlicht.

Förderung: Auch für kleinere Solaranlagen, so wie hier auf dem Garagendach von    Prof. Dr. Peter Janiesch, gewährt die Stadt Zuschüsse.

MEINUNG ZUM OLDENBURGER WAHLKAMPF Vom Umgang mit alten Hüten

„Ein wesentliches (wenn nicht sogar das wesentliche) Ergebnis der Analysen ist, dass es – je nach Modell und Szenario – einen Anstieg der bodennahen Lufttemperatur um 0,3 °C bis 4,7 °C, bezogen auf den Referenzzeitraum von 1971-2000, bis zum Ende des 21. Jahrhunderts geben wird“, teilt Reinhard Hövel mit.

Er ist Sachgebietsleiter Planung und Bau beim Oldenburgisch Ostfriesischen Wasserband, der u.a. für die Entwässerung des Stadtgebiets verantwortlich ist. Die Folge: Es wird eine weitere Zunahme von Sommertagen (Maximum über 25 Grad), heißen Tagen (Maximum mehr als 30 Grad) und tropischen Nächten (Minimum nicht unter 20 Grad) geben; außerdem ist mit einer Zunahme der maximalen Dauer von Hitzeperioden mit einem Maximum von über 30 Grad zu rechnen. „Überraschend ist, dass die Windgeschwindigkeit in Oldenburg nicht zunehmen soll und eine leichte Tendenz zur Abnahme prognostiziert wird“, so Hövel.

Wandel verstärkt sich

Bei den Kennwerten zum Wasserhaushalt fällt auf, dass es eine Tendenz zur Zunahme der durchschnittlichen Jahresniederschlagsmenge (derzeit 754 Millimeter auf den Quadratmeter) gibt; trotz einer zu erwartenden leichten Zunahme der Trockentage (weniger als ein Millimeter Niederschlag).

Hövel: „Der wesentliche Grund ist, dass die Anzahl der Tage pro Jahr mit mehr als 20 Millimeter Niederschlag und damit die Gefahr von Starkregen voraussichtlich deutlich steigen wird.“

Das Wasser speichern: Das Regen-Rückhaltebecken beim MediTech Oldenburg (MTO) in Kreyenbrück  ist für Reinhard Hövel (BILD) vom OOWV ein gutes Beispiel für Maßnahmen gegen die Überschwemmungen nach Starkregen.

MASSNAHMEN GEGEN AUSWIRKUNGEN VON STARKREGEN Kampf gegen die großen Überschwemmungen

Thomas Husmann
Oldenburg

Fazit, so Hövel: „Der Klimawandel, der sich nach diesem Ausblick noch verstärken wird, ist in Oldenburg längst angekommen und extreme Wetterereignisse haben in den letzten Jahren bereits zugenommen. Während vor allem immer wieder Starkregenereignisse (zuletzt am 5. Juni dieses Jahres) mit erheblichen Auswirkungen zu verzeichnen waren, folgten in den vergangenen drei Jahren zum Teil extreme Trockenperioden und Hitzerekorde mit einem temporären Regenwassermangel und fehlender Kühlung der Stadt durch Verdunstung.“

Thomas Husmann
Thomas Husmann Redaktion Oldenburg
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