Oldenburg - Das Kind hat einen neuen Namen, in der Sache geht es aber weiterhin um den Baumschutz – nur ohne Satzung eben. SPD und Naturschutzbund haben einen gemeinsamen Antrag zur Erstellung einer Baumerhalt- und Stadtgrünstrategie für die kommende Sitzung des Umweltausschusses eingereicht. Vorrangiges Ziel ist es, mit einer Strategie nicht Verbote, sondern Anreize zum Schutz der Bäume in den Vordergrund zu stellen.
„Die Bürgerinnen und Bürger müssen bei der Erarbeitung der Baumerhalt- und Stadtgrünstrategie im Rahmen eines breiten Beteiligungsverfahrens mit eingebunden werden“, stellen die SPD-Ratsleute Paul Behrens und Nicole Piechotta klar. Rolf Grösch, Vorsitzender der Nabu-Ortsgruppe Oldenburg und stellv. beratendes Mitglied im Umweltausschuss, spricht sich zusätzlich dafür aus, dass zur Ausgestaltung der Schutzstrategie in der ersten Sitzung des Umweltausschusses der neuen Ratsperiode ein erster Entwurf vorgelegt werden sollte.
Maßnahmenbündel
Der Strategieplan beinhaltet zwei Maßnahmenbündel, heißt es weiter. „Wir wollen vorrangig die Stadt in die Pflicht nehmen, mehr dafür zu tun, um den Erhalt von Bäumen und Grünflächen auf städtischen Grundstücken über ein Baumschutzkonzept zu schützen und möglichst zu sichern“, so Behrens.
Und weiter: „Die Stadt sollte mit gutem Beispiel vorangehen und aufzeigen, dass die notwendigen Maßnahmen zum Erhalt von Bäumen und Grünflächen gesamtstädtische Aufgaben sind. Hierzu gehören unter anderem Maßnahmen zur besseren Belüftung und Durchlässigkeit des Bodens im Umkreis der Bäume. Die Schutzmaßnahmen im Hinblick auf Klimaveränderungen und Trockenheit sowie für die Wurzelbereiche von Straßenbäumen und bei Baumaßnahmen müssen deutlicher in den Fokus genommen werden“, führt Paul Behrens weiter aus.
„Wichtiger Beitrag“
„Private Grundstückseigentümer leisteten mit ihren Gärten und Bäumen einen wichtigen Beitrag zur Verbesserung des Stadtklimas und zur Verschönerung des Stadtbilds. Diese sollen beim Erhalt ihrer Bäume und durch Anreize für die Anpflanzung von Bäumen unterstützt werden“, beschreibt Ratsfrau Nicole Piechotta den zweiten Teil des Antrags. Zum Thema Unterschutzstellung von Bäumen müsse der Informationsfluss verbessert und das Beratungsangebot für Grundstückseigentümer ausgeweitet werden.
Das Thema Baumschutzsatzung ist in den vergangenen Monaten immer wieder aufgekommen. Eine Vertreterin der Stadt Hildesheim berichtete dem Umweltausschuss vor wenigen Wochen von den guten Erfahrungen, die ihre Stadt seit 30 Jahren mit einer Satzung gemacht habe. Die werde dort als selbstverständlich verstanden. In Oldenburg war eine Baumschutzsatzung Ende der 90er Jahre in einem Bürgerbegehren gekippt worden.
