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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg

Sie schaffen den Müll anderer Leute weg

05.04.2019

Oldenburg Sie treffen sich einmal im Monat und sammeln den Müll anderer Leute auf. Samstags, in ihrer Freizeit: junge Menschen aus Oldenburg und umzu, denen die Umwelt und ein sauberes Oldenburg am Herzen liegen. „Saturdays of Cleaning“ – Samstagsputz – nennt die Gruppe diese Aktionen, in Anlehnung an „Fridays for Future“, aus zwei Gründen. Zum einen, weil sie aus der Oldenburger Ortsgruppe dieser Schüler- und Studentenbewegung, die sich für Klimaschutz einsetzt, hervorgegangen ist. Und zum anderen, „um darauf hinzuweisen, dass die scheinbar nur oberflächlich umweltbewusste Jugend durchaus etwas für den Umweltschutz tut und immer mehr Leute bereit sind, ihre Freizeit dafür zu opfern“, sagt Eva Krause. Und eben nicht nur bei den Klima-Demos mitmarschieren, um den Unterricht zu schwänzen.

Nur scheinbar sauber

Eva Krause, 21-jährige Studentin, gehört zum aktiven Team der Oldenburger „Fridays for Future“-Gruppe. Sie lässt den Blick über den Oldenburger Schlossplatz schweifen. Was auf den ersten Blick aufgeräumt und sauber aussieht, täuscht. „Wer einmal genau hingeschaut hat, findet überall Müll, auch im verhältnismäßig sauberen Oldenburg“, sagt sie. Ziel des monatlichen Müllsammelns auf öffentlichen Plätzen sei es, ein Bewusstsein dafür zu schaffen, was die Menschen alles in der Umwelt hinterlassen – und wie viel Arbeit es macht, achtlos weggeworfenen Müll aufzusammeln.

Bislang haben an zwei Samstagen jeweils rund 20 Leute angepackt. Im Februar war die Kennedystraße dran, im März der Schloßplatz. Von letzterer Aktion erzählt Ole Pruschitzki, 16-jähriger Schüler aus Ahlhorn, und von der erschreckend ergiebigen Ausbeute: Zwei große blaue Müllbeutel hätten die Sammler an jenem Samstag gefüllt. „Wenn man beachtet, dass das meiste kleine Dinge wie Zigarettenstummel waren, dann ist das schon bedenklich“, sagt er.

Überhaupt, all die achtlos weggeworfenen Kleinigkeiten: Kaugummis und Zigaretten, die sich erst nach Jahren zersetzen, das Nikotin, das ins Grundwasser gelangt. „Das ist so schädlich. Eine Zigarette verseucht rund 40 Liter Grundwasser“, sagt Eva Krause, „wer weiß, was schon alles im Grundwasser ist.“ Ole Pruschitzki macht aufmerksam auf kleine Plastikteilchen, die sich teilweise in die Erde vergraben, nur schwer wieder zu entfernen sind. Stattdessen landen die Partikel ebenfalls im Grundwasser – und werden so Teil der Nahrungskette.

Die beiden und ihre Mitstreiter möchten erreichen, dass mehr Menschen ihren Konsum und ihr Wegwerfverhalten hinterfragen: Dinge, die man nicht dringend braucht, vielleicht lieber nicht kaufen, Taschentücher nicht einfach wegwerfen, wenn kein Mülleimer in der Nähe ist.

„Uns ist schon klar, dass wir damit nicht die Welt retten“, sagt Krause. Aber es gehe auch darum, Aufmerksamkeit zu erregen. So dass in Zukunft, wenn Oldenburger Schüler und Studenten wieder Müll sammeln, Menschen stehen bleiben, nachfragen, sehen, dass das auch Spaß machen kann. Mit der Aufmerksamkeit, die sie bisher bekommen haben – auf sozialen Netzwerken und vor Ort beim Sammeln – sind sie zufrieden. „Die Rückmeldungen fielen bisher nur positiv aus“, sagt Eva Krause. Und dennoch: Nachahmer sind erwünscht.

Hoffnung auf mehr Leute

Ole Pruschitzki wünscht sich mit Blick in die Glaskugel, dass in einem halben Jahr mehr Leute an der Aktion teilnehmen, „vielleicht über hundert“. Eva Krause sagt: „Es ist vielleicht etwas optimistisch zu hoffen, dass die Leute dann keine Verpackungen mehr wegwerfen“, sagt sie. „Aber ein bisschen weniger, das wäre schon schön.“ Die nächste „Saturdays of Cleaning“-Aktion ist für Samstag, 27. April, 12 bis 15 Uhr, geplant. Der Ort steht noch nicht fest, wird auf Twitter jedoch rechtzeitig bekanntgegeben:


     twitter.com/f4f_oldenburg 
Nathalie Meng Volontärin, 2. Ausbildungsjahr / NWZ-Redaktion
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