Oldenburg - Städtisches Gärtnern auf kleinen Flächen wird immer beliebter. Und der grüne Trend macht auch vor Oldenburg nicht Halt. Schon seit einigen Jahren gibt es verschiedene Projekte in der Stadt, in denen Kräuter, Gemüse und andere Nutzpflanzen für die Allgemeinheit angepflanzt werden. Ab sofort gibt es einen weiteren Standort.
Zwei Hochbeete
Unter der Regie von Mitgliedern des Bunkergarten-Projektes, das zum Ernährungsrat der Stadt Oldenburg gehört, wurden zwei Hochbeete aus Eichenholz neben der Moormannhalle am Pferdemarkt aufgestellt. In ihnen wachsen bereits Nutzpflanzen wie Kamille, Kresse, Borretsch und Mutterkraut. „Wir wollen den Bürgern der Stadt mit diesen Beeten etwas vom öffentlichen Raum zurückgeben“, sagt Judith Busch, Koordinatorin des Ernährungsrates. Dabei gehe es auch darum, zu verdeutlichen, wo Nahrung herkomme und darum, den Menschen die Möglichkeit zu geben, selbst etwas anpflanzen zu können. „Denn grundsätzlich kann jeder Saatgut oder Pflanzen mitbringen und in das Beet für die Allgemeinheit einpflanzen. Die Bürgerbeete sind frei zugänglich, hier darf jeder Pflanzen und Ernten“, berichtet Busch weiter.
„Zwischen den beiden Hochbeeten haben wir eine Bank aus alten Paletten aufgebaut, damit man sich setzen und diesen tollen Ort genießen kann“, sagt Lutz Böhme vom Projekt Bunkergarten, bei dem es sich um das erste Urban-Gardening-Projekt in Oldenburg handelt. Bereits seit 2014 wird in diesem Rahmen ein offener Garten an der Leo-Trepp-Straße, gleich neben dem Wilhelm 13, betrieben. Inhaltlicher Schwerpunkt ist dabei das Thema Nachhaltigkeit. „Wer interessiert ist, mehr zu erfahren oder sich zu beteiligen, kann zu einem unserer Treffen kommen, die aktuell immer donnerstags ab 17 Uhr beginnen“, sagt Böhme. Das Gärtnern ist allerdings nur ein Aspekt beim Urban Gardening: „Uns geht es auch darum, Treffpunkte für Menschen und eine neue Kultur des lebendigen Miteinanders zu schaffen“, so Böhme weiter.
Unter dem Begriff „Urban Gardening“ versteht man das Gärtnern auf meist kleinem Raum in Städten bzw. dicht besiedelten Gebieten.
Dabei steht die nachhaltige Bewirtschaftung der Flächen im Vordergrund. Außerdem soll die Natur auf diesem Weg in die Städte zurückgeholt werden.
In den vergangenen Jahren ist das Interesse am Urban Gardening deutlich gestiegen – insbesondere in Bezug auf die lokale Lebensmittelproduktion.
Gemüse und Kräuter
Finanziert wurden die neuen Hochbeete vom Kulturbüro der Stadt Oldenburg, auf dessen Initiative der Ableger des Bunkergartens entstanden ist. „Wir hoffen, auch in Zukunft noch viele weitere Bürgerbeete in Oldenburg aufstellen zu können, um den Bürgern einen Zugang zu frischen Kräutern und Gemüse bieten zu können“, sagt Judith Busch. „Vielleicht auch an der Moormannhalle, je nachdem, wie das Angebot hier angenommen wird.“
