Oldenburg - Aufgalopp für ein Großprojekt der Reit- und Fahrschule Oldenburg: Der Verein muss seinen angestammten Standort an der Sandkruger Straße 214 verlassen und kann ein paar Hundert Meter weiter Richtung Innenstadt an die Sandkruger Straße 116 ziehen. Dort gibt nach Angaben von Manfred Büter, Erster Vorsitzender der Reit- und Fahrschule Oldenburg, Hermann Ahlers seinen Hof für Pensionspferde und Pferdezucht auf und die RFO übernimmt Hof und Gelände.
Anlage veraltet
Der Umzug erfolgt nicht so ganz freiwillig, birgt aber einige Vorteile, erklärten Büter (58) und sein Stellvertreter Harald Götting (63). Die Anlage ist in die Jahre gekommen. Einst galt sie als Vorzeigeobjekt, heute entspricht sie nicht mehr den Richtlinien des Ministeriums für Ernährung und Landwirtschaft. Die Pferde stehen in bis zu zwölf Quadratmeter großen Boxen. Die sind mittlerweile zu klein, gefordert sich heute 13 bis 14 Quadratmeter. Das wurde von Vertretern der Deutschen Reiterlichen Vereinigung bei einer Besichtigung der Anlage moniert.
Ihre Wurzeln hat die traditionsreiche Reit- und Fahrschule Oldenburg e.V. (RFO) bereits in der Zeit kurz nach Kriegsende, als britische Soldaten maßgeblich zur Gründung des Vereins beitrugen.
Damals waren im Stadtzentrum der Reitclub Oldenburg e.V. und die Oldenburger Reitschule ansässig. Aus dem Zusammenschluss dieser beiden Vereine entstand 1961 die RFO mit Ställen an der Brüderstraße.
Die Lage in der Innenstadt von Oldenburg war nicht ideal, da Ausritte nur durch Verladen der Pferde und Ortswechsel möglich waren. Außerdem wurde die Anlage allmählich zu klein, da die Mitgliederzahl mittlerweile auf über 500 Personen angestiegen war.
So war es ein bedeutungsvolles Ereignis, als 1967 der Umzug nach Bümmerstede in die neue Reitanlage vollzogen wurde.
Was also tun? Umbauen und sie vergrößern? Das hätte zehn Boxen gekostet, der Verein hätte somit nicht mehr wirtschaftlich arbeiten können, erklärt Büter. Und: Zwar sei die 20 mal 80 Meter große Halle turniertauglich, doch fehlten Parkplätze. 12 000 Quadratmeter ist das Grundstück am alten Standort groß, der neue an der Sandkruger Straße 116 verfügt über 18 000 Quadratmeter Fläche.
83 Ja-Stimmen
Die Entscheidung zum Umzug ist vor wenigen Tagen in einer coronakonformen Vereinsversammlung in der Halle mit 83 Ja-Stimmen bei einer Enthaltung gefallen, freuen sich Büter und Götting über die breite Zustimmung. Die 60 Pferde, davon knapp 15 Schulpferde, die bei der RFO eingestellt sind, werden in ihrem neuen Zuhause besser Bedingungen vorfinden. Hinzu kommen 25 Pferde, die offen auf der Weide gehalten werden und, wenn sie möchten, sich in eine Halle zurückziehen können. Die bestehende Reithalle ist 20 mal 40 Meter groß, eine neue soll 20 mal 60 Meter messen. Weiterer Vorteil: Die Weiden für die Tiere befinden sich direkt hinter dem Hof. Der Reitweg in die Marsch wird zudem nicht durch das Dorf Alt Bümmerstede führen, zerstreut der Vereinsvorstand Bedenken der Anlieger, die eine starke Verschmutzung durch Pferdeäpfel befürchteten.
Konkrete Planungen
Sechs Millionen Euro werden Umzug und Neubau kosten, drei Millionen Euro muss der Verein finanzieren. Der restliche Betrag ergibt sich aus Fördergeldern und dem Verkauf des Grundstücks an einen Investor, der dort Häuser bauen wird.
Nun werde ein Architekt beauftragt, konkrete Planungen aufzunehmen, die dem Stadtrat vorgestellt und von ihm genehmigt werden müssen. Die Reit- und Fahrschule sieht sich für den Sprung in die Zukunft gut aufgestellt. Das Ziel soll im Frühjahr 2022 erreicht werden.
