Oldenburg - Die Mehrheit im Oldenburger Stadtrat aus Grünen und SPD hat im Verkehrsausschuss erfolgreich beantragt, dass die Verwaltung eine Grobplanung für eine rund vier Kilometer lange Fahrradstraße vom Fliegerhorst bis zum Pferdemarkt vorlegen soll. Der Rat muss am Montag noch zustimmen. Für die Umsetzung nennen die Fraktionen gewisse Standards, die dabei beachtet werden sollen. Doch was würde das für die einzelnen Straßen bedeuten? Unsere Redaktion hat sich den vorgeschlagenen Streckenverlauf angesehen.
1 Mittelweg:
Bis auf den nördlichen Zipfel, der als Verbindung zum Fliegerhorst dient (hier wird am Straßenrand geparkt), ist die Fahrbahn des Mittelwegs nahezu durchgängig rund sechs Meter breit. Die Forderung nach einer Fahrgassenbreite von vier bis fünf Metern mit absolutem Halteverbot wäre hier kein Problem. Die Autos stehen auf zusätzlichen Parkstreifen. Geändert werden müsste die Vorfahrtsregelung: An den Einmündungen gilt rechts vor links. Der Antrag von Grünen/SPD fordert durchgängig Vorfahrt. Dies könnte allerdings auch Autos dazu verleiten, in dem Tempo-30-Bereich schneller zu fahren.
Mittelweg
Am Babenend gibt es nur noch einen Parkstreifen, am gegenüberliegenden Fahrbahnrand parken daher Autos. Zwar bleiben daneben noch rund vier Meter Platz. Allerdings sehen die genannten Standards einen zusätzlichen Sicherheitstrennstreifen von 75 Zentimetern bis einem Meter neben Parkplätzen vor.
2 Sperrung:
Vielleicht schon das Totschlagargument gegen das Projekt? Die einstige schmale Verbindung unter der Autobahn hindurch zwischen Babenend und Nedderend gibt es nicht mehr. Hier steht inzwischen das Fundament für die neuen Lärmschutzwände an der Bahnstrecke. Nun ist ein Umweg von 700 Metern nötig, um zur Bahnunterführung am Nedderend zu gelangen. Wahrscheinlicher wäre aber, dass Radfahrer dann am Rauhehorst entlang fahren bis zum Melkbrink, um dort auf die Wardenburgstraße zu gelangen, oder stattdessen gleich Richtung Auguststraße weiterfahren.
Gesperrter Durchgang zwischen Babenend und Nedderend
3 Wardenburgstraße:
Die wenigsten Grundstücke haben hier Pkw-Stellplätze. Dementsprechend wird links und rechts am Straßenrand geparkt. Dazwischen sind 3,50 bis 4 Meter Platz, je nachdem, ob die Autos komplett auf der Straße stehen oder halb auf dem Gehweg. Für den Fahrradstraßenplan müsste wohl mindestens eine Straßenseite frei von Autos bleiben.Im weiteren Verlauf müssten mehrere Rechts-vor-links-Regelungen geändert werden. Auch an der Elsässer Straße, an der es vergleichsweise viel Autoverkehr gibt und wo man die Radfahrer über eine Art Vorfahrts-Schikane in die Mars-la-Tour-Straße führen müsste.
Wardenburgstraße
4 Mars-la-Tour-Straße:
Im nördlichen Bereich gibt es markierte Parkstreifen. Daneben ist noch rund 3,70 Meter Platz. Die Stellplätze müssten nach der Logik des Antrags demnach entfallen. Der weitere Verlauf der Fahrbahn ist frei von parkenden Autos.
Mars-la-Tour-Straße
5 Röwekamp/Ziegelhofstraße:
An mehreren Kreuzungen müsste die Vorfahrtsregelung geändert werden. In diesem Bereich ist es zudem ziemlich eng. Wechselseitig parken links und rechts Autos auf ausgewiesenen Parkflächen auf der Fahrbahn. Im Röwekamp bleiben daneben nur noch rund 2,70 Meter Platz, in der Ziegelhofstraße sind es sogar nur rund 2,40 Meter. Bei entgegenkommenden Autos müssen derzeit auch Radfahrer abbremsen und warten. Mit Blick auf die Entwicklung am Haarenufer (wo Parkplätze zugunsten der Radfahrer entfernt wurden) ist klar, dass hier eine Fahrradstraße nur richtig funktionieren würde, wenn alle Parkplätze gestrichen würden.
Röwekamp
