Oldenburg - Heiko Eichbaum ist ein Ur-Bürgerfelder und ist mittlerweile 84 Jahre alt. Er wohnt heute auf dem Hintergrundstück seines Elternhauses direkt an der Südbäke, in der er mit den Nachbarkindern in den Sommermonaten gespielt hat – oder er ist mit ihnen über die Wiesen und durch die Wälder getobt.
Und heute? Bürgerfelde ist dicht bebaut, freie Flächen sind rar, sein Stadtteil hat sich enorm verändert. Das Wachstum sieht Eichbaum durchaus als positiv an. Was ihn daran allerdings stört, ist die zunehmende Belastung durch den Autoverkehr, verursacht durch die Anlieger, aber auch und vor allem von den Besuchern der Universität, der Berufsbildenden Schulen Wechloy oder dem Einkaufszentrum. Deshalb setzt sich Eichbaum, der seit 1973 Mitglied in der SPD ist und auch dem Stadtrat angehörte, vehement für den Bau der Verbindungsstraße vom Fliegerhorst nach Wechloy ein, Dadurch würden die kleinen Straßen in seinem Stadtteil vom Durchgangsverkehr entlastet.
„Viel zu lange leiden die Bewohner der Wohngebiete in Dietrichsfeld, Bürgerfelde und Haarentor schon unter dem Staub, Lärm und den Abgasen“, klagt er. Eine Stadt wie Oldenburg müsse sich mit der Infrastruktur immer wieder neu aufstellen, dazu gehöre auch der Bau neuer Straßen. Die Zahl der Autos werde immer größer. Im Speckgürtel im Westen der Stadt würden immer neue Baugebiete ausgewiesen, so wie in Metjendorf, Heitkamp oder Ofenerfeld. Deren Bewohner würden sich ihren Weg zum Ziel mitten durch Bürgerfelde suchen.
Eichbaum: „Ich habe neulich mit einem jungen Mann am Infostand der Gegner der Entlastungsstraße gesprochen. Der erklärte mir, der Autoverkehr müsste reduziert werden. Das ist ein schöner Gedanke, aber die Wirklichkeit sieht anders aus, der Pkw-Bestand wird immer größer.“ Es setze sich eine Entwicklung fort, die in den 70er Jahren eingesetzt habe. Eichbaum: „In die Haarenniederung, ein Überschwemmungsgebiet, wurde die Uni gebaut, der Uhlhornsweg war eine Sackgasse mit einer Holzbrücke für Fußgänger und Radfahrer über die Haaren. Das Einkaufszentrum Wechloy war ein Waldgebiet, die anderen Flächen ringsherum waren Wiesen, auf denen Kiebitze brüteten, Schnepfen und Wachteln lebten.“ Die Zeit lasse sich nicht zurückdrehen, doch müsse bei der weiteren Stadtentwicklung auch das Wohl der Bürger in den Blick genommen werden. „In einem dicht besiedelten städtischen Gebiet kann man nicht dem Umweltschutz den Vorrang geben“, so Eichbaum abschließend.
