OLDENBURG - Während des Pressetermins steht die Tür zum Verschenkmarkt in Halle 5 auf dem Maco-Gelände offen. Es vergeht kaum eine Minute, in der niemand hereinschaut – obwohl eigentlich nicht geöffnet ist. Eine Studentin zieht mit Aktenordnern ab, eine junge Familie schaut nach Winterkleidung.
„Die Nachfrage ist ungebrochen“, sagt Käthe Nebel, Erfinderin des Verschenkmarkts, und freut sich. Damit das so bleibt, hat sich die Betreibergruppe jetzt auf die Suche nach einem neuen Domizil gemacht, denn auf diesem Teil der Maco-City soll einmal ein Hotel entstehen. „Mittelfristig“, beruhigt Maco-Chef Rolf Rabe. „In den nächsten zwei bis drei Jahren wird hier kaum etwas passieren.“ Ein Betreiber für das Hotelvorhaben sei noch nicht in Sicht.
Dennoch hat Thomas Ponel, Agendabeauftragter der Stadt, schon mal einen Aufruf an potenzielle Vermieter gerichtet. „Was wir suchen, ist nicht ganz einfach zu finden“, sagt er. Zentrumsnah soll es sein, damit der Markt auch künftig für Menschen ohne Auto gut erreichbar ist, und so um die 250 Quadratmeter groß. „Große Ansprüche haben wir nicht“, sagt Käthe Nebel. Auch als der Markt 2004 vom Hallenbad Berliner Platz zu Maco zog, richteten Mitglieder der Agenda-Gruppe Abfallvermeidung und Ressourcenschutz bei Konsumgütern (so heißt der Betreiber offiziell) das Domizil in Eigenarbeit her. Seit sieben Jahren stellt Rolf Rabe der rein ehrenamtlich arbeitenden Gruppe die Halle kostenlos zur Verfügung, zahlt alle Liegenschaftskosten und hält das Gebäude instand. „Wir sind mehr als sehr zufrieden“, stellt Käthe Nebel klar, dass die 40-köpfige Gruppe nicht hinter den Erklärungen eines einzelnen Mitglieds stehe, der Kritik an der Unterkunft geäußert hatte (NWZ
berichtete). Rabe sagte zu, dass er den Verschenkmarkt bei der Zukunftssicherung unterstützen werde, „weil ich einfach ganz toll finde, was die Menschen hier im sozialen Sinne leisten“.Die Idee – Menschen liefern ab, was ihnen überflüssig erscheint, andere suchen sich aus, was sie brauchen – hat Käthe Nebel in den 70er Jahren „erfunden“. Damals hatte sie zwei Jungen in der Klasse, die immer fehlten, wenn ihre Wäsche gewaschen wurde – sie hatten schlicht nichts zum Wechseln. Sie rief die Eltern der Klasse zum Spenden auf – und die Idee funktionierte besser als erwartet.
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