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Oldenburger Grüne Noch kein Beschluss, aber viele Argumente gegen ein neues Stadion


An der Weser-Ems-Halle: Die Maastrichter Straße ist als Standort für ein mögliches Stadion vorgesehen.
Nordweststadion

An der Weser-Ems-Halle: Die Maastrichter Straße ist als Standort für ein mögliches Stadion vorgesehen.

Nordweststadion

Oldenburg - Zum möglichen Stadionneubau in Oldenburg will Oberbürgermeister Jürgen Krogmann (SPD) im ersten Quartal 2023 vom Rat die Antwort auf die Grundsatzfrage haben. Die Parteien stecken daher mitten in der Entscheidungsfindung. Die CDU will bereits an diesem Freitag per Mitgliederbeschluss auf dem Kreisparteitag ihr Urteil fällen. Die Grünen haben indes am Mittwochabend bei einer öffentlichen Veranstaltung über Pro und Contra diskutiert. Eine Entscheidung ist dabei nicht gefallen. Eine klare Tendenz war jedoch erkennbar.

Alternative Marschweg

Der Ausbau des Marschwegstadions, um Drittligatauglichkeit herzustellen, wird gegenüber einem Stadionneubau von vielen Grünen favorisiert. Die meisten Punkte, die der DFB voraussetze, seien erfüllbar, hieß es am Mittwoch. Knackpunkt seien allerdings die Anstoßzeiten, die aufgrund des Lärmschutzes eingeschränkt sind. Sofern die Maßnahmen eine neue Baugenehmigung nötig machen, liegen der Grünen-Fraktion nach eigenen Angaben glaubwürdige Informationen der Verwaltung vor, dass es mit hoher Wahrscheinlichkeit noch strengere Vorgaben geben könnte. Ein Besucher regte allerdings an, diese Aussagen zu hinterfragen.

Weitere Investitionen ins Marschwegstadion seien ohnehin nötig, um sie als Sportstätte zu erhalten, hieß an dem Abend, weshalb man diesen Weg für sinnvoller halte. In welchem Maße man bei einer Absage an einen Stadionneubau ins bisherige Stadion Geld stecken werde, müsse dann jedoch gesondert diskutiert werden.

Eine Entscheidung zur Stadionfrage ist offiziell innerhalb der Grünen-Fraktion noch nicht gefallen. Auch ein Einbezug der Parteimitglieder werde diskutiert, hieß es am Mittwoch. Zum jetzigen Zeitpunkt, so die einhellige Meinung der anwesenden Ratsvertreter, fühle man sich von der Stadt allerdings nicht ausreichend informiert, um so einem Projekt zuzustimmen.

Es waren in der Mehrzahl Argumente gegen ein neues Stadion am Weser-Ems-Hallen-Gelände und für Verbesserungen am vorhandenen Marschwegstadion, die bei der Diskussion zwischen Mitgliedern der Ratsfraktion, Parteimitgliedern und Gästen überwogen. Dabei wurden zahlreiche Kritikpunkte an den vorhandenen Plänen genannt:

Finanzierung

Die Ratsmitglieder warfen der Stadt vor, bei den errechneten Baukosten und den Zinssätzen stets nur die niedrigeren Varianten aus dem Gutachten nach vorne zu stellen. „Es wird von 34 Millionen Euro gesprochen, aber ich glaube, dass wir eher von den 45 bis 50 Millionen ausgehen müssen.“ Allein die fünf Prozent Aufschlag für Klimaneutralität würden nicht ausreichen. Zudem seien Herrichtungskosten und Teile der Ausstattung noch nicht eingerechnet worden. Insgesamt wurde das Zahlenwerk mehrfach als nicht glaubwürdig bezeichnet. Zudem wurde auf die vielen anderen Aufgaben verwiesen, für die die Stadt das Geld benötige.

Nutzung

Wenn sich die Grünen für ein Stadion aussprechen sollten, sei eine Voraussetzung, dass es ausgelastet sein müsse, also nicht nur vom VfB genutzt wird. Doch die Vorschläge von den Gutachtern und der Verwaltung seien lediglich „eine plumpe Ideensammlung“, so Ratsherr Tim Harms. Viele genannte Veranstaltungen könnten auch in der Weser-Ems-Halle stattfinden und dieser Konkurrenz machen. Ob zudem eine Nutzung der Rasenfläche über den Fußball hinaus möglich sein würde, sei offen. Ein Vertreter der Bürgerinitiative Stadionbau (die sich gegen den Standort ausspricht) verwies zudem auf die zusätzliche Belastung für Anwohner durch Fußball und weitere Veranstaltungen.

Rolle des VfB

Innerhalb der Grünen herrscht der Eindruck, dass der VfB Oldenburg die Aufgabe des Stadionbaus einzig bei der Stadt sieht und sich selbst nicht beteiligt. Es lägen weder Vorschläge für Investitionen von außen (etwa durch Sponsoren) noch Ideen für anderes Entgegenkommen (etwa durch Verzicht auf bestimmte Forderungen) vor. „Der Verein duckt sich grandios weg“, meinte Harms. Auch Gäste bekräftigten, dass Investitionen in Profifußball keine öffentliche Aufgabe seien.

Anders sah das ein Vertreter der „Initiative Nordweststadion“. Es seien schließlich nicht nur 22 Spieler, sondern auch 7500 Bürger pro Spiel, die so eine Partie besuchten. Es gehe aus seiner Sicht nicht nur um Forderungen des DFB für den Drittligaspielbetrieb, sondern auch um Erwartungen von Besuchern. Das Marschwegstadion gehöre, auch aufgrund der Laufbahn, zu den schlechtesten Stadien in Deutschland.

Patrick Buck
Patrick Buck Redaktion Oldenburg (Stv. Leitung)
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