Oldenburg - Eine Oldenburger Professorin hat bald bei der Höhe der Rundfunkbeiträge ein Wörtchen mitzureden: Wie die niedersächsische Landesregierung am Dienstag mitteilte, wurde in der Kabinettssitzung beschlossen, Prof. Dr. Katharina Hombach als neues Mitglied der Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs der Rundfunkanstalten (KEF) zu benennen. Die 33-Jährige ist Lehrstuhlinhaberin an der Carl-von-Ossietzky-Universität Oldenburg, Lehrstuhl für Accounting and Corporate Governance.
Die KEF hat die Aufgabe, den von den Rundfunkanstalten angemeldeten Finanzbedarf fachlich zu überprüfen und zu ermitteln. Sie empfiehlt dann den Landesparlamenten die Festsetzung des Rundfunkbeitrags, der aktuell bei 18,36 Euro im Monat liegt. Die Mitglieder der Kommission werden für die Dauer von fünf Jahren von den Regierungschefinnen und -chefs der Länder berufen. Es handelt sich um 16 unabhängige Sachverständige an, die in den Bereichen Wirtschaftsprüfung und Unternehmensberatung, Betriebswirtschaft, Rundfunkrecht, Medienwirtschaft und Medienwissenschaft, Rundfunktechnik und Landesrechnungshöfe tätig sind. Jedes Bundesland benennt ein Mitglied.
Hombach ist laut Mitteilung der Landesregierung als Sachverständige aus den Bereichen Wirtschaftsprüfung und Unternehmensberatung eine Expertin mit internationaler Praxiserfahrung mit dem Schwerpunkt Finanzberichterstattung. Sie soll die Nachfolge von Prof. Dr. Ulrich Reimers, dem Leiter des Instituts für Nachrichtentechnik an der TU Braunschweig, antreten. Reimers ist derzeit noch stellvertretender Vorsitzender der KEF. Er beendet aus Altersgründen seine langjährige Mitgliedschaft zum Jahresende 2021. Sein Bereich der Rundfunktechnik soll künftig durch den Experten Dr. Uwe Kühhirt von der TU Ilmenau vertreten werden.
Die niedersächsische Landesregierung wird die Oldenburger Professorin nun den Ministerpräsidenten der Länder zur förmlichen Berufung vorschlagen. Die neue Amtsperiode beginnt am 1. Januar 2022.
Hombach wurde im Juni dieses Jahres auf die Professur in Oldenburg berufen. Zuvor war sie als Assistenzprofessorin an der Frankfurt School of Finance & Management tätig. Ihr Forschungsinteressen umfassen die ökonomische Analyse von Unternehmenstransparenz. Ihr besonderer Fokus liegt auf der Offenlegungsregulierung und ihren wirtschaftlichen Auswirkungen.
