Oldenburg - Große Verwunderung herrscht nicht nur bei der Grünen-Ratsfraktion derzeit über den leichtfertigen Umgang seitens der Verwaltung mit aufgetretenen Mängeln am Feuerwehr-Neubau Ibo-Koch-Straße. Wie die NWZ berichtete, waren Risse an den Dehnungsfugen im Übergang zwischen Fahrzeughalle und Sozialtrakt festgestellt worden. Deshalb ist derzeit nur eine der beiden installierten Einsatz-Rutschen nutzbar und zwei Türen klemmen.
„Es ist merkwürdig, wenn seitens der Verwaltung argumentiert wird: Wenn die Rutsche kaputt ist, kann man ja die Treppe nehmen“, stellte Kurt Bernhardt (Grüne) fest. „Die Rutschen sollen ja den Zeitvorsprung ermöglichen, um den es beim Einsatz geht.“
Unzufrieden waren Mitglieder im Finanzausschuss zudem mit der Zuspitzung durch Bernard Krause, Leiter Eigenbetrieb Hochbau, dass „zwei Zimmertüren klemmen“. „Das war nicht lösungsorientiert. Deshalb ist es gut, dass sich Mitglieder des Rats selbst ein Bild in der Feuerwache von den Mängeln machen werden – wenn schon der NWZ kein Einlass gewährt wird“, meinte Bernhardt.
Einer der Sprungschächte mit zwei Schachttüren und zwei Rutschstangen grenzt unmittelbar an die Bauwerksfuge. Die Zarge einer Schachttür ist so befestigt, dass sie die Bauwerksfuge überbrückt und sich aufgrund der Setzungsbewegungen verzogen hat. Nach Auskunft des Herstellers wird durch Einfügen eines elastischen Elements die starre Verbindung gelöst und die Nutzung der Tür wieder möglich. Dies wird aber laut Verwaltung erst im Jahr 2018 behoben. Voraussetzung sei aber, dass die Setzungen weitgehend zum Stillstand gekommen sind. Die geschätzten Kosten in Höhe von knapp 10 .000 Euro sind von der Stadt zu tragen, da weder bei Planern noch ausführenden Firmen Fehler erkennbar sind, räumte die Verwaltung ein.
Der Einsatzbetrieb der Feuerwehr sei nicht beeinträchtigt. Neben dem Sprungschacht stehe eine Treppe als Alarmweg zur Verfügung.
