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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg

55-Jährige lässt Konkurrenz alt aussehen

17.10.2018

Oldenburg Die Schuhe sind da. Highheels mit Pfennigabsatz. Ein Traum in Silber. „Ich mach’ beim Finale von Miss Germany 50 plus mit“, sagt Marion Ellendorff. Die hochgewachsene Frau lächelt. Siegessicher. „Weil es Spaß macht“, erzählt die 55-Jährige. „Und weil ich dann mal wieder ein Abendkleid tragen kann.“ Gekauft hat sie es schon. Nicht im eigenen Laden. Die Boutique, die die Oldenburgerin seit zwölf Jahren leitet, führt keine Roben. „Aber den Hosenanzug hier“, sie zieht ein Nadelstreifendress vom Bügel, „den könnte ich als Businessoutfit tragen. Mit einer Bluse von van Laack. Genau mein Ding.“ Ja.

Die 55-Jährige weiß, was sie will. Bei der Wahl der „Miss Germany 50 plus“ am 24. November in Bad Zwischenahn wird sie außerdem ein Opening-Outfit und ein Final-Dress von einem beauftragten Modehaus tragen. Im Bikini muss sie nicht auf die Bühne. „Das ist bei so betagten Frauen nicht angebracht“, sagt sie und fährt sich durch den Bob. Den trägt sie erst seit Kurzem. Und der gab die Initialzündung zur Bewerbung.

Haargenau das Richtige

„Eigentlich hatte ich die Haare so lang“, sagt sie und zeigt auf ihre Rippen. „Aber dann mussten sie ab.“ Das hätten dann alle so toll gefunden, dass sie sich auf einmal wie ein neuer Mensch gefühlt habe – bereit, etwas zu wagen.

In der NWZ hat Marion Ellendorff den Aufruf der Oldenburger Miss Germany Corporation gelesen. Und als sie abends bei einer Freundin war, kam die gleich mit dem Artikel um die Ecke. „Das ist doch genau das Richtige für dich!“ Stimmt, hat sich die gebürtige Emdenerin gedacht und am nächsten Morgen ihre Bewerbung per Mail abgeschickt. Fotos hatte sie genügend. Eine Bekannte lichtet die attraktive Blondine immer mal wieder in Klamotten aus der Boutique ab.

Zuhause hat die einzige Oldenburger Finalteilnehmerin noch mehr Bilder. Von Modenschauen, die sie moderiert hat, von ihr neben Mike Krüger bei einem TV-Ratequiz, wo sie Kandidatin war, oder als Darstellerin bei der Sendung „Um Zwei bei Kallwass“.

Beim „Perfekten Dinner“ stand die Oldenburgerin schon hinter dem Herd und vor der Kamera. Mit ihrem Rinderfilet ist sie Zweite geworden. Anfragen aus der Medienbranche gab es danach keine. Egal. Die 55-Jährige hat genug erlebt – als Sportanimateurin im Club Aldiana. Oder als Flugbegleiterin bei Air Berlin, wo sie mit 35 Jahren die älteste Auszubildende war. Auf einem Trip hat sie Moderatorin Sabine Christiansen kennengelernt, die von der reifen Stewardess so begeistert war, dass sie einen Dankesbrief an ihren Arbeitgeber geschrieben hat. Viele Jahre später hat die Oldenburgerin ihre Gönnerin auf der Fashion-Week in Berlin wiedergetroffen. Auch davon gibt es einen Schnappschuss.

Wahl am 24. November

Die Wahl zur „Miss 50plus Germany“ mit 20 Final-Teilnehmerinnen findet am Samstag, 24. November, 20 Uhr, in der Wandelhalle in Bad Zwischenahn statt. Karten (75 Euro einschl. Speisen/Getränke) bei den NWZ-Geschäftsstellen (u.a. in der Peterstraße 32-36), bei der Tourist-Info Bad Zwischenahn sowie unter

www.missgermany.de/50plus

www.nordwest-ticket.de

Was noch fehlt sind Bilder für die Set-Card. Die 55-Jährige will Best-Ager-Model werden. Genau zur richtigen Zeit. „Mit 18 hätte ich mich nicht getraut, bei einer Misswahl mitzumachen“, sagt sie. Damals habe sich wie eine Bohnenstange gefühlt. Dünn und riesig. Heute wächst die 1,80-Meter-Frau über sich hinaus.

Auf dem Laufsteg könnte sie sich durchaus wohlfühlen. Ihre leitende Position in der Modeboutique will sie allerdings nicht aufgeben. Das Mannequin-Leben soll mehr ein schönes Hobby sein. Davon hat die Oldenburgerin schon als Kind geträumt. Aber über eine Vorstellung bei einer Hamburger Agentur sei sie nie hinausgekommen. Zu groß war die Sorge der Eltern, ihre Tochter allein in der Großstadt zu lassen. Heute sind sie stolz auf ihre Große. Und natürlich hat Marion Ellendorff ihrem Vater und ihrer Mutter samt neuem Lebenspartner bereits eine Karte für die Gala in der Bad Zwischenahner Wandelhalle besorgt. Schließlich dürfen sich Teilnehmerinnen und Gäste auf einen Auftritt von Ross Antony und Paul Reeves freuen.

Rouladen und Rennen

Ob ihren blonden Bob am Ende eine Krone zieren wird, vermag die 55-Jährige nicht vorherzusagen. „Meine Chancen stehen eins zu zwanzig“, schätzt sie. Ob sie attraktiv sei? Das liege im Sinne des Betrachters. Hässlich fühle sie sich auf jeden Fall nicht. „Ich bin mit mir im Reinen – so wie ich bin“, sagt die Miss-Anwärterin. Für ihre langen Beine kann sie nichts. Den Rest hält sie mit Sport in Form: regelmäßige Joggingrunden mit Hund Juri und eine Mitgliedschaft im Tennisclub. „Zum Ausgleich esse ich gerne“, sagt sie und schwärmt von Rouladen mit Kartoffeln und Rotkohl samt Bratensoße. Oldenburger Grünkohl nicht zu vergessen. Zur Ruhe kommt die 55-Jährige beim Acrylmalen.

Daumen drücken

Mit Komplimenten spare sie nicht, sagt die 55-Jährige. Wenn eine gut aussehende Frau den Laden betrete, betone sie das auch. Selbst nehme sie natürlich auch gerne nette Kommentare an.

„Mich mit den Highheels auf dem Laufsteg hinzulegen, wäre das Schlimmste, was passieren kann. Ansonsten trage ich kaum Absätze.“ Jetzt heißt es also Laufen üben. Die Einsachtzig-Frau will schließlich noch hoch hinaus.

Lea Bernsmann Redakteurin / Redaktion Oldenburg
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