Oldenburg - Nein, zur Spritze greift der Garten- und Landschaftsbauer Lutz Haferkamp (Ramien) in Privatgärten nicht mehr. Weil er keine Lust hat auf den Aufschrei in der Nachbarschaft. Auch wenn der nicht selten aus wenig kenntnisreichem Munde komme. Der Pflanzenexperte sagt: „Die Kunden sollen das selber machen.“ Denn das Spritzen mit zugelassenen, bienen-ungefährlichen Mitteln könne durchaus das richtige Mittel sein. Beraten könnten einen hier „zum Beispiel die Raiffeisen-Genossenschaften ganz gut“.
Denn wer in diesen Tagen zusehen müsse, wie ein Heer an Zünsler-Raupen seine Buchsbaumbestände quasi über Nacht auffresse, müsse sich etwas einfallen lassen. Zumal einen das Vernichtungswerk der aus China eingeschleppten Raupen durchaus verzweifeln lassen könne.
Haferkamp sagt: „Man kann versuchen, einzelne befallene Buchsbäume ohne Insektizid zu retten. Wenn es aber viele Buchsbäume sind, wird das schwierig.“
Zeitpunkt finden
Der Experte empfiehlt in diesem Fall eine Kombination aus Fallen für die Falter und Spritzmitteln. Er erklärt in diesem Zusammenhang: „Ich muss die Falter bekämpfen, damit die keine Eier ablegen.“ Das Absuchen der Raupen sei bei wenigen Pflanzen möglich. Allerdings kämen die Falter ja auch aus den Gärten der Nachbarn geflogen.
Am besten würden die gesunden Pflanzen bereits beim ersten Befall im Frühjahr zurückgeschnitten, gedüngt und schön gewässert, so dass sie wieder austreiben. Zurzeit sei bereits die zweite Generation der Buchsbaumzünsler am Werk, in der Regel folge auch noch eine dritte. Bei sehr starker Schädigung helfe am Ende dann nur noch die Entfernung der Pflanze.
Der richtige Spritzzeitpunkt
Der richtige Spritzzeitpunkt werde gefunden, wenn man in den Duftfallen eine zunehmende Zahl der Falter finde. Dann sei auch mit vermehrten Eiern zu rechnen, aus denen die Raupen schlüpften. „Die fressen die benetzten Blätter, und das bekommt ihnen nicht.“ Gespritzt werden müsse die ganze Pflanze, alles was grün ist, auch von der Innenseite der Pflanze.
Das ganze Prozedere sei auch deshalb unerlässlich, weil die letzten Raupen in einem Kokon im Garten überwinterten und im nächsten Frühjahr schon ab 7 bis 10 Grad wieder loslegen könnten. Zumal es auch keine richtigen Winter mehr gebe.
Alternative „Ilex crenata“
Den Einsatz von Hochdruckreinigern sieht Haferkamp eher kritisch. „Ich möchte kein Buchsbaum sein, wenn einer da den Hochdruckreiniger ’reinhält. Das ist eine brachiale Methode, außerdem rollen sich die Raupen dann oft zusammen, und ich muss darunter alles einsammeln.“
Sieht dem Buchsbaum zum Verwechseln ähnlich: Die Japanische Stechpalme (Bild: DPA)
