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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg

Nachts im Museum – schmeckt’s

21.01.2019

Oldenburg Freitagabend, 19 Uhr:Im Kellergewölbe des Landesmuseums Natur und Mensch am Damm brennt noch Licht. Sieben kleine runde Tische stehen in L-Form aneinander. Darauf verschiedene Trinkgläser, eine Wasserflasche, Kaffeebohnen in kleinen Gläschen mit Schraubverschluss, Gläser mit Kunststoff-Pipetten, eingeschweißte Karten von Schottland und Irland. Das Kellergewölbe des Museums dient normalerweise als Ausstellungsraum, in dem verschiedene Edelsteine zu sehen sind. Heute abend jedoch sollen diese lediglich ein gemütliches Ambiente schaffen, denn hier dreht sich die nächsten Stunden alles um das Thema Whisky.

Scotch und Bourbon

Bourbon, Blended Scotch, Blended Malt Whisky, Single Malt. Alles Begriffe, die viele schon einmal gehört haben. Aber was bedeuten sie konkret? Whisky ist nicht gleich Whisky – und schmeckt sogar ohne Cola! Zwanzig Personen aus Oldenburg und umzu wollen es genauer wissen und begeben sich auf eine Reise in die Welt des Whiskys.

Reiseführer ist Andreas Semmer, Gründer und Inhaber von „Whisky Erlebnis – Exklusive Malts & mehr“, der an diesem Abend zu einem Whisky-Tasting für Einsteiger, sprich einer Verkostung, eingeladen hat. Die Geburtsstunde der Tasting-Events sei einer mangelhaften Beratung geschuldet, die er vor einiger Zeit erfahren habe. Und, die hohe Nachfrage gibt ihm recht, die Oldenburger und Nachbarn aus dem Umland wollen mehr über das edle Wasser-Getreide-Gemisch wissen. Edzard Waßmus (55) aus Oldenburg nimmt bereits zum zweiten Mal an diesem Tasting teil.

Semmer erklärt zunächst die wichtigsten Begriffe und Basics. Whisky bestehe im Wesentlichen aus Wasser, Getreide und Hefe. Grundsätzlich würden Whiskys nach der Getreideart, aus der dieser hergestellt wurde, benannt. Bourbon sei ein amerikanischer Klassiker und benötige zur Herstellung über 50 Prozent Mais und dürfe ausschließlich in unbenutzten und ausgekohlten Eichenfässern reifen. „Malt“ bezeichne einen Whisky, der ausschließlich aus gemälzter Gerste hergestellt wurde.

Portwein gibt Farbe

Scotch dürfe sich nur so nennen, wenn er aus Schottland stamme. Das Wort Single in Single Malt, bedeute, dass dieser Whisky in einer einzigen Brennerei erzeugt wurde, wohingegen bei einem Blendet Malt mehrere Brennereien beteiligt sind. „Blend“ stehe für einen Mischung (Verschnitt) aus verschiedenen Whiskys.

Damit ein Whisky sich überhaupt Whisky nennen darf, muss er mindestens drei Jahre in einem Fass gereift sein sowie einen Alkoholgehalt von mindestens 40 Prozent enthalten. „Unaged“ nenne man einen Whisky direkt nach dem Entstehungsprozess, der noch nicht gelagert wurde und deshalb farblos ist. Die Qualität und Beschaffenheit des Wassers, die Verarbeitung des Getreides, die etlichen Variationen des Brennvorgangs und die Fassarten sowie die darin verbrachte Reifezeit würden den Geschmack des Whiskys bestimmen. Vor allem die unterschiedlichen Fasstypen seien maßgeblich an der Geschmacksbildung beteiligt. Denn: Nicht zuletzt erhalte der Whisky durch die Fassreifung auch seine Farbe. Besonders intensiv würden naturgemäß Portweinfässer den Whisky färben, der durch sie eine beinahe dunkelrote Farbe erhalte und für einen außergewöhnlichen Genuss sorge.

Um einen Whisky optimal genießen können, bedürfe es überdies eines „richtigen“ Glases. Der „Tumbler“, ein kurzes Trinkglas mit stabilem Boden, werde meist für Bourbon genutzt, da dieser auch gern mit etwas Eis genossen würde. Ein weiterer beliebter Glastyp sei das tulpenförmige „Nosing-Glas“ auch „Tasting-Glas“ genannt. Im bauchigen Teil des Glases würden sich die Geschmacksnoten ideal ausbreiten und entfalten können. Die nach oben hin schmaler werdende Öffnung verhindere, dass zu viel Sauerstoff an den Whisky gelange. Dies wirke sich positiv auf den Geschmack aus. Ein meist nach außen gewölbter Glasrand lasse die Spirituose besser auf der Zunge verteilen.

Theorie ist schön und gut – aber nun sollen die Gläser auch zum Einsatz kommen. Für die ausgewählten Whiskys werden heute ausschließlich die Nosing-Gläser benötigt. Als erstes dürfen die Gäste einen Single Malt von der Marke „Glenfiddich“ probieren. Zwölf Jahre gereift, 40 Prozent Alkohol. „Das ist ein perfekter Whisky für Einsteiger“, sagt Semmer.

Geschmacksaromen würden von jedem unterschiedlich empfunden werden und als Einsteiger seien viele Aromen noch zu komplex. Schmecken will gelernt sein. Beim Glenfiddich sind sich die Gäste überwiegend einig. Karin Waßmus (58), Ehefrau von Edzard Waßmus, sagt: „Er riecht fruchtiger als er schmeckt, gefällt mir dennoch. Rosinen kann ich herausschmecken.“

Fruchtnoten erschnuppern

Der zweite Whisky ist ein 42 Prozent Single Malt „Jura Tura-Mara“ von der schottischen Insel Jura. „Erst ist er mild, wird dann härter und brennt im Mund. Er wirkt lange nach“, sagt Maik Schulze (24). Um dem Whisky etwas Schärfe zu nehmen können die Tester ein paar Tropfen Wasser mittels einer Pipette zum Verdünnen hinzugeben. Starke Fruchtnoten können vereinzelt erschnuppert werden, sowie Vanille und Karamell. Der Geschmack wird als leicht „modrig“ bezeichnet.

Zwischen den Verkostungen erklärt Semmer vereinfacht, wie ein Destillationsprozess vonstatten geht und gibt einen Überblick und Fässer und Lagerung.

Als dritten Whisky präsentiert Semmer seinen persönlichen Favoriten: den „Glenallachie“, 12 Jahre alt, 46 Prozent Alkohol. Die Tasting-Gesellschaft ist größtenteils begeistert. Ein Duft von Butterscotch und Honig steige in die Nase. Viele Anwesende schmecken Marzipan, Rosinen und Bananen aus dem Single Malt heraus.

Rauchig und alt

Denjenigen, denen der dritte Whisky nicht gemundet hat, schmeckt der vierte und letzte Whisky für diesen Abend dafür besonders – Talisker. Es ist ein rauchiger, zehn Jahre alter Single Malt mit 45 Prozent Alkoholgehalt. Geschmacklich intensiv und sehr komplex, torfig, malzig, leicht pfeffrig. Das muss man mögen! Karin ist ganz überrascht, bevorzuge sie sonst lieber süße Whiskys. „Den finde ich richtig lecker! Davon nehmen wir eine Flasche mit nach Hause, Edzard!“

Nach knapp drei Stunden endet das Tasting. Zum Schluss erhalten alle Teilnehmer ein Glas ihres Favoriten des Abends. Allen Teilnehmern hat der Abend gefallen, die Stimmung war durchweg ausgelassen und der Besuch des Fortgeschrittenen-Tastings nicht ausgeschlossen.


Mehr Infos unter   www.whisky-erlebnis-ol.de 
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