Navigation überspringen
nordwest-zeitung
Abo-Angebote ePaper Newsletter App Prospekte Jobs Immo Trauer Shop

Wie Stadt Oldenburg Und Tafel Helfen Wenn das Geld fürs Essen knapp wird

Oldenburg - Sie ist 60 Jahre alt, schafft mit ihren Gehhilfen höchstens zehn Meter am Stück, ist auf das Arbeitslosengeld II (Hartz IV) angewiesen – und im Moment ganz schön ratlos. Die Etzhornerin (die namentlich nicht genannt werden möchte) gehört zu den Nutzern der Oldenburger Tafel. Und die hat seit Wochenbeginn ihren Betrieb eingestellt – wegen der Coronakrise.

„Ich bin gehbehindert und finanziell auf die Tafel angewiesen“, erzählt die Frau, die früher selber ehrenamtlich im Verschenkmarkt tätig war. Bis zum Monatsende könne sie sich nun „was Frisches“ nicht mehr leisten. „Mal ein frisches Brot, Obst oder Gemüse.“ Das Problem sei nicht der Transport der Waren.

Am Montag habe sie noch ein paar Teile von der Tafel geliefert bekommen: Trockenwaren. „Sonst konnte die Tafel ja auch mit Frischwaren helfen. Wir sind jetzt ganz unten“, beschreibt die 60-Jährige ihre Gefühlslage in Zeiten von Corona. Und fragt sich, ob es da nicht Hilfe von der Stadt geben könnte. Über die Servicenummer habe sie dort schon mehrfach angerufen, ihre Lage geschildert, aber noch keine Reaktion erhalten.

So hilft die Stadt

Die NWZ hat bei der Stadt nachgefragt, wie Menschen in einer solchen Lage geholfen werden kann. Vielleicht mit Lebensmittelgutscheinen? Stadtsprecher Stephan Onnen antwortet so: „Das Jobcenter Oldenburg wie auch die Stadt Oldenburg sind auch in Zeiten der Corona-Virus-Krise für Kundinnen und Kunden in finanziellen Notsituationen erreichbar.

direkter Draht in der Notlage

In Not geratene Bürgerinnen und Bürger, die existenzsichernde Leistungen nach dem Sozialgesetzbuch (SGB) XII von der Stadt beziehen, wenden sich bitte an die jeweiligen Berzirks­teams des Amtes für Teilhabe und Soziales der Stadt Oldenburg. Alle Bezirke (Nord, West, Süd und Mitte/Ost) sind während der Geschäftszeiten unter folgenden Telefonnummern zuverlässig und durchgehend erreichbar: Bezirk West unter t  235-3447 und 235-3668; Bezirk Nord: t   235-3649 und 235-4176; Bezirk Mitte/Ost: t  235-3817 und 235-2726; Bezirk Süd: t  235-2024 und 235-3592 oder alternativ per E-Mail über das Postfach Soziales@stadt-oldenburg.de

Das Jobcenter können in Not geratene Kundinnen und Kunden unter t   219701010 oder 219700 erreichen oder eine E-Mail mit dem Betreff Notfallhilfe und Kontaktdaten senden an das Postfach Jobcenter-Oldenburg@jobcenter-ge.de.

Bei Hilfebedarf können sich Personen, die Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz beziehen, während der Geschäftszeiten durchgehend an die Sachbearbeiterinnen und Sachbearbeiter unter t  235-2478, 235-2485 oder 235-2554 wenden per Mail an asyl-leistungen@stadt-oldenburg.de.

Gegenwärtig kann diesen Menschen persönlich nach vorheriger Terminabsprache, die auch sehr kurzfristig per Telefon oder E-Mail erfolgen kann, umgehend geholfen werden.“ Die finanziellen Nothilfen erfolgten in Form von Barzahlungen (im Jobcenter mittels Barcode) oder Lebensmittelgutscheinen, die in den Oldenburger Geschäften ohne weiteres eingelöst werden können (Kontaktdaten siehe Infokasten).

So hilft die Tafel

Ganz im Stich lässt die Oldenburger Tafel ihre sogenannten „stillen Nutzer“ nicht. Diese isolierten, gebrechlichen, kranken Menschen würden weiterhin wöchentlich bis auf den Küchentisch mit Trockenwaren beliefert, teilt die Tafel-Vorsitzende Inka Ibendahl mit. „Wir haben genügend Nudeln, Reis, Konserven et cetera.“

Die Entscheidung, die Ausgabestelle zu schließen, sei aus Verantwortung der mehr als 160 Ehrenamtlichen gegenüber getroffen worden. Die Helferinnen und Helfer seien mehrheitlich über 60 Jahre alt, die älteste 94. Im Gedränge hätte nicht der nötige Abstand zum Schutz vor Ansteckung eingehalten werden können. Bei der Tafel arbeiten aber auch junge Leute und die würden die „stillen Nutzer“ beliefern.

Stopp bei Foodsharern

Lebensmittel aus Supermärkten und Restaurants vor der Mülltonne zu bewahren und sie anderweitig unter die Leute zu bringen, ist auch das Anliegen der „Foodsharer“. In Oldenburg. sind ungefähr 350 Nutzer registriert, etwa ein Drittel engagiert sich aktiv. Das heißt, die Lebensmittelretter holen bei teilnehmenden Betrieben ab, was dort übrig ist, nutzen es selbst und verteilen es kostenlos an Nachbarn, Freunde oder Familie. Die Abholung wird jetzt – wegen Corona – zum Teil reduziert. „Wir bedauern das sehr. Wir wissen nicht, wie es weitergeht. Es muss noch entschieden werden, ob alles eingestellt wird“, sagt Annalena Palm, die das Ganze mit drei weiteren sogenannten Botschafterinnen strukturiert. Für ihr Engagement wurde die 24-Jährige im vergangenen Jahr bei der Aktion von NWZ und Volksbank Oldenburg zur Oldenburgerin des Jahres gewählt.

Man sei logistisch sehr eingeschränkt, nennt Palm einen Grund. Der Zugang zu den öffentlichen Verteilstellen (Uni und Kulturetage) sei darüber hinaus eingestellt. „Schön wäre es, wenn Märkte selbst, solche Lebensmittel kostenlos anbieten dürften“, sagt Palm.

Susanne Gloger
Susanne Gloger Redaktion Oldenburg
Themen
Artikelempfehlungen der Redaktion
Nach Zündung der beiden Sprenglandungen sackte der Kran zusammen und fiel wie geplant zu Boden.

RHENUS MIDGARD Kran im Nordenhamer Hafen gesprengt

Nordenham
Zieleinlauf beim Matjeslauf in Emden 2023

VOLKSLÄUFE IM NORDWESTEN IM JUNI – TEIL 1 Von 5 Kilometer bis 6 Stunden – Elf Startgelegenheiten bis zu den Sommerferien

Mathias Freese
Nordwesten
Sind in diesem Sommer früh wieder gefordert: Jan Urbas (links) und Nicholas Jensen

FISCHTOWN PINGUINS Erfolge bescheren Bremerhavener Eishockey-Team dichten Terminplan

Hauke Richters
Bremerhaven
Nimmt im Sommer erstmals an den Olympischen Spielen teil: der Oldenburger Jannis Maus

„ICH WILL MÖGLICHST VIEL AUFSAUGEN“ Oldenburger Kitesurfer Jannis Maus fiebert Olympia-Premiere entgegen

Niklas Benter
Oldenburg
Da wird die Deckenlampe zum Duschkopf: Das Wasser kommt durch die Decke und läuft an den Wänden hinunter.

MIETÄRGER IM AMMERLAND Wenn das Wasser aus der Deckenlampe strömt

Anke Brockmeyer
Westerstede