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Pläne für Oldenburg-Tweelbäke Mögliche Arbeitsplätze wichtiger als große Solaranlage

Wunsch des Investors: eine 12 Hektar große Solaranlage auf 200 Meter entlang der A 29 – hier bei der Vorstellung im Ausschuss für Wirtschaftsförderung.

Wunsch des Investors: eine 12 Hektar große Solaranlage auf 200 Meter entlang der A 29 – hier bei der Vorstellung im Ausschuss für Wirtschaftsförderung.

Oldenburg - Die Verpachtung einer städtischen Gewerbe-Vorratsfläche für eine weitere, großflächige Photovoltaik-Anlage in Tweelbäke bleibt eher unwahrscheinlich. Das bestätigte sich im jüngsten Ausschuss für Wirtschaftsförderung nach der Präsentation entsprechender Pläne von Investoren für eine mehr als 12 Hektar große Photovoltaik-Fläche zwischen Tweelbäker Tredde und A 29 auf städtischem Grund.

Denn Oldenburg hat nur noch wenig freie Gewerbeflächen. Bis 2030 fehlen 64 Hektar solcher Flächen, um die erwartete Nachfrage zu decken, war vor drei Jahren errechnet worden. „Wir müssen mit der Veräußerung aufpassen“, sagte Ralph Wilken, der Leiter der Wirtschaftsförderung unter breiter Zustimmung. Das gelte auch für die hier beabsichtigte Pacht von 30 Jahren.

Die Ansiedlung von Betrieben, die im Gegensatz zu Photovoltaik-Projekten viele Mitarbeiter in der Stadt beschäftigten, sei diesem Vorhaben des Investors vorzuziehen. Zuvor hatten Vertreter von „Windwärts“, seit 2014 Tochter der Mannheimer MVV Energie AG, siebtgrößter Energiebetreiber Deutschlands, das Ergebnis ihrer Potenzialanalyse vorgestellt.

200-Meter-Korridor

„Windwärts“ ist seit 1994 im Bereich Erneuerbare Energien tätig (Wind und Sonne). Installiert sind 400 Megawatt, vor allem im Bereich Wind, was auch mit dem Wechselspiel in der Förderung für Photovoltaik zusammenhängt.

In Tweelbäke möchte das Unternehmen seine Anlage gerne auf einem 200-Meter-Korridor an der Autobahn aufbauen – „man bekommt das vom Bund vergütet, wenn man an der Autobahn Photovoltaik baut“, so der Vertreter von „Windwärts“. Auf den 12 Hektar, die zurzeit als Acker- und Grünland genutzt werden, sollen 30 000 Module à 400 Watt – also 12 Megawatt Leistung – installiert werden.

Die würden nach den Zahlen der Investoren „3700 Zwei-Personen-Häuser im Jahr versorgen und gegenüber Strom aus einem Braunkohlekraftwerk 4500 Tonnen CO im Jahr sparen“.

Nach 20 Jahren sei die Anlage abbezahlt, dann erhalte die Stadt „mehrere 10 000 Euro im Jahr“.

10 Megawatt

Anlagen, die hier im Norden geplant würden, müssten mindesten 10 Megawatt groß sein, hieß es, weil Windwärts seinen Strom an die Mutter MVV verkauft und dabei in Konkurrenz zu Anlagen aus Bayern steht, die angesichts höherer Sonneneinstrahlung grundsätzlich günstiger produzierten, hieß es.

Oberbürgermeister Jürgen Krogmann sagte, der „Zubau erneuerbarer Energien“ sei zwar „massiv nötig“, die Stadt habe angesichts ihres sehr beschränkten Angebotes aber „mit erheblicher Flächenkonkurrenz von Firmen zu kämpfen – die Luft wird jetzt schon an vielen Flächen dünn“.

Den Grünen war es wichtig, dass auf dieser Fläche dann aber auch tatsächlich Gewerbe-Ansiedlungen stattfänden, und zwar nicht erst in fernster Zukunft. Dr. Hans Hermann Schreier (LKR) unterstützte die Absicht, hier solche Gewerbe anzusiedeln, die Mitarbeiter vor Ort beschäftigten, schlug aber vor, die Fläche begrünter und mit Solarpanels bestückter Dächer zu erweitern. Die FDP-Vorsitzend Dr. Christiane Ratjen-Damerau sagte: „Immer wieder wandern Unternehmen ins Ammerland ab, weil wir nur wenig Flächen haben. Wir müssen da klug abwägen, die Wirtschaft muss sich in dieser Stadt entwickeln können.“

Karsten Röhr
Karsten Röhr Redaktion Oldenburg
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