Oldenburg - Verschiedene Sieben-Tages-Werte für die Stadt Oldenburg sorgen für Verwirrung. Das hat auch die Stadt nun erkannt. Sie will ihre eigene Corona-Statistik auf die Zahlen des Landesgesundheitsamtes abstimmen. „Wir wollten eigentlich so transparent wie möglich sein“, sagt Stadtsprecher Reinhard Schenke. „Wir haben jetzt, mit zunehmenden Zahlen, aber festgestellt, dass unser Weg nicht mehr optimal ist und werden das in Kürze ändern.“
Das Problem zeigt sich beispielsweise mit einem Blick auf den Inzidenzwert, also der Zahl der Neuinfektionen in den vergangenen sieben Tagen pro 100 000 Einwohner, zum Stichtag 22. Oktober. Laut Gesundheitsamt der Stadt beträgt die Inzidenz nur 16,6. Nach Angaben des Niedersächsischen Landesgesundheitsamtes (NLGA) liegt der Sieben-Tages-Wert deutlich höher bei 28,4.
Die kleine Zahl der Stadt hat vor allem einen Grund: Das Oldenburger Gesundheitsamt erhält oft gebündelt Informationen zu positiven Testergebnissen aus den Laboren und ordnet sie dann rückwirkend dem Tag der positiven Testung zu. Dadurch steigt auch der Inzidenzwert rückwirkend. Das zeigt ein Blick auf die Statistik der Stadt im Internet. So lag zum Beispiel der städtische Inzidenzwert am Dienstag, 20. Oktober, bei 16. Zwei Tage später war der Wert für Dienstag bereits auf 28,4 nach oben korrigiert worden.
„Wir sind uns der Problematik bewusst“, räumt Schenke ein. Der Plan sei, die Berechnung des Niedersächsischen Landesgesundheitsamtes (NLGA) zu übernehmen.
Das NLGA berechne die Sieben-Tages-Inzidenz ausschließlich auf Basis des Meldedatums – und nicht, wie das städtische Gesundheitsamt, auf Basis des Tags der positiven Testung. Die vom NLGA veröffentlichte Inzidenz-Zahl sei zudem – im Gegensatz zur städtischen Angabe – maßgeblich für die Lagebeurteilung auf Landes- bzw. Bundesebene und damit auch Grundlage für verschärfte Corona-Maßnahmen.
Auch kurios: Das NLGA rechnet mit Einwohnerzahlen aus älteren statistischen Landesberichten, die deutlich unter den aktuellen Zahlen des Oldenburger Einwohnermeldeamtes liegen. Auch das führt zu deutlichen Verzerrungen der Inzidenz-Werte.
Schenke bittet um Verständnis, dass die Zahlen „derzeit nicht immer und überall übereinstimmen. Es sind eine Vielzahl von Menschen damit beschäftigt, diese Zahlen auf Ebene von Stadt und Land zu erheben.“ Und konkret für Oldenburg sagt er: „Die Gesamtlage ist sehr bedenklich – trotz vertretbarer Inzidenz-Zahlen.“
