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Oldenburgerin schreibt erstes Buch Nur beim Autofahren wird sie zur Menschenfeindin

Nimmt alles mit Humor: Anja Lankenau und ihr Buch „Vorsicht Rutschgefahr!

Nimmt alles mit Humor: Anja Lankenau und ihr Buch „Vorsicht Rutschgefahr!"

Isensee-Verlag

Oldenburg - Es gibt Menschen, die erleben auf dem Weg zur Arbeit schon so viel, dass es mindestens für eine Kurzgeschichte taugt. Anja Lankenau ist so ein Mensch. Nicht etwa, weil die Oldenburgerin einen besonders aufregenden Alltag hat. Sie nimmt das tägliche Allerlei einfach nur sehr aufmerksam wahr. Und sie hat Fantasie. Ein Ergebnis dieser Eigenschaften ist ihr erstes Buch.

Arbeit als Taxifahrerin

„Vorsicht Rutschgefahr!“ lautet der Titel in Anlehnung an die frühere Arbeit der Diplom-Pädagogin mit „wilden Jugendlichen“ (wie sie schreibt) in der Jugend-Berufshilfe. Der Untertitel lautet „Mein Leben als Philan-/Misanthrop“ (das „Misan“ ist durchgestrichen und durch ein „Philan“ ersetzt worden). Menschenfeindin sei sie nur beim Autofahren, gibt Anja Lankenau zu. Taxifahrerin in Nachtschicht war nämlich auch eine Station in ihrem Leben. Da erwirbt man sich Routine im Straßenverkehr und betrachtet andere Verkehrsteilnehmer nicht immer freundlich. Ansonsten ist die 59-Jährige eine Menschenfreundin und das spiegelt sich vielfältig in ihren „komischen Kolumnen“ (so steht’s auf dem Buchcover) wider. Erschienen ist ihr Erstling im Oldenburger Isensee-Verlag (150 Seiten, ISBN 978-3-7308-1903-6, Preis 14,90 Euro). „Ich glaube, dass anderen Leuten auch viel passiert. Aber sie sehen die Dinge vielleicht anders“, vermutet Anja Lankenau. Sie sei keine Tagebuchschreiberin, sammle aber „schöne Schnipsel“. In Phasen der Arbeitslosigkeit habe sie dann „mit Vorsatz“ geschrieben und mit dem Hintergedanken, aus der „Zettelwirtschaft“ ein Buch zu machen. „Ich wollte es loswerden. Ich wollte es zwischen Buchdeckeln sehen.“

Und da befinden sich nun die Erlebnisse der Ur-Oldenburgerin, die „alle frei erfunden sind“, wie sie lachend sagt. Vieles sei aber im Kern wahr und mächtig ausgeschmückt. Oft steigt die Autorin tief ins Tal der Assoziationen, was meistens komisch im Sinne von witzig ist, manchmal aber auch sonderbar. Es gibt keine Chronologie. Das macht jedoch nichts. Der Sohn kommt in vielen Entwicklungsphasen vor. Allein die Wortschöpfung „Pubertäter“ lässt ahnen, dass es nicht langweilig ist.

Anja Lankenau erzählt von Dingen, die man aus dem eigenen Leben kennt – aber dafür noch nicht die Worte gefunden hat: von hungrigen Sofas, vom stets fehlenden Geschirrspülmittel bei der Ankunft in Ferienwohnungen, vom Theatersitzplatz ausgerechnet vor einem Pfeiler und anderem.

Originelle Fragen

Sie stellt originelle Fragen, wie zum Beispiel die, wie eigentlich das Saisonende bei den Schützen heißt? Die Antwort liefert die begeisterte Schwimmerin in der Geschichte übers Abschwimmen zum Freibadsaisonende.

„Die Geschichten sollen Spaß bringen“, betont Anja Lankenau. Dass es klappt, hat sie bei Lesungen erlebt. „Die Leute lachen“, freut sich die Philanthropin, die im Sozialdienst einer Reha-Klinik arbeitet. Auch da versuche sie, dem Ernst der Lage mit Humor zu begegnen. Man glaubt es ihr sofort.

Susanne Gloger
Susanne Gloger Redaktion Oldenburg
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