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Zu Schnell oder bei Rot gefahren So viel Geld kassiert die Stadt Oldenburg von Rasern

Fotoshooting am Pferdemarkt: Die Überwachungssäulen blitzen Raser und Rotlichtsünder.

Fotoshooting am Pferdemarkt: Die Überwachungssäulen blitzen Raser und Rotlichtsünder.

Marcus Minten

Oldenburg - Wann wurden Sie das letzte Mal geblitzt? Viele Oldenburger müssten darauf mit „letztes Jahr“ antworten. Fast 28.000 Autofahrerinnen und Autofahrer bekamen 2023 ein teures Foto von der Stadt. Insgesamt gab es 24.062 erwischte Schnellfahrer (rund 1600 mehr als im Vorjahr) und 3372 Rotlichtsünder (plus 400).

Im Schnitt 41,76 Euro

Muss man sich nun ernsthaft Sorgen um die Verkehrsmoral in Oldenburg machen? Eher nicht. Die ganz große Mehrheit der Geblitzten fuhr nur knapp schneller als die erlaubte Geschwindigkeit. Im Schnitt lag das Bußgeld für Tempoüberschreitungen bei 41,76 Euro. Wer bis zu zehn km/h zu flott ist, zahlt bereits 30 Euro. Wer beispielsweise in einer 30er Zone mit Tempo 41 geblitzt wird, ist bereits mit 50 Euro dabei.

Wie viele Raser tatsächlich so schnell waren, dass sie ein Fahrverbot bekamen, hat die Stadt statistisch nicht erhoben. Auch wie schnell die schlimmsten Raser waren, hat man nicht bilanziert.

Deutlich mehr als die Schnellfahrer mussten die Rotlichtsünder für Ihre Fotos bezahlen. Aktuell hat die Stadt vier moderne Blitzersäulen aufgestellt. Sie können nicht nur Rotlichtverstöße aufzeichnen, sondern auch überhöhtes Tempo. Am Pferdemarkt, an der Cloppenburger Straße (unter der Autobahn), an der Kreuzung Bremer-Heerstraße/Müllersweg und an der Kreuzung Huntestraße/Amalienstraße stehen die High-Tech-Blitzer. Da diese Standorte zumindest für die Oldenburger kein Geheimnis sind, werden hier auch nur vergleichsweise wenige Verkehrssünder erwischt. 2531 Raser fotografierten die vier Säulen und 3372 Rotlichtsünder. Letztere zahlten im Schnitt ein Bußgeld von 95,64 Euro.

Teures Rotlicht

Das bedeutet, dass die allermeisten Erwischten „gefühlt“ noch bei dunkelgelb über die Kreuzung huschten. Denn die niedrigste Sanktionsstufe kostet bereits 90 Euro. Dabei darf man maximal eine Sekunde nach Umschalten der Ampel geblitzt worden sein. Selbst in diesem Fall gibt es einen Punkt in Flensburg. Wird man später als die Schrecksekunde geblitzt, ist man bereits mit 200 Euro, zwei Punkten und einem Fahrverbot dabei. Bei einer Gefährdung oder gar einem Unfall erhöhen sich die Strafen jeweils.

Neben den vier Säulen hat die Stadt zwei mobile Blitzer im Einsatz. Mit rund 21.000 Raser erwischten die Geräte fast 90 Prozent der Schnellfahrer.

Die Einnahmen lagen 2023 auf dem Niveau des Vorjahres. Eine runde Million überwiesen die Schnellfahrer, 322.000 Euro die Rotlichtsünder. Das Geld landet übrigens im allgemeinen Haushalt der Stadt, es wird nicht zweckgebunden für Verkehrsprävention oder Rad-Projekte verwendet, wie beispielsweise im Ammerland.

So teuer kann es werden

Und was müssen Raser nun konkret zahlen? Bis zu zehn km/h zu schnell ist man mit 30 Euro im Stadtgebiet dabei. Elf bis 15 km/h kosten 50 Euro. Bei 16 bis 20 km/ fährt man bereits in die Punkteränge (es gibt einen) und zahlt 70 Euro. 21 bis 25 km/h kosten 115 Euro und einen Punkt. Bei 26 bis 30 km/h zu schnell ist man mit 180 Euro und einem Punkt dabei. Wiederholungstäter bekommen zudem noch einen Monat Fahrverbot. Das bekommen alle, die mit 31 bis 40 km/h zu viel geblitzt werden. Zudem werden noch 260 Euro fällig und es gibt zwei Punkte. Bei den weiteren Sanktionsstufen steigen Bußgelder, Fahrverbote und/oder Punktezahlen. Der Bußgeldkatalog endet bei über 70 km/h zu schnell. Wer also mit über 100 Sachen durch die 30er Zone brettert, ist mit drei Monaten Fahrverbot, 800 Euro und zwei Punkten dabei.

Jasper Rittner
Jasper Rittner Chefreporter Oldenburg-Stadt/Ammerland
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