Oldenburg - Probleme und Herausforderungen gibt es im Gesundheitswesen zur Genüge. Um diesen entgegenzuwirken, haben sich beim Oldenburger Healthcare Hackathon am Innovationscampus der Universität Oldenburg viele kreative Köpfe aus den verschiedensten Branchen zusammengetan und an Lösungskonzepten für bestimmte Herausforderungen im Gesundheitsbereich gearbeitet. „In Oldenburg findet die Veranstaltung dieses Jahr zum ersten Mal statt. Ist die Resonanz gut, soll sie aber regelmäßig durchgeführt werden“, sagt Jürgen Boese, Kulturreferent des Studentenwerks Oldenburg, der die Veranstaltung moderierte.
Herausforderungen
Hackathon setzt sich aus den Begriffen „Hacking“ und „Marathon“ zusammen. Er bezeichnet eine Veranstaltung, auf der Talente aus verschiedenen Bereichen zusammentreffen, um innovative Lösungen für reale und relevante Probleme aus unterschiedlichen Branchen zu entwickeln.
Der Oldenburger Healthcare Hackathon ist angelehnt an das gleichnamige Projekt aus Mainz, das dort bereits seit mehreren Jahren regelmäßig stattfindet.
Vertreter der am Projekt beteiligten Institutionen haben bereits bei der Startveranstaltung, die einen Monat vor dem Hackathon stattfand, sieben Herausforderungen aus ihrem Arbeitsalltag präsentiert. Zu diesen sollten die Teilnehmer während des zweitägigen Hackathons Lösungen entwickeln. Die Themen aus dem Klinikum Oldenburg waren digitalisierte Pflege, Lichtmanagement, Patientensicherheit und grünes Krankenhaus. Bei OFFIS (Institut für Informatik) ging es um die sichere Vernetzung von Gesundheitsdaten sowie die soziale Nähe über Distanz in virtueller Realität. Die Johanniter problematisierten die Probandensuche in der Pflegeforschung.
Gruppen und Konzepte
Mitwirken konnten Berufstätige, Wissenschaftler, Studenten und Gründungsinteressierte ab 16 Jahren. Insgesamt bildeten die Teilnehmer fünf Gruppen, die zu ein bis zwei der genannten Herausforderungen ein Lösungskonzept entwickelten und dieses beim Hackathon per Kurzpräsentation vorstellten. Die Teilnehmer kamen aus den verschiedensten Branchen wie Gesundheit, IT, Pflege, Chemie und Umwelt. „Je bunter das Team, desto größer die Ideenvielfalt“, betont Andrea Klahsen (Innovative Hochschule Jade-Oldenburg), die das Projekt zusammen mit Franziska Kinzel (Universität Oldenburg), Kim Körber (Klinikum) und Malte Schulz (OFFIS) organisiert hat.
Die Gruppe „SalutoLux“ widmete sich den Themen Patientensicherheit und Lichtmanagement, „ViCa“ erarbeitete einen Lösungsansatz zu Nähe über Distanz in virtueller Realität und das Team „WeBridge“ präsentierte eine App zur sicheren Vernetzung von Gesundheitsdaten. Außerdem stellte „Care4Us“ ein Konzept zur digitalisierten Pflege vor. Die letzte Gruppe „Green Hospital“ hat sich mit Klimaschutz und Nachhaltigkeit in Krankenhäusern beschäftigt.
Kriterien & Kategorien
Die Jury, Prof. Dr. Antje Wulff (Professorin für Big Data in der Medizin an der Universität Oldenburg), Alexandra Wurm (Projektleiterin beim GO! Start-up Zentrum Oldenburg) und Sabine Brase (Pflegedirektorin am Klinikum Oldenburg), hat nach folgenden Kriterien bewertet: Umsetzungswahrscheinlichkeit, Übertrag- und Skalierbarkeit, finanzielle Eigenständigkeit, Innovationsgrad, Prototyp, technischer Anspruch und Reifegrad, Überzeugungskraft und verständlicher Aufbau des Pitchs. Sie vergab jeweils einen Preis für drei verschiedene Kategorien. Das größte Startup-Potenzial sahen sie bei „WeBridge“, die eine Teilnahme am „Batch #10“ des GO! Start-up Zentrums im Wert von 15.000 Euro gewannen. Den besten Prototypen hat in ihren Augen „Green Hospital“ konzipiert und damit die Teilnahme an einem Pitch-Workshop gewonnen. Die letzte Preiskategorie, überzeugendster Pitch, gewann „ViCa“. Die Gruppe erhielt als Preis die Teilnahme an einem Teamworkshop bei Lego Serious Play.
Haben in der Kategorie „Größtes Startup-Potenzial“ eine Wildcard zur Teilnahme am Batch #10 des GO! Start-up Zentrums im Wert von 15.000 Euro gewonnen: die Gruppe „WeBridge“ um Leonie Saskia ter Haseborg (Klinikum), Alke Schiller (Nordwest-Krankenhaus Sanderbusch) und Sophie Grimme (OFFIS) (von links)
Piet Meyer
Haben den ersten Platz in der Kategorie „Bester Prototyp“ belegt und die Teilnahme an einem Pitch-Workshop gewonnen: Julia Narozny (Klinikum), Christa Malessa (Klinikum) (von links) und Emma Elena Evenz (nicht im Bild) von „Green Hospital“
Piet Meyer
In der Kategorie „ Überzeugendster Pitch“ haben sie einen Teamworkshop bei Lego Serious Play gewonnen: Samah Swed (Klinikum), Corinna Brinkmann (AWO), Maximilian Tönnies (Klinikum) und Christian Welter (Klinikum) der Gruppe „ViCa“
Piet Meyer
