Oldenburg - „Hallo Herr Bundesminister, sehen Sie einen Zusammenhang zwischen wirtschaftlichem Sachverstand und dem politischen Wahlverhalten der Bürgerinnen und Bürger?“ Auf Fragen wie diese hatte selbst der sonst so eloquente und souveräne Finanzminister Christian Linder erst einmal keine Antwort. Dass er manchmal jedoch selbst im Bundeskabinett über die Bedeutung von Staatsverschuldung in Zeiten der Inflation weiterbilden muss, ist eine der wenigen Anekdoten, die er auf dem Bundeskongress des Bündnisses für ökonomische Bildung im Talk mit Schülern süffisant Preis gab.
Gestellt haben die Fragen Julius Klütemeyer und Hannes Kampmann, die das Fach Wirtschaftslehre auf erhöhtem Anforderungsniveau am Oldenburger Herbartgymnasium besuchen auf dem zweiten bundesweiten Kongress des Bündnis Ökonomische Bildung Deutschland (BÖB) in Berlin. Begleitet wurden sie von ihrem Lehrer Janosch Schierke, der das Gespräch moderierte. Die Themen waren sehr vielfältig: Fehlender Gründergeist, der große Unterschied zwischen dem Interesse an wirtschaftlicher Bildung und schulischer Realität, oder der Arbeitskräfte- und Fachkräftemangel.
Neben der Unterhaltung mit dem Finanzminister gab es Vorträge und Podiumsdiskussionen zu aktuellen ökonomischen Themen und Konfliktfeldern mit weiteren Persönlichkeiten aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik. Janosch Schierke sagt: „Das war für uns alle ein durchweg gelungener Blick hinter die Kulissen der Bildungspolitik, Hauptstadtflair inklusive.“
