Oldenburg - Das Abrahamquartier ist baulich „zu 98 Prozent fertig, wir haben enorme Fortschritte erzielt und sind bereits zu 50 Prozent vermietet, die Hälfte an Studenten“, sagt Nico Grimm. Der Geschäftsführer der Vivum Services Frankfurt, bei der unter dem Titel „Vivum Art Living“ die Regie über die 121 Micro-Appartements liegt (bundesweit 600 Einheiten), rechnet mit einer kompletten Vermietung in Oldenburg „bis zum Beginn des Wintersemesters“.
Mieter für Großfläche
Gerade habe das neue „Lecker da“ im Erdgeschoss eröffnet, auch für die große Fläche, auf der Intersport Laschinski war, zeichne sich „für die nächsten Wochen“ ein Mieter ab. Der Discounter Netto, der das Objekt „interessant fand und findet“, wird es nach NWZ-Informationen aber wohl nicht werden, sondern aller Voraussicht nach eher ein Geschäft für „Wohnaccessoires und Mode“, sagte Grimm.
Abrahamquartier
Karsten Röhr
Abrahamquartier
Karsten Röhr
Abrahamquartier – mit einer der Terrassen
Karsten Röhr
Abrahamquartier – mit neuem „Lecker da“
Karsten Röhr
Abrahamquartier – mit Blick in eine der Maisonette-Wohnungen
Karsten Röhr
Abrahamquartier – Vivum Services-Geschäftsführer Nico Grimm zeigt den Fahrradraum mit 136 Plätzen.
Karsten RöhrStudentin äußert sich
Die Oldenburger Studentin Clara ist eine der ersten Mieterinnen der Micro-Appartements. Mit Blick auf den sich entwickelnden Dachgarten sitzt sie auf 22 Quadratmetern an ihrer Masterarbeit. Sie sagt: „Wenn man in der Innenstadt leben möchte, ist das top. Das Gebäude ist schön und hier in Oldenburg aus meiner Sicht einmalig, jetzt noch die Begrünung, und es ist komplett möbliert. Das ist modernes Wohnen, genau, was ich gesucht habe.“ Der Eigentümer habe aus ihrer Sicht „Glück gehabt, so ein Objekt in der Innenstadt zu bekommen“. Zur Wahrheit gehöre natürlich auch, dass die baulichen Verzögerungen, die es aus unterschiedlichen Gründen in der ersten Phase gegeben habe, für beide Seiten zunächst anstrengend gewesen seien.
Mindestdauer und Verbrauch
Die Appartements, die 17 bis 44 Quadratmeter groß sind und in Oldenburg unter dem Namen „Marilyn“ laufen (das Frankfurter Objekt heißt „Mona Lisa“), werden ab einer Mindestdauer von sechs Monaten und mit einer Betriebskostenpauschale vermietet. Die Preise sollen warm zwischen 580 und 1145 Euro liegen. Zwölf Appartements sind barrierefrei. Die Hausverwaltung liegt bei Reos in Hamburg. Grimm sagt: „Es ist alles sehr stark digitalisiert, von der kaufmännischen Verwaltung bis zum Mietermanagement, das gilt auch für die Verbräuche von Strom, Wasser und Heizung, je nachdem gibt es von uns auch konkrete Vorschläge für Möglichkeiten zur Reduzierung des Verbrauchs.“
Stadt sieht „Gutes Beispiel“
Jeder Bewohner hat eine Mieter-App, die Digitalschlösser der Türen öffnen sich über Transponder. Digital läuft auch die Bezahlung der Waschmaschinen und Trockner im Erdgeschoss, das im Eingangsbereich eine große Paket-Box und einen Radraum mit 136 Plätzen hat. Für die Mieter soll es auf Wunsch spezielle Angebote wie „Morgen-Yoga, Comedy, kleine Konzerte und Sommer-Grillabende auf der Dachterrasse geben“, so der Geschäftsführer. Grimm sagt: „Wir sind sicher, dass das hier sehr kommunikativ wird.“
Für Ralph Wilken, den Leiter der Wirtschaftsförderung, „zahlt das neue Quartier zwischen Haarenstraße und Abraham auf unsere Innenstadtstrategie ein – mit dem Mix von Handel, Wohnen, Arbeiten und Leben in der Stadt ist es ein gutes Beispiel“.
