Oldenburg - Der September war in Oldenburg vom Wahlkampf um den Posten des Oberbürgermeisters gekennzeichnet. Bei der Stichwahl am 26. September hatten die Oldenburger die Wahl zwischen Amtsinhaber Jürgen Krogmann und Herausforderer Daniel Fuhrhop.
Spannender Wahlsonntag
Nach einem spannenden Wahlsonntag stand dann fest: Jürgen Krogmann ist in Oldenburg ein Eintrag in die Geschichtsbücher der Stadt gewiss: Nach Hans Fleischer (1956 bis 1961 und 1964 bis 1981) ist mit Jürgen Krogmann (SPD) ein amtierender Oberbürgermeister wiedergewählt worden – mit deutlichem Vorsprung zwar, aber weit entfernt von einem Erdrutschsieg. Nach Auszählung aller Wahllokale kam der Amtsinhaber nach dem vorläufigen Endergebnis auf 54,07 Prozent der Stimmen. Sein Herausforderer Daniel Fuhrhop lag bei 45,93 Prozent.
Neue Blitzer: Die Stadt Oldenburg hat an mehreren Standorten im Stadtgebietneue, festinstallierte Blitzer-Anlagen aufgestellt. Die modernen Blitzer werden nicht nur zu Geschwindigkeitsmessung eingesetzt, sondern lösen auch aus, wenn Fahrzeuge über Rot fahren. Zwei der Blitzer-Säulen stehen an der Kreuzung Huntestraße/Amalienstraße sowie unter der Autobahnbrücke (A28) an der Cloppenburger Straße. An der Kreuzung Bremer Heerstraße/Müllersweg in Tweelbäke wurde die dritte Rotlichtüberwachungsanlage mit Geschwindigkeitsmessung installiert, die Kreuzung gilt als Unfallschwerpunkt.
Ersatz für den Kramermarkt: Der Oldenburger Freizeitspaß „La Ola“ konnte zwar nicht mit der Dimension des Oldenburger Kramermarktes mithalten, aber die aufgebotenen Fahrgeschäfte konnten sich sehen lassen: So wurden dieses Mal Schausteller gewonnen, die normalerweise mit ihren Fahrgeschäften nur bei Großveranstaltungen wie dem Münchner Oktoberfest zu finden sind. Nach der erneuten Corona bedingten Absage der Großveranstaltungen wurden die Fahrgeschäfte in Oldenburg aufgebaut.
Christopher Street Day: Bunt statt grau waren die Straßen Oldenburgs beim Christoper Street Day Nordwest: 6500 Menschen brachten mit ihrer Kleidung, vielen Plakaten und Fähnchen Farbe in das Stadtbild und setzten sich für Toleranz, Akzeptanz und Vielfalt ein. Angeführt von einem Umzugs-Wagen mit DJ und lauter Musik, machten die Teilnehmenden visuell und akustisch auf sich aufmerksam. Sie zogen von der Weser Ems Halle quer durch die Stadt, vorbei am Pferdemarkt und Lappan.
Der Sieg Krogmanns brachte die SPD in eine deutlich verbesserte Verhandlungsposition mit ihrem möglichen Partner im Stadtrat. Die Kommunalwahl am 12. September hatten die Grünen noch gegen die Sozialdemokraten gewonnen (31,19 Prozent zu 29 Prozent). Beide Parteien verfügen nach der OB-Wahl nun über jeweils 16 Sitze.
Mit dem Wahlergebnis war Krogmann sehr zufrieden. Offenbar hatte er auch tendenziell Grünen-Wähler angesprochen. „Zwei Jahre haben wir mit ,Fridays for Future’ diskutiert, rund 100 Beschlüsse gefasst“, bemerkte der OB dazu.
Als alter und neuer Oberbürgermeister formulierte Krogmann auch gleich Aufgaben für die Zukunft: So will er eine von ihm beobachtete Spaltung zwischen dem Bereich der Innenstadt inklusive des Uni-Umfelds und den restlichen Stadtteilen eindämmen. „Wir müssen uns wieder gemeinsam als Oldenburger aufstellen, so dass jeder das Gefühl hat, dass er mitgenommen wird.“
Energetische Sanierung
Aufgabe sei es auch, den Ratsbeschluss zur Klimaneutralität Oldenburgs bis 2035 umzusetzen. Die energetische Sanierung und der Ausbau der Schulen stehe nun ganz weit oben auf der Tagesordnung. Dort müssten vom Rat Beschlüsse über die Finanzierung der kostspieligen Maßnahmen gefasst werden.
Der von den Grünen unterstützte parteilose Daniel Fuhrhop richtete einen Glückwunsch an Krogmann aus. Persönlich im Wahlzentrum in der BBS3 trafen sie sich nicht. Er habe klare inhaltliche Unterschiede zu Krogmann aufgezeigt und dies auf seine Art rübergebracht. „Viele Leute fanden das offenbar ganz gut.“

