Oldenburg - „Romeo liebt Julia und Julia hat keine Lust“: Allein der Titel des Theaterstücks, das 1998 den Grundstein für das Jugendtheater „Rollentausch“ legte, verdeutlicht, worum es bei diesem Projekt geht: spannende gesellschaftliche Themen aufzugreifen und die aus der Perspektive von Jugendlichen zu bearbeiten. Nun, 25 Jahre später, beschäftigt die Jugend etwas ganz anderes als Liebe und Lust.
Die Katastrophe
„Der Tag, an dem RD fast gerettet wurde“, heißt das Stück zum Jubiläum. „RD“ ist ein Planet, und es geht um eine Katastrophe im Weltall. Dabei stehen bedrohte Insektenarten und ein sehr dominantes parasitäres Wesen im Zentrum der Forschung. Es zeigt sich, wie wichtig auch die kleinen Dinge im Leben sind. Das Jugendtheater Rollentausch und die Theater AG der IGS Kreyenbrück „blicken“ durch die Sinnesorgane von Aliens und mit viel Humor auf den Planeten RD, heißt es in der Beschreibung des Theaterstücks, das an diesem Donnerstag, 11. Mai, seine öffentliche Premiere feiert. Beginn ist um 19.30 Uhr im Theater Wrede+, Klävermannstraße 16.
Donnerstag, 11. Mai: 9.30 Uhr Schulaufführung; 19.30 Uhr öffentliche Premiere im Theater Wrede+, Klävemannstraße 16
Freitag,12. Mai: 9.30 Uhr Schulaufführung im Theater Wrede+, Klävemannstraße 16
Samstag, 10. Juni: 14 Uhr beim Blauschimmel-Festival der Blauen Künste, Halle der ehemaligen Gehwegreinigung, Klävemannstraße 9
Montag, 26. Juni: 18 Uhr beim Festival für junges Theater „Jugendtheatertage Oldenburg“, Exerzierhalle, Johannisstraße 6
Tickets: ticket@jugendkulturarbeit.eu
Kontakt: j.kowollik@jugendkulturarbeit.eu
Das Netzwerk
Gegründet wurde das Jugendtheater „Rollentausch“ von dem Diplom- und Theaterpädagogen Jörg Kowollik. Er erinnert sich: „Anlass war die erfolgreiche Arbeit des von Dettmar Koch gegründeten ersten Stadtteil-Jugendtheaters ,Kurlandtheater' im Kulturzentrum Rennplatz in Ohmstede. Darauf hin kam die damalige Leiterin der Freizeitstätte Bümmerstede, Anne Thein, auf mich zu und wollte auch ,so was’ haben.“ Mit einem Ferienworkshop ging es los. Danach wurde regelmäßig geprobt, denn die Jugendlichen wollten alle weiter machen.
Jörg Kowollik, Gründer des Jugendtheaters „Rollentausch“, koordiniert eine der Geschäftsleitungen des Vereins Jugendkulturarbeit e.V. das Theaterpädagogisches Zentrum und die kulturellen Bildungsangebote des Vereins.
„In die Stadtteile zu gehen war von jeher unsere Ausrichtung, da wir ,Theater für alle’ anbieten wollten und so auch Kinder und Jugendliche erreichen konnten, die ansonsten mit den damals noch sehr zentrumsorientierten Kulturangeboten nicht in Kontakt kamen“, erklärt Kowollik. Seit 2005 probt das Jugendtheater in der Freizeitstätte Kreyenbrück. Es kooperiert mit der IGS Kreyenbrück. Seit vielen Jahren ist es Teil des Netzwerkes des Vereins Jugendkulturarbeit, wo Jörg Kowollik zur Geschäftsführung gehört. Über den Verein werden Fahrten zu Theateraufführungen, zu Workshops und ins europäische Ausland organisiert.
Die Ehemaligen
Das Jugendtheater hat inzwischen 26 Theaterstücke und zahlreiche Performances entwickelt und vor sehr vielen Jugendlichen aus dem Stadtteil und darüber hinaus aufgeführt. Seit der Gründung sind etwa 150 Jugendliche bei „Rollentausch“ gewesen; enige nur eine Saison, andere mehrere Jahre. Jörg Kowollik erzählt: „Viele Ehemalige treffen sich auch heute noch – inzwischen oftmals im Beruf und zum Teil mit Kindern. „Es freut mich natürlich besonders, wenn ich dann ab und zu besonderen Festen wie zum Beispiel Hochzeiten eingeladen werde. Eine ehemalige Spielerin, Chadia Bambanza, ist im Vorstand von Jugendkulturarbeit e.V. aktiv.“
Der Schauspieler Orhan Müstak sammelt als Schüler erste Schauspielerfahrung bei „Rollentausch“.
Das Theaterspielen gibt den Jugendlichen viel. Dazu wurde ein Film gedreht, mit dem Titel „Der Spaß des Lebens“. Dort kommt auch Orhan Müstak zu Wort. Er sammelte als Schüler erste Schauspielerfahrung bei „Rollentausch“, heute ist er diplomierter Schauspieler, hat auf Theaterbühnen (z.B. Ohnsorg Theater) und diversen TV-Serien (zum Beispiel Danni Lowinski, SOKO München, SOKO Hamburg, Die Kanzlei) gespielt.
Der 39-Jährige blickt dankbar auf seine Zeit in Oldenburg zurück und auf die Menschen im Jugendtheater, die sein Leben größtenteils beeinflusst haben, wie er sagt.
