Oldenburg - Seit etwas mehr als 20 Jahren gibt es das Oldenburger Kino „Cine k“. Es hat sich in der Vergangenheit einen Namen gemacht und wurde mehrfach für sein „herausragendes Programm“ ausgezeichnet. Gezeigt werden hier ausgewählte Filme abseits des Mainstreams, die meist mehr als nur unterhalten wollen. Darüber hinaus sucht das Team auch den inhaltlichen Austausch mit dem Publikum und kooperiert mit Personen, Gruppen oder Organisationen aus Oldenburg und umzu, die sich in verschiedenen Formaten in das Programm einbringen können und dadurch sichtbarer werden. Einem breiten Publikum bekannt sein dürfte außerdem das „Sommer-Kino“, das das Team im Hof der Kulturetage veranstaltet.
„Leider funktioniert unser Konzept nicht mehr in der aktuellen Form. Wir müssen neue Wege beschreiten, wenn wir als Kino überleben wollen“, sagt Marion Fittje, die das Cine k zusammen mit Wolfgang Bruch betreibt. Dabei zeichnete sich vor wenigen Jahren noch ein ganz anderer Weg ab.
Negative Entwicklung
Das Cine k hat einen Förderverein, der die Einrichtung auf unterschiedlichen Wegen unterstützt.
Der Regelbeitrag für Mitglieder liegt bei 60 Euro pro Jahr, der Mindestbeitrag bei 20 Euro.
Am Dienstag, 31. November, lädt der Verein zum jährlichen Herbstfest. Dabei gibt es viele Leckereien, ein Kinoquiz und die Präsentation des Films „Hugo Cabret“ (2011), bei dem Martin Scorsese Regie geführt hat. Der Eintritt ist frei, Tickets können über die Homepage des Cine k gebucht werden. Die Vorführung beginnt um 18.30 Uhr.
Wer Mitglied im Förderverein werden möchte oder sich über weitere Wege informieren will, wie das Cine k unterstützt werden kann, findet alle nötigen Informationen auf der Homepage des Kinos im Internet:
„Wir hatten 2019 unser erfolgreichstes Jahr überhaupt. Danach gab es gleich mehrere negative Entwicklungen, die uns sehr zugesetzt haben“, sagt Bruch. Die Corona-Pandemie sei dabei nur der Anfang und durch die gezahlten Corona-Hilfen noch tragbar gewesen. In der Folge seien aber weniger Gäste ins Kino gekommen – ein Trend, der bis heute andauere. „Die Menschen haben in der Pandemie Streamingdienste und Mediatheken für sich entdeckt. Hinzu kommt, dass ein Kinobesuch durch die gestiegene Inflation deutlich teurer geworden ist“, erklärt Bruch die Situation weiter.
„Parallel dazu sind unsere Betriebs-, Personal- und Mietkosten gestiegen“, ergänzt seine Geschäftspartnerin. Darüber hinaus fehle derzeit eine wichtige Einnahmequelle. „Wir betreiben auch die Kino- und Theater-Gastronomie in der Kulturetage. Allerdings strukturiert sich das Theater k mit seiner Bürgerbühne gerade um und hat deshalb weniger Aufführungen im Programm, so dass wir auf diesem Weg weniger Geld einnehmen.“ Hinter den Erwartungen zurückgeblieben seien in diesem Jahr leider auch die Einnahmen aus dem Sommer-Kino, weil das Wetter alles andere als sommerlich gewesen sei.
Gegenmaßnahmen
Auch wenn die Situation für das Cine k schlecht steht, hat das Team Maßnahmen ergriffen, um das drohende Aus abzuwenden. Ein Ansatzpunkt ist die Neugestaltung der aktuell praktizierten Doppelstruktur zwischen dem Cine k und dem Verein „Medienbüro“ für Filmbildung. „Das Cine k ist aus dem Medienbüro hervorgegangen und seit 2013 eine Gesellschaft bürgerlichen Rechts. Wir haben das damals in Absprache mit der Stadt so gemacht, um Mittel aus der Wirtschaftsförderung zu erhalten, um die Digitalisierung und den Umbau des Kinos zu finanzieren“, erläutert Bruch. Mit den Einnahmen des Kinos sei dann auch ein Teil der Arbeit des Medienbüros mitfinanziert worden.
„Weil das Modell nicht mehr funktioniert, soll ein Teil der kulturellen Arbeit des Cine k ab 2024 wieder über das Medienbüro laufen. Deshalb haben wir einen Antrag bei der Stadt gestellt, die kulturelle Förderung des Medienbüros auf gut 300.000 Euro zu erhöhen“, erklärt Bruch weiter. Denn das Programm des Cine k habe einen deutlichen kulturellen Schwerpunkt und brauche daher auch eine strukturelle Förderung, ähnlich wie Museen oder Theater.
Zwei Wege
Für die Arbeit im Cine k ergeben sich damit für die Zukunft zwei mögliche Wege: „Wenn wir die Förderung wie beantragt erhalten, kann der Kinobetrieb in neu strukturierter Form weiterlaufen und würde noch akzentuierter gestaltet. Zusätzlich könnten die gut laufenden Events und Kooperationen ausgebaut werden, auch wenn die Planung zeitintensiv ist“, sagt Marion Fittje. Ein Beispiel für eine solche erfolgreiche Kooperation ist die Tacheles-Filmreihe, in der jüdisches Kino gezeigt wird.
Ohne die Förderung oder einen Sponsor könnte das wöchentliche Programm in der aktuellen Form nicht fortgesetzt werden. Die Anzahl der Kooperationen müsste zudem reduziert werden.
