Oldenburg - Der Oldenburger Kultursommer ist bekannt für seine Vielfalt. Zahlreiche nationale und internationale Künstler sind in der Vergangenheit in die Stadt gekommen und haben das Publikum am Schloss mit ihren Auftritten begeistert. In diesem Jahr erhält die Veranstaltung allerdings einen lokaleren Anstrich. Verantwortlich dafür sind Künstler(gruppen), die sich beim Bandcontest, den die Kulturetage in Zusammenarbeit mit dem Oldenburger Studentenwerk und dem Asta der Universität Oldenburg veranstaltet hat, durchsetzen konnten.
Der Kultursommer läuft in diesem Jahr vom 22. bis 31. Juli.
Veranstaltungsort ist wieder der Oldenburger Schlossplatz.
Ein musikalisches Programm wird es an allen Kultursommer-Tagen geben. Bisher ist aber nur eine kleine Auswahl davon veröffentlicht worden. Weitere Ankündigungen sollen in der kommenden Woche folgen.
„Damit entwickeln wir den Kultursommer in eine Richtung mit stärkerem Blick auf den Nachwuchs weiter, ohne das Erfolgsrezept entscheidend zu verändern“, sagt Bettina Stiller von der Kulturetage. Und die jungen Künstler haben die Veranstalter nachhaltig überzeugt. Eigentlich sollte nur eine Band den Wettbewerb gewinnen. „Als wir die Abstimmungsergebnisse hatten und uns die Videos angesehen haben, fanden wir die drei Bands mit den meisten Stimmen so gut, dass wir allen die Möglichkeit geben wollten, auf dem Kultursommer zu spielen“, berichtet Stiller weiter.
„Die Resonanz auf den Wettbewerb, der sich gezielt an Studenten gerichtet hat, war riesig“, freute sich Kira Stanek vom Asta bei der Bekanntgabe der Bands am Montag. Mehrere hunderte Studenten hätten sich an der Abstimmung beteiligt. Bei einem Treffen in der Kulturetage hatten die gewählten Künstler jetzt die Möglichkeit, sich vorzustellen. Gleichzeitig wurden die Haupt-Acts für die drei Veranstaltungstage bekannt gegeben, an denen der Bandnachwuchs auftreten wird.
Montag, 25. Juli
Progressiver alternativer Rock ist die Musik, mit der die Band „Psychic Primate“ überzeugen konnte. Nils Brandenburg, Tristan Ortland und Matti Kutzner haben im vergangenen September ihr erstes Album veröffentlicht und freuen sich, jetzt endlich auch vor einem großen Publikum spielen zu können. „Dazu gab es in der Vergangenheit ja nicht gerade viele Möglichkeiten“, so Brandenburg.
Haupt-Act an diesem Abend sind die „Sons of the East“. Die australische Indie-Folk-Band hat gerade erst ihre neue Single „On my Way“ veröffentlicht und nach ausverkauften Touren in mehreren Ländern Fans auf der ganzen Welt.
Dienstag, 26. Juli
„Curly Fries“ wurde gerade erst gegründet worden und erhielt in der Abstimmung die meisten Stimmen – vielleicht auch, weil viele Studenten sich mit der Musik identifizieren konnten. Denn die Inspiration für die Songs der drei Musiker ist ihr studentischer Alltag. Das fängt schon beim Namen an, denn die „Curly Fries“ (deutsch: gewundene Fritten) sind ein beliebtes Essen in der Uni-Mensa.
In ihrem Lied „HaferCappu“ thematisieren Richard Kachel, Kikan Nelle und Arne Goerlitz die Prokrastination – das Aufschieben dringender Aufgaben – das beinahe jedem Studenten ein Begriff sein sollte. Musikalisch können sich Besucher beim Auftritt auf Indie-Rock mit deutschen Texten freuen.
Weiter geht es an dem Abend mit dem Elektro-Musiker Dadi Freyr, der aus Island stammt, aber in Berlin lebt. Einer breiten Öffentlichkeit wurde der Musiker durch seine Teilnahme am ESC 2020 mit dem Song „Think About Things“ bekannt.
Mittwoch, 27. Juli
Einen außergewöhnlichen Ansatz für seine Musik hat Keno Rott gewählt. Als „Vault Kid“ arbeitet er mit einem Gameboy vom japanischen Hersteller Nintendo. Damit macht er sogenannte 8-Bit-Musik, die insbesondere Fans des Videospielgeräts, das in den 90er-Jahren Kultstatus erlangt hat, begeistern dürfte.
Im Anschluss spielt die japanische Band „Minyo Crusaders“, die eigentlich schon 2020 auf dem Kultursommer auftreten sollte. Auch ihre Musik ist außergewöhnlich: Die Musiker verbinden in ihren Songs traditionelle japanische Folk-Songs mit Latin- und Carribean-Rhythmen oder Reggae.
