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Traum in London erfüllt Tower Bridge öffnet sich exklusiv für Oldenburger Segler

Die Tower Bridge in London.

Die Tower Bridge in London.

IMAGO / Wirestock

Oldenburg/London - Noch immer liegt ein zufriedenes Strahlen auf Uwe Rövers Gesicht, wenn er von seinem jüngsten Segelabenteuer erzählt. Der Oldenburger ist gerade von einem Törn vom niederländischen Workum nach London zurückgekehrt. In Englands Hauptstadt wurde für seine Segelyacht, die Jester, die Tower Bridge geöffnet. „Das war ein ganz besonderes Erlebnis“, schwärmt der 72-Jährige. Denn: Die Öffnung der Tower Bridge ist überwiegend großen Passagierschiffen vorbehalten. Eine Sonderöffnung ist eine seltene Ausnahme. Sie muss Monate zuvor offiziell beantragt werden, nur aus speziellen Gründen wird die Klappbrücke dann auch für Privatleute geöffnet. „Offensichtlich hat die Begründung, die ich in meinem Antrag angegeben habe, funktioniert“, freut Uwe Röver sich augenzwinkernd, ohne zu verraten, wie er die Londoner Behörde überzeugen konnte.

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Auflaufendes Wasser nutzen

Gemeinsam mit zwei Freunden und seinem Bruder war Röver von seinem Heimathafen Workum aus in See gestochen. Über das Ijsselmeer, durch die Schleuse von Den Oever, entlang der holländischen, belgischen und französischen Küste bis ins britische Ramsgate an der schmalsten Stelle des Ärmelkanals führte die Route. Dort hätte die Crew gern übernachtet, doch die Zeit lief: Nur mit der Tide konnte das Schiff am nächsten Tag durch die Themse in die englische Hauptstadt gelangen. „Wir mussten das auflaufende Wasser nutzen, gegen den Strom hätten wir es nicht bis London geschafft“, erklärt der Segler.

Vier, die es geschafft haben: Uwe (2. von rechts) mit Klaus-Eckhard Dausch, Martin de Jong und Jörg Röver.

Vier, die es geschafft haben: Uwe (2. von rechts) mit Klaus-Eckhard Dausch, Martin de Jong und Jörg Röver.

Q wie Quarantäne

Vor der englischen Küste machte sich der Brexit bemerkbar: Seit das Vereinigte Königreich aus der Europäischen Union ausgetreten ist, müssen Schiffe bei Erreichen der Zwölf-Meilen-Zone eine gelbe Flagge hissen. Im Flaggen-Alphabeth steht sie für Q wie Quarantäne. Schiffsbesatzungen zeigen damit an, dass sie frei von ansteckenden Krankheiten sind, keine Waren einführen und auch niemanden einschmuggeln – der Anlass für Letzteres ist hochaktuell und brisant: „Über UKW-Seefunk warnte die britische Küstenwache in der Nacht, man solle auf kleine, unbeleuchtete Boote achten: Flüchtlinge, die versuchten, von Frankreich nach England zu kommen.“

Die letzte Etappe

In tiefer Nacht, bei Sturm und starkem Wellengang erreichte die Mannschaft schließlich Ramsgate. „Diese Bedingungen waren nicht ohne, die Wellen rauschten über Bord“, gibt der erfahrene Segler zu, der als Zwölfjähriger auf dem Zwischenahner Meer den Wassersport für sich entdeckte („Obwohl ich gleich am ersten Tag gekentert bin“, erinnert Röver sich lachend). Von Ramsgate aus ging es sofort weiter nach Queensborough an der Themsemündung. Vier Stunden Schlaf, ehe die letzte Etappe begann: 117 Kilometer bis nach London lagen am nächsten Morgen vor der Mannschaft. Um Punkt 18.45 würde sich die Tower Bridge für sie öffnen. Vorbei an malerischen Landschaften und Industriebrachen, bis schließlich die ersten Bauten der Metropole näher kamen. „Die Themse verläuft kurvenreich, sodass die Tower Bridge unvermittelt auftaucht – großartig“, schildert er. Die Mannschaft war gut in der Zeit, kreiste noch eine Weile vor dem ehrwürdigen Bauwerk, ehe sich die Brückenflügel langsam hoben – nur für die Jester. Oder zumindest doch fast exklusiv: Ein anderer Segler, der im Hafen Saint Katharine – dort hatte die Crew übernachtet – von dem Törn erfahren hatte, begleitete die Yacht spontan. „Aber wir waren die ersten, die durchfahren durften. Das war ein unglaubliches Gefühl“, ist Röver noch immer beseelt.

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Die Tower Bridge

1894 wurde die Tower Bridge nach achtjähriger Bauzeit eröffnet. Sie ist eine im neugotischen Stil errichtete Klappbrücke. Am Nordufer befinden sich der Tower of London und die St Katharine Docks, am Südufer die City Hall.

Die beiden Flügel der Tower Bridge werden immer nur so weit geöffnet, wie es für die Passage des jeweiligen Schiffes erforderlich ist. Da die Themse im Stadtgebiet hauptsächlich touristisch genutzt wird, muss die Brücke immer seltener hochgeklappt werden. Doch auch heute noch haben Schiffe Vorrang vor dem Straßenverkehr – und das, obwohl die Brücke von rund 40.000 Fahrzeugen täglich genutzt wird.

Nur in Ausnahmefällen und aus zeremoniellen Gründen wird die Brücke auch für kleinere Schiffe voll geöffnet. Dies gilt als ganz besondere Ehre – etwa für den Trauerzug von Sir Winston Churchill 1965, bei der Heimkehr von Francis Chichester nach seiner Einhand-Weltumsegelung 1967 sowie während der Parade auf der Themse anlässlich des 60. Thronjubiläums von Königin Elisabeth II.

 

Anke Brockmeyer
Anke Brockmeyer Reportage-Redaktion
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