Oldenburg/Jaderberg - Das Gebäude sieht dem Oldenburger Schloss ziemlich ähnlich. Es ist allerdings eckiger als das Wahrzeichen der Stadt. Bei genauerem Hinsehen erkennt man, dass es sich aus vielen Würfeln zusammensetzt. Überhaupt besteht die ganze Umgebung nur aus Kuben.
Das auffällige eckige Bauwerk ist ein virtueller Nachbau des Oldenburger Schlosses. Es ist Teil des Computerspiels Minecraft, das meistverkaufte Computerspiel weltweit (238 Millionen Verkäufe). Bei diesem können die Spieler aus Blöcken, die unterschiedliche Rohstoffe darstellen, eine eigene Welt aufbauen. Ein Zusammenschluss aus Spielern hat sich dabei vor einigen Jahren ein Ziel gesetzt: Man will die ganze echte Welt digital in Minecraft nachbauen. „Build the Earth Germany“ („Bau die Welt – Deutschland“) heißt ein Ableger dieses Projekts, der sich den Nachbau von ganz Deutschland vorgenommen hat.
Mareike Backhaus BILD: Privat
„Teil von etwas Großem“
Daran beteiligt ist auch Mareike Backhaus. Die Schülerin aus Jaderberg ist leidenschaftliche Minecraft-Spielerin und arbeitet daran mit, Oldenburg und die Region in dem Spiel nachzubauen. Das Schloss ist eines ihrer Werke, die sie im virtuellen Oldenburg errichtet hat. Zu ihren weiteren Nachbauten gehören beispielsweise auch das OLantis und Teile ihrer Heimat Jaderberg.
„Es ist ein schönes Gefühl, Teil von etwas Großem zu sein“, erklärt die 17-Jährige ihre Motivation. Für sie ist das Projekt zu einem Hobby geworden. Gerade in Zeiten des Corona-Lockdowns hat sie darin eine Möglichkeit gefunden, auch von Zuhause aus Teil einer Gemeinschaft mit gemeinsamem Interesse zu werden.
Das Oldenburger Gerichtsviertel – in Minecraft nachgebaut BILD: Mareike Backhaus
Kein einfacher Aufbau
Ein Bauwerk wie das Oldenburger Schloss lasse sich indes auch im Spiel „nicht mal eben so“ aufbauen, erklärt die Schülerin. Um den Nachbau der Welt so realistisch wie möglich zu gestalten, müssen zuerst die Koordinaten des Nachbaus möglichst exakt an die des echten Schlosses angepasst werden. Als Vorlage für den virtuellen Bau halten meist Fotos her, die entweder im Internet gesucht oder selbst vor Ort gemacht werden.
Da nur mit Würfeln gebaut wird, bereiten gerade die Rundungen und kleineren Details des Schlosses Schwierigkeiten. Die Spielerin musste hier besonders kreativ werden, um dem realen Vorbild so nah wie möglich zu kommen. Die Würfel, aus denen gebaut wird, stellen im Spiel unterschiedliche Materialien dar. Um den realen Vorbildern möglichst ähnlich zu sehen, ist das Material weniger entscheidend als die möglichst übereinstimmende Farbe. „Das Schloss ist so gesehen aus Sand gebaut“, erklärt Mareike Backhaus. Für die Fertigstellung des Schlosses hat sie insgesamt eine Woche gebraucht, wobei ihr auch ein Freund zur Hilfe kam.
Noch in Arbeit: Ein virtueller Nachbau der Lamberti-Kirche
Viel Zuspruch
Für das Ergebnis hat die Schülerin viel Zuspruch bekommen. Andere Minecraft-Spieler zeigten sich insbesondere fasziniert, wie detailgetreu der Nachbau ist – obwohl das Baumaterial nur aus Würfeln besteht. Es ist sogar Teil eines Youtube-Videos, in dem das Projekt „Build the Earth Germany“ erklärt wird.
Lambertikirche im Bau
Neben Mareike Backhaus gibt es auch noch andere Spieler, die sich am virtuellen Bau von Oldenburg beteiligen. Trotzdem ist man noch ein gutes Stück davon entfernt, die ganze Stadt fertiggestellt zu haben. Das hält Mareike jedoch nicht davon ab, sich diesem Ziel weiter zu nähern. Im Moment arbeitet sie an einem Nachbau der Lambertikirche. Bald soll es dann möglich sein, einen virtuellen Rundgang durch ein Oldenburg aus Würfeln zu machen.
