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Das ist „Turm Sahne“ So wurde Oldenburg mit „allererster Sahne“ Marktführer

Zum Jubiläum der Jubiläums-Bus: Oberbürgermeister Jürgen Krogmann und Turm-Sahne-Geschäftsführer Andreas Kröber stellten den dekorierten Turm-Sahne-Bus von 1961 auf dem Schlossplatz vor.

Zum Jubiläum der Jubiläums-Bus: Oberbürgermeister Jürgen Krogmann und Turm-Sahne-Geschäftsführer Andreas Kröber stellten den dekorierten Turm-Sahne-Bus von 1961 auf dem Schlossplatz vor.

Torsten von Reeken

Oldenburg - Schön, dass Turm Sahne neben den Karamellen auch noch Kaffeesahne macht, könnte der umzugs-begeisterte Oldenburger Kramermarktfan sagen. Tatsächlich ist es andersherum. 74 Millionen Flaschen von 100 bis 500 ml hat Turm Sahne 2023 unter seinem Motto „Allererste Sahne“ abgefüllt – mit einem Umsatz von 47 Millionen Euro. Die Spezialisten für die Herstellung und den Vertrieb von sterilisierter Kaffeesahne in Glasflaschen sind in diesem Segment europaweit Marktführer, in Deutschland mit einem Anteil von 44 Prozent – auch über Handelsmarken, auf denen nicht immer Turm Sahne steht.

Die Idee

Aber nicht nur das macht gute Kaffeesahnelaune am Westerender Weg: Das Oldenburger Unternehmen, das heute für Kaffeewölkchen, Kaffeesahne, Schlagsahne, Kondensmilch, Milch und Milchmischgetränke mit Kakao-, Erdbeer-, Banane- und Vanillegeschmack insbesondere in Glasflaschen steht, feiert in diesem Jahr sein 75-jähriges Bestehen.

Die Geschichte der Turm-Sahne GmbH, die von Ohmstede aus mit ihren sterilisierten Milchprodukten in mehr als 40 Ländern aktiv ist, startete 1949. Die Brüder Alfred und Dr. Engelhard Loesing entwickelten mit dem Molkereigeschäftsführer Walter Gloor die Idee, Glas als Verpackungsmaterial für Milch und Sahneprodukte zu nutzen. In der Hindenburg-Kaserne an der Cloppenburger Straße gründeten sie das „Oldenburger Dauersahne- und Süßwarenwerk“ als GmbH – mit der Produktion von 10-prozentiger Kaffeesahne in der 100-g-Glasflasche. In der Folge entstand 1951 auch die besondere Oldenburger Sahnespezialität: die Turm-Sahnekaramelle, nach und nach in vielen Variationen, heute eine kleine, klebrig-süße Ikone.

Die Eigentümer

Vor 30 Jahren bezogen die Sahne-Experten das Werk im Westerender Weg, „weil der Standort des Geländes der Molkerei Ammerland optimale Bedingungen bot“, so das Unternehmen, das den direkteren Weg der Milch von der Molkerei zur Produktionsanlage bei Turm-Sahne wollte. Schon kurz nach der Gründung war der Betrieb an die Emsstraße im südlichen Hafenbereich gezogen, 1994 der Umzug nach Ohmstede.

Fünf Jahre später gingen mit der Fusion der Nordmilch eG Zeven und der MZO zur Nordmilch eG die Anteile im Verhältnis zwei Drittel zu einem Drittel auf die Nordmilch (seit 2011 DMK Deutsches Milchkontor) und die Molkerei Ammerland über. Vor sechs Jahren hat Turm-Sahne den Sterilgetränke-Bereich der Immergut GmbH übernommen. Seitdem wird in Ohmstede mit 75 Mitarbeitern im Drei-Schicht-Betrieb gearbeitet.

Die Produkte

Mehr als 200 Produkte zählt der Katalog heute. Den Schritt in andere Molkerei-Produktbereiche habe man bewusst nie in Erwägung gezogen, sagt Kevin Ahlmeier aus der Produktentwicklung: „Wir sind unserer Linie treu geblieben, weil unsere Glasflaschenprodukte ein langes Mindesthaltbarkeitsdatum haben und einfach zu lagern sind. Deshalb gibt es von uns beispielsweise keinen Joghurt.“

Der Preis

Passend zum Feierjahr haben die Oldenburger gerade erst wieder – und zum neunten Mal – auf dem Berliner Milchforum den Bundesehrenpreis des Ernährungs- und Landwirtschaftsministeriums erhalten, in Silber (Gold ist erst ab der elften Auszeichnung möglich). Bundesminister Cem Özdemir sagte, erfolgreiche Unternehmen wie Turm Sahne zeichne nicht nur die Qualität ihrer Produkte aus, sie schafften auch beliebte Arbeitsplätze und brächten Wertschöpfung in die Stadt. Die neun Gewinner von Gold bis Bronze hatten sich im Vorjahr mit den besten Testergebnissen bei den Qualitätsprüfungen der DLG durchgesetzt. Der Bundesehrenpreis ist die höchste Ehrung, die ein Unternehmen der Milchwirtschaft erhalten kann.

Das Jubiläum

Übers ganze Jahr wird das Unternehmen jetzt das Jubiläum feiern, vor allem mit den Mitarbeitern – einschließlich der Pflanzung von 75 Bäumen und Sträuchern auf einer Brache im Stadtnorden. „Für diese Aktion haben wir uns entschieden, weil wir so unsere Verbundenheit zur Stadt ausdrücken wollen, aber auch weil wir als Tochterunternehmen zweier großer Molkereien eine besondere Verbindung zur Landwirtschaft und Natur haben“, sagt Julia Anter, Bereichsleiterin Vertrieb, Marketing und Logistik.

Präsent sein wollen die „Sahnigen“ anlässlich des „75-Jährigen“ aber auch schon beim Brunnenlauf in Eversten, auf den Landtagen Nord und überall, wo es sich anbietet mit ihrem charmanten Turm-Sahne-Bus von 1961 – und neuerdings auch täglich wieder im Oldenburger Stadtverkehr mit einem Jubiläums-Bus der VWG.

Karsten Röhr
Karsten Röhr Redaktion Oldenburg
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