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Oldenburger Verein hilft in Sierra Leone Spendenrückgang bringt Krankenhaus in Existenznot

Die Drillinge haben keine Mutter mehr und werden im Krankenhaus des Oldenburger Vereins versorgt.

Die Drillinge haben keine Mutter mehr und werden im Krankenhaus des Oldenburger Vereins versorgt.

Verein

Oldenburg - Seit 34 Jahren besteht zwischen der Stadt Bo in Sierra Leone und Oldenburg eine besondere Verbindung. Der Verein Hilfe Direkt betreibt dort ein Krankenhaus und eine Schule. Damit könnte es im schlimmsten Fall bald vorbei sein.

„Wir können die Mitarbeiter vor Ort schon jetzt kaum mehr bezahlen. Der Verein steht vor dem Aus“, sagt Dr. Manfred Meyer. Der Grund dafür seien fehlende Spenden. „Wir haben keine großen Sponsoren und haben aufgrund der Corona-Pandemie und des Krieges in der Ukraine leider kaum Spenden eingenommen.“ Ohne diese Gelder aber können das Krankenhaus und die Schule, beides komplett vom Oldenburger Verein aufgebaut, nicht mehr lange weiterbetrieben werden.

Drei Babys ohne Mutter

An ein Schicksal denkt Manfred Meyer in den letzten Wochen dabei besonders: Im Krankenhaus sind im Oktober Drillinge zur Welt gekommen. Bei der Geburt ist ihre Mutter tragisch verstorben. „Nun kümmern sich unsere Leute vor Ort um die Kinder. Sie versuchen, genug Milchpulver zu bekommen. Die Zukunft aber ist ungewiss“, erzählt der 82-Jährige.

Er und seine Vereinskollegen wünschen sich, dass sich Paten für die zwei Mädchen und den Jungen finden lassen. „Das würde zwischen 30 und 60 Euro im Monat kosten. Mit einer solchen Patenschaft werden die Kinder mit dem Lebensnotwendigen versorgt und erhalten eine Schulbildung.“ Der Kontakt zu den Menschen vor Ort ist sehr eng. Auch Manfred Meyer, Zahnarzt im Ruhestand, fährt jedes Jahr für zwei Monate nach Sierra Leone und versorgt die Menschen medizinisch.

Schon im Juli dieses Jahres hatte Gisela Bednarek einen Brandbrief an die Vereinsmitglieder geschrieben. Aufgrund der fehlenden Spenden konnte kein medizinisches Material eingekauft werden. Die 76-Jährige beschreibt eine verzweifelte Lage in Sierra Leone. Auch dort steigen die Lebenshaltungskosten.

„Die Patienten sterben“

„Erwachsene und Kinder verhungern. Patienten kommen aus Geldmangel viel zu spät ins Krankenhaus. Ich habe bei meinem letzten Aufenthalt aus diesem Grund sechs Erwachsene und einen sechsjährigen Jungen sterben sehen“, berichtet sie tief getroffen. Ein großes Problem sei auch, dass die Preise auf dem Schwarzmarkt stark gestiegen seien. „Zum Beispiel für Benzin. Das brauchen wir aber für unseren Generator für die Operationssäle. Wenn das Benzin fehlt und nicht operiert werden kann, sterben die Patienten.“ Auch die Solaranlage könne nicht repariert werden, weil kein Geld für Ersatzteile da ist.

Lebenswerk in Gefahr

Gisela Bednarek, die sich seit 1988 in Sierra Leone engagiert und dafür einen Bundesverdienstorden erhalten hat, blickt mit großer Sorge auf ihr Lebenswerk. „Wir hangeln uns von Monat zu Monat. Wir brauchen ganz dringend neue Patenschaften für das Krankenhaus, in dem wir auch viele Menschen behandeln, die kein Geld haben“, sagt sie.

Friederike Liebscher
Friederike Liebscher Redaktion Oldenburg
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