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Oldenburger Verein in Sierra Leone Diese Hilfe ist nah dran an den Menschen und braucht selber Hilfe

Oldenburger Arzt hilft in Sierra Leone: Dr. Henning Ritter hat diesem Kind auf die Welt geholfen. Dessen Mutter bedankt sich bei ihm.

Oldenburger Arzt hilft in Sierra Leone: Dr. Henning Ritter hat diesem Kind auf die Welt geholfen. Dessen Mutter bedankt sich bei ihm.

privat

Oldenburg - Ob Gisela Bednarek ihre blaue Arbeitslatzhose trägt oder medizinische Schutzkleidung: Es geht immer um Hilfe für Sierra Leone. Vor 35 Jahren hat die Oldenburgerin mit ihrem Engagement für das westafrikanische Land begonnen. Aus ihrer Privatinitiative „Hilfe direkt“ wurde schließlich ein Verein mit dem langen Namen „Hilfe direkt Oldenburg-Sierra Leone/West-Afrika, Verein zur Förderung interkultureller Begegnung VIB“. Aus Briefkontakten, Patenschaften und dem Containerversand mit Hilfsmitteln erwuchsen immer mehr Projekte. Die größten sind das Gila-Hospital in Bo und die Grassfield-Schule in Freetown. Doch ohne Hilfe kommt die Hilfe für Sierra Leone nun an ihre Grenzen.

Die Probleme

„Ohne Hilfe werden wir es nicht schaffen, unsere Projekte vernünftig weiterführen zu können“, fasst Gisela Bednarek die Situation zum Jahresende zusammen. Die Lage in dem Land sei überaus schlecht. Die Auswirkungen auf die Hauptprojekte schildert die 77-Jährige so: „Das Gila-Hospital kann sich aufgrund der Armut der Menschen nicht selbst tragen. Viele Menschen – auch ohne Geld in der Tasche – konnten geheilt beziehungsweise gerettet werden. Aber wie lange noch?“ Die Grassfield-Schule in der Hauptstadt verzeichne bei der Schulspeisung ein Minus von 2300 Euro (Stand: Ende Oktober). „Wenn wir hierfür keine weitere Unterstützung erhalten, werden wir die Schulspeisung leider ,verdünnen’ müssen.“ Die Schulspeisung werde zum Beispiel durch Gemeindemitglieder der St.-Christophorus-Kirche Oldenburg finanziert.

Positive Nachrichten

Wie direkt die Hilfe zwischen Oldenburg und Sierra Leone ist, zeigt sich auch am Beispiel von Dr. Henning Ritter. Der Facharzt für Gynäkologie und Geburtshilfe, der bis zu seinem Ruhestand im Jahr 2013 im Pius-Hospital stellvertretender Leiter der gynäkologischen Abteilung, Leiter des Brustzentrums und des gynäkologischen Krebszentrums war, engagiert sich hier. „In diesem Jahr hat Dr. Ritter uns wieder ehrenamtlich im Gila-Hospital unterstützt. Er hat mitgeteilt, dass er auch in 2024 wieder einsatzbereit ist“, freut sich Bednarek.

Für ein weiteres Jahr behandelt und operiert auch Dr. Kofi aus Ghana im Gila-Hospital. Manchmal schlüpft dann sogar Gisela Bednarek in medizinische Schutzkleidung, aber nur, um zu filmen. „Im Juli habe ich mal wieder eine Kaiserschnittentbindung von Zwillingen aufnehmen dürfen. Seitdem werde ich von Dr. Kofi und den Schwestern nur noch Dr. Gila genannt“, berichtet sie.

Zwei Frauen aus Oldenburg helfen auf ganz andere Weise. Bednarek: „Sie stricken weiterhin fleißig Jäckchen, Mützchen und Söckchen für Babys, weil sehr oft Mütter keine Anziehsachen für ihre Babys haben, sondern nur ein Einschlagtuch.“

Zu den positiven Nachrichten zählt auch die von der Wasserversorgung: Weil die kaputte Wasserpumpe ersetzt werden konnte, wird nun nicht nur das Gila-Hospital in Bo mit Wasser versorgt, sondern kostenlos auch viele Familien in der Nähe – an zwei Wasserstellen.

So kann man helfen

Unterstützung würden für die beiden Hauptprojekte benötigt sowie für Renovierungen und Reparaturen, betont Gisela Bednarek. Mittlerweile sei auch das Lager für Hilfsgüter auf dem Fliegerhorst wegen Abrisses der Halle gekündigt worden.

Die Oldenburgerin weist auf Veranstaltungen zugunsten des Vereins im Jahr 2024 hin: die Weltmusiknacht im Calesita (Kulturetage, Bahnhofstraße 11) am 17. Februar, 30. April, 21. September und 16. November, jeweils ab 20 Uhr; das Benefizkonzert in St. Christophorus, Brookweg 30, am 6. und 7. April, ab 17 Uhr.

Kontakt zum Verein per Mail an bednarek@hilfe-direkt.info, Tel. 0441/502285 und unter

Susanne Gloger
Susanne Gloger Redaktion Oldenburg
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