Die Oldenburgerin Lisa Dmitriew (32) ist Textildesignerin mit eigener Firma und lebt seit 2008 in der dänischen Hauptstadt Kopenhagen. Das Fahrrad genießt dort einen sehr hohen Stellenwert.

Frau Dmitriew, Kopenhagen gilt als eine der Fahrradhauptstädte Europas. Trifft das aus Ihrer Sicht zu?

DmitriewAbsolut. Im Berufsverkehr sind unglaublich viele Fahrradfahrer unterwegs. Vor der Pandemie waren es noch mehr. Da wird es manchmal schon richtig eng. Die meisten Menschen in meinem Umfeld haben auch ein Lastenrad und gar kein Auto mehr.

Sind die Radwege gepflastert oder asphaltiert?

DmitriewSie sind zum großen Teil asphaltiert. Ich denke auch, dass die meisten Kopenhagener erwarten, dass die Radwege mit dem bestmöglichen Untergrund gebaut werden. Es wurden zuletzt in der Innenstadt Fahrspuren für Autos reduziert, um die Radwege zu verbreitern, weil es zum Teil schon zu Fahrradstaus kam. Nun können drei Radfahrer bequem nebeneinander fahren. Außerdem werden Radschnellwege gebaut, damit man aus dem Umland besser in die Stadt kommt.

Wenn Sie die alte Heimat besuchen, ist Oldenburg für Sie eine Fahrradstadt?

DmitriewEs gibt schon große Unterschiede zu Kopenhagen. Ich habe zum Beispiel das Gefühl, dass sich bei uns mehr Radfahrer an die Regeln halten als in Oldenburg. Es gibt auch zusätzliche Handzeichen, zum Beispiel wenn man bremst. Im Vergleich zu anderen deutschen Städten ist Oldenburg aber auf jeden Fall eine Fahrradstadt. Auf Dauer fände ich es jedoch schon besser, wenn die Radwege hier asphaltiert würden.

Patrick Buck
Patrick Buck Redaktion Oldenburg (Stv. Leitung)