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Oldenburgische Schiffergesellschaft Maritime Themen haben hier seit 450 Jahren Tradition

Beim Schaffermahl (von links):  Tim Rathje, Uwe Kramer, Erich Lechner, Nico Steudel, Helmut Evers (Vorstandsvorsitzender), Jan Kramer und Ralf Kaiser sowie die Mitglieder der Band „Die Söhne des Nordens“, die den Abend musikalisch begleiteten.

Beim Schaffermahl (von links): Tim Rathje, Uwe Kramer, Erich Lechner, Nico Steudel, Helmut Evers (Vorstandsvorsitzender), Jan Kramer und Ralf Kaiser sowie die Mitglieder der Band „Die Söhne des Nordens“, die den Abend musikalisch begleiteten.

Sascha Stüber

Oldenburg - Von Seeleuten für Seeleute wurde die Oldenburgische Schiffergesellschaft 1574 gegründet. Sie ist mit ihren 450 Jahren die älteste aus einem Gewerbe heraus entwickelte Gesellschaft in Oldenburg. Die Tradition wird durch die jährlich stattfindende „Collatie“ mit Schaffermahl und den „Herrenabend“ belebt, an denen maritime Themen im Mittelpunkt stehen. Die Schiffergesellschaft von 1574 hat heute fast 400 Mitglieder und wird von einem ehrenamtlichen Vorstand, bestehend aus neun Ältermännern, geführt.

Das übliche Format von Collatie und Schaffermahl der Schiffergesellschaft am Freitag, 1. März, im Gesellschaftshaus Wöbken wurde dem besonderen Jubiläum angepasst. So begleitete die Band „Die Söhne des Nordens“ durch den Abend und die diesmal runden Tische wurden festlich durch Kandelaber beleuchtet. Wie festlich die Gründungsveranstaltung ablief, ist heute nicht mehr bekannt. Die Rahmenbedingungen im Gründungsjahr vor 450 Jahren waren aber gänzlich anders als heute.

In Oldenburg regierte mit Graf Johann VII. von Oldenburg der Vater von Graf Anton Günther. In seine Regierungszeit fiel die Übernahme der Herrschaft Jever (als Erbe), verbunden mit erheblichem Zugewinn an finanziellen Ressourcen, aber auch gekennzeichnet durch umfangreiche Schutzmaßnahmen an der Küste (Deichbau am Jadebusen und in Butjadingen).

Stetiger Wandel

Die Gründung der OSGO liegt also sehr weit zurück und die Existenz der Gesellschaft war durch den stetigen und weitreichenden Wandel geprägt. Das war Anlass genug, um im Jubiläumsjahr auf die eigene Geschichte und die des Oldenburger Hafens zurückzuschauen.

Nico Steudel, Ältermann der Oldenburgischen Schiffergesellschaft, übernahm diese Aufgabe und berichtete den 170 Gästen unter dem Titel „Von der Raubkaule zur Hafenstadt“ von Entwicklung der Oldenburger Schifffahrt und des Oldenburger Stadthafens. Er schloss in seinem Vortrag die Lücken, die nach dem auch schon gut recherchierten Festvortrag von Wolfgang Har-tung (von 1945 bis 1972 Direktor des Staatlichen Museums für Naturkunde und Vorgeschichte in Oldenburg, heute Museum Natur und Mensch) zum 400-jährigen Bestehen der Schiffergesellschaft noch geblieben waren. Das entsprechende Buch von Hartung mit dem Festvortrag wurde ergänzt neu aufgelegt und den Mitgliedern am Abend überreicht.

Nico Steudel ging in seinem Vortrag zunächst auf die aus heutiger Sicht eher unrühmliche und langjährige Geschichte der Seeräuberei in unseren Gewässern ein, die eng mit der oldenburgischen Grafenfamilie im 14. und 15. Jahrhundert verbunden ist.

Vollständig abgehängt

Er ging auch auf die Geschichte der Hunte als Wasserweg ein. Bis zur Mitte des letzten Jahrhunderts von der Schiffbarkeit noch gleichauf mit dem Bremer Hafen wurde Oldenburg durch den Erfolg der sogenannten Weserkorrektur (ab 1887) von Ludwig Franzius und den stark zunehmenden Schiffsgrößen von der Seeschifffahrt nahezu vollständig abgehängt und wandte sich deshalb verstärkt der Binnenschifffahrt zu. Ein Aspekt, der durch die aktuellen Ereignisse an der Eisenbahnbrücke bei Elsfleth und dessen negative Auswirkungen auf die gerade wieder erstarkende Seeschifffahrt nach Oldenburg wieder ganz aktuell geworden ist. Allerdings wollte der Referent darauf ausdrücklich nicht eingehen.

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