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Oldenburgisches Staatstheater Nach der Pandemie-Pause gibt es die größten Gefühle

Oldenburg - Am Ende scheint es doch einfacher, die beiden Koreas wiederzuvereinigen als abschließend die Liebe unter den Menschen zu ergründen. Der ständige Kampf der Geschlechter mit den eigenen Emotionen und denen des Gegenübers bietet ohnehin die ganze Bandbreite. Um hier Gefühle wie Triumph, Trauer, Bestürzung, Eifersucht und die bekannten Schmetterlinge im Bauch loszulassen, bedarf es ambitionierten Schauspiels. Insofern war „Die Wiedervereinigung der beiden Koreas“ des französischen Dramatikers Joël Pommerat für die Rückkehr des Oldenburgischen Staatstheaters am Samstag ins Große Haus perfekt gewählt.

Hier und da ein Stocken

Die Inszenierung des Regisseurs Peter Hailer wurde zum Mannschaftsspiel, in dem sich die Darstellerin und Darsteller nach der langen Zwangspause langsam, aber sicher an ihre Passion heranwagen konnten. Das gelang weitestgehend. Dass dabei nicht jedes Timing saß, manche Geste ungelenk wirkte, und hier und da der Text stockte, verzieh das Publikum im durch das eingeschränkte Platzangebot luftigen Zuschauerraum leicht.

Auf der Bühne war die Spielfreude offenkundig. Die Dramaturgie von Jonas Hen­nicke ließ manches Verbal­feuerwerk zu, was die insgesamt zwölf Akteure mit fortschreitender Dauer zu alter Meisterschaft entwickelten: „In der Liebe sind Vertrauen und Eleganz das Wichtigste.“

Musikalische Brücke

Garniert wurde der vergnügliche Abend durch die musikalische Unterhaltung, bei der die Schauspielerinnen und Schauspieler großes Talent an den Instrumenten bewiesen, sich zudem an das Absingen englischsprachiger Schlager und Gassenhauer wagten, was auch manch schiefen Ton beinhaltete.

Die Musik ist im dramatischen Aufbau die Brücke, um den Szenen einen eleganten Übergang zu verschaffen. Aus 20 Fragmenten entstand so ein Kaleidoskop der Liebe. Auf diesem Kampfplatz gibt es viel zu gewinnen und noch mehr zu verlieren. Geheimnisse werden preisgegeben und Wahrheiten auf den Tisch gepackt: Alles muss raus!

Die Inszenierung wirft uns von einer heiklen Situation in die nächste, die Bühne steht unter Hochspannung. Da ist es gewollt, dass man sich auch mal zum Affen macht – wer kennt es nicht?

Dankbar und begeistert

Wie wir in Zukunft – also nach und mit der Pandemie und miteinander umgehen –, ist längst nicht geklärt. Gewiss ist definitiv die Zuneigung der Theaterfreunde zu ihrem Ensemble. Die Rückkehr ins Große Haus verlief von freudig-erregt bis dankbar und begeistert. Mehr konnte man zurzeit nicht erwarten, aber weniger auch nicht.

Oliver Schulz
Oliver Schulz Redaktion Kultur/Medien (Ltg.)
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