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Oldenburgisches Staatstheater Wenn die Tanzfläche zur Theaterbühne wird – „Fight Club“ im Metro Club

Theater trifft auf Club-Ambiente: Das Stück „Fight Club“ der „Sparte 7“ am Oldenburgischen Staatstheater spielt im Metro Club in der Oldenburger Innenstadt.

Theater trifft auf Club-Ambiente: Das Stück „Fight Club“ der „Sparte 7“ am Oldenburgischen Staatstheater spielt im Metro Club in der Oldenburger Innenstadt.

Alexandra Meier

Oldenburg - „Wie lautet die erste Regel des Fight Clubs? Man spricht nicht über den Club“, tönt es zum Publikum. In der Mitte stehen die Schauspieler Yasin Özen und Darios Vaysi, umringt von einer Schulklasse auf Klappstühlen. Die Bühne ist der Metro Club in Oldenburg. Dort wo normalerweise getanzt wird, feierte vor den Weihnachtstagen das Stück „Fight Club“ der „Sparte 7“ des Oldenburgischen Staatstheaters Premiere.

Kampf ohne Fäuste

Im Klappstuhl-Ring auf der Metro-Tanzfläche kämpften die Darsteller allerdings nicht mit ihren Fäusten, sondern mit Traumata, Rassismuserfahrungen und Einsamkeit.

Zukunft des Metro Clubs ungewiss

Der Metro Klub selbst kämpft  um sein wirtschaftliches Überleben. Vor einigen Monaten starteten Metro-Mitarbeitende eine Solidaritätskampagne, um „ihren Laden durch den Sommer zu bringen“. Das war zunächst erfolgreich und im Dezember konnte Oldenburgs ältester Club so seinen 40. Geburtstag feiern.

Langfristig könne das Bestehen  der Kulturstätte aber nur gesichert werden, wenn die Metro GmbH in eine gemeinnützige GmbH (gGmbH) umgewandelt werden kann. Eine gGmbH ist eine Sonderform der GmbH, bei der gemeinnützige Zwecke verfolgt werden. Der Vorteil: Es würden unter anderem die Körperschaftssteuer und die Gewerbesteuer wegfallen. Zudem bestünde die Möglichkeit, Kulturfördergelder zu beantragen.

Die Voraussetzungen seien laut aktuellem Geschäftsführer Philipp Bowitz gegeben, die Anträge gestellt. Der bürokratische Prozess verzögert sich nun aber aufgrund von Änderungen im Mietverhältnis. „Wir haben Zeit gewonnen, aber die Zukunft des Metro Clubs ist weiterhin ungewiss“, sagt Bowitz.

So verhandelten die Darsteller auch beim Thema Beruf teils ihre eigenen Konflikte: wie das Ringen zwischen familiären Erwartungen, persönlicher Erfüllung und der Abgestumpftheit des Arbeitsamts. In einem Schlagabtausch der Perspektiven wurde eine Geschichte von vorsichtiger Hoffnung, Ängsten und „Träumen, die versprochen, aber niemals wahr wurden“, erzählt.

Wenig Requisiten nötig

Dafür brauchten die Darsteller kein aufwendiges Bühnenbild: Minimalistische Requisiten vor den mit Graffiti bemalten Wänden des rauen Tanz-Kellers versprühten eine Atmosphäre von Vergangenheit, aber auch Wandel. So wie Özen und Vaysi von ihren Lebenserfahrungen gezeichnet sind, trägt auch der Untergrund-Club die Spuren von vierzig Jahren Feierkultur in sich.

Den Zuschauerinnen und Zuschauern wurde dabei ebenfalls eine Bühne geboten – und das kam bei dem jungen Publikum gut an. Denn das Problem der Selbstfindung, Selbstverwirklichung und dem „einfach mal glücklich sein sollen“, wie es von außen oft geraten wird, schien auch der Generation Z nicht fremd zu sein.

Eine allzu große Nähe zum Film „Fight Club“ von David Fincher sollten Zuschauerinnen und Zuschauer allerdings nicht erwarten. Es gab eine grobe Anlehnung – das Stück mit Özen und Vaysi, die von ihrem künstlerischen Komplizen beziehungsweise Regisseur David Edwards unterstützt wurden, hat aber seine ganz eigene Dynamik.

Weitere Termine

Nach der ausverkauften Premiere besteht am Donnerstag, 18. Januar, um 20 Uhr, noch einmal die Möglichkeit, das Stück im Metro Club in der Oldenburger Innenstadt zu sehen. Die Karten für den 11. Januar sind bereits ausverkauft.

Alexandra Meier
Alexandra Meier Digitalteam Wesermarsch
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