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Projekt in Oldenburg Was unser Abwasser über unsere Gesundheit verrät

Im Klärwerk Oldenburg werden wöchentlich Proben aus dem Abwasser genommen.

Im Klärwerk Oldenburg werden wöchentlich Proben aus dem Abwasser genommen.

Matthias Wittschieben

Oldenburg - Mit dem Beginn der kälteren Jahreszeit finden sich Menschen wieder vermehrt in Innenräumen zusammen. Wie aus der Corona-Pandemie bekannt, steigt damit die Wahrscheinlichkeit, dass sich Krankheitserreger verbreiten. Auch wenn die pandemische Lage in Bezug auf das neuartige Coronavirus aufgehoben wurde, zirkuliert das Virus in seinen verschiedenen Variationen weiterhin in der Bevölkerung. Und mit ihm die üblichen Erkältungs- und Grippeviren oder multiresistente Erreger.

Um unter anderem die Viruslast im Blick zu behalten, wird im Rahmen des Projekts „Abwasser-Monitoring für die epidemiologische Lagebewertung“ (AMELAG), das vom Robert-Koch-Institut (RKI) und dem Umweltbundesamt (UBA) in gemeinsamer Trägerschaft entwickelt und aufgebaut wurde, das Abwasser aus 123 Kläranlagen im gesamten Bundesgebiet untersucht. Auch der Oldenburgisch-Ostfriesische Wasserverband (OOWV) beteiligt sich mit Proben aus seiner Kläranlage Oldenburg daran.

Zwei Proben pro Woche

„Seit Anfang November 2023 entnehmen wir wöchentlich zwei Abwasserproben nach einheitlichen Projektstandards vom Zulauf der Kläranlage. Um eine möglichst repräsentative Probe zu erhalten, werden im Verlauf von 24 Stunden kontinuierlich und automatisiert Proben gezogen und zu einer Gesamtprobe vereinigt. Anschließend wird diese an ein beauftragtes Labor in Frankfurt gesendet“, so Jürgen Wachtendorf, Leiter des OOWV-Abwasserlabors in Oldenburg.

Über den Stuhl gelangt das Erbgut von verschiedenen Infektionserregern ins Abwasser und kann dort nachgewiesen werden. Aus den erhobenen Daten lassen sich Rückschlüsse über die Dynamik eines möglichen Infektionsgeschehens ziehen.

Gutes Frühwarnsystem

Das Projekt läuft seit November 2022 und soll im Dezember 2024 enden. Mit dem nächsten Projektschritt sollen die Untersuchungen auf die Abwasserzuströme von bis zu 175 Kläranlagen ausgedehnt werden. Abwasserdaten hätten sich als äußerst zuverlässige Indikatoren für den Gesundheitszustand der Bevölkerung erwiesen, da sie bereits vor dem Auftreten von Krankheitssymptomen Informationen zur Verteilung verschiedener Erreger unter dem Menschen liefern können. In vorangegangenen Studien während der Corona-Pandemie konnte mit dieser Methode eine Vorlaufzeit von ein bis zwei Wochen gegenüber ansteigenden Inzidenzzahlen festgestellt werden. Zudem sind Abwasseruntersuchungen deutlich kostengünstiger als zahllose Einzeltestungen. Die Erhebung erfolgt anonym und flächendeckend im Einzugsbereich einer Kläranlage.

„Das Vorhaben wird komplett vom Bundesministerium für Gesundheit finanziert und wir freuen uns, dass unsere Abwasserdaten als Frühwarnsystem für SARS-CoV-2 und weitere Erreger genutzt werden können“, erklärt Jens de Boer, OOWV-Regionalleiter für die Stadt Oldenburg und den Landkreis Ammerland.

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