Oldenburg - Ein Meer aus Rhododendronblüten, grüne Wiesen und sauber angelegte Wege begrüßen die Besucher des Schlossgartens derzeit. Doch wer hier während seines Aufenthalts menschlichen Bedürfnissen nachkommen muss, lernt eine weniger prachtvolle Seite des Schlossgartens kennen.

Keine Seife, keine Handtücher, Schmutz: Die Toiletten sind in schlechtem Zustand. Das ärgert viele Besucher. „Man möchte da gar nichts anfassen“, klagt eine Besucherin. Auch Schriftsteller Klaus Modick ist öfter aufgefallen, dass die Toiletten in sehr schlechtem Zustand sind. Für „absolut unzumutbar“ erklärt er die WCs. Erbrochenes im Vorraum und Urin auf dem Fußboden habe er unter anderem bei seinen Spaziergängen durch den Schlossgarten auf der Herrentoilette vorgefunden.

Auch an Tagen, an denen der Garten kaum besucht ist, sind die Toiletten nicht einladend. Ein Seifenspender ist in der Damentoilette neben dem Waschbecken nicht zu finden, Handtücher sind ebenfalls nicht vorhanden. Ein Lichtschalter für die Lampe über dem Waschbecken ist nicht zu finden. Auf der Herrentoilette steigt beißender Uringeruch in die Nase, der Toilettenpapierhalter weist unappetitliche braune Flecken auf.

„Öffentliche Toiletten sind leider selten Orte der Freude“, antwortet auf Nachfrage Schlossgartenleiterin Trixi Stalling. Ihrer Meinung nach werden die Toiletten nicht nur genutzt, sondern auch missbraucht. Vor etwa drei Wochen seien die Innenräume gestrichen worden. „Die Farbe war noch nicht trocken, da hatten wir schon wieder erste Schmierereien“, so Stalling.

Dreimal wöchentlich würden die Toiletten von einer Firma gereinigt. Den Mangel an Hygieneartikeln wie Seife und Handtücher begründet die Schlossgartenleiterin mit einem knappen Budget. Dies sei auch der Grund, warum die WCs nicht täglich gereinigt würden.

Eine Lösung sieht Stalling nur in einer Bezahlvariante. Dafür müssten ihrer Ansicht nach aber bauliche Veränderungen an dem Toilettenhaus vorgenommen werden. „Alle baulichen Anlagen liegen im Verantwortungsbereich des Staatlichen Baumanagements“, so Stalling.

Auch der Förderverein ist mit dem Zustand der WCs nicht zufrieden. Doch auch der Vorsitzende der Freunde des Schlossgartens, Klaus Streichsbier, verweist darauf, dass der Schlossgarten eine Liegenschaft des Landes ist und das Land somit für das Toilettenhaus zuständig sei.

Die Toiletten gehörten zur Grundausstattung. Der Förderverein ermögliche darüber hinaus gehende Dinge wie Pflanzungen, Bänke aufstellen oder Geld für Aktionen bereit zu stellen.