Oldenburg - Parkplätze, an denen man vom Auto oder vom Rad in den Bus oder umgekehrt steigen kann – genannt Park&Ride und Bike&Ride – sind in der Debatte um die Erhöhung der Parkgebühren in Oldenburg immer wieder als Alternative für den Weg in die Stadt genannt worden. Nur: Das zu diesem Thema erstellte Teilkonzept im Rahmen des Mobilitätsplans macht keine großen Hoffnungen, dass dieser Bereich die große Lösung bringen wird.
Ausgangslage
43 000 Einpendler, 23 000 Auspendler stehen in der Statistik. Für sie stehen theoretisch 1400 Stellplätze auf sechs ausgewiesenen Park&Ride-Anlagen zur Verfügung (vier an der Autobahn, eine am Hauptbahnhof, eine am Haltepunkt Wechloy). Bei der Nutzung sieht es laut dem Planungsbüro so aus, dass vor allem Auspendler sich hier treffen, um Fahrgemeinschaften zu bilden. Andere nutzen den Parkplatz für Aktivitäten in der Umgebung. Das eigentlich angedachte Abstellen des Autos und Weiterfahren per Bus in die Innenstadt gibt es demnach selten. Anhand von Zählungen in Stichproben gehen die Gutachter davon aus, dass nur ein Prozent der Einpendler Park&Ride nutzen.
Der Zeitvorteil bei der direkten Fahrt in die Innenstadt sei selbst zu Spitzenzeiten sehr groß, so das Ergebnis der Untersuchung. Attraktiver könne das Angebot werden, wenn das Parkraumangebot im Zielgebiet reduziert und verteuert werde, wenn der Weg per Nahverkehr in die Stadt gegenüber Fahrt mit dem Auto schneller und günstiger werde und wenn die Infos zu Park&Ride umfassender würden.
Mehr Standorte
Der Bericht rät dazu, die bisherigen Plätze als wichtige Reserve und als Treffpunkt für Fahrgemeinschaften beizubehalten. Zudem werden einige zusätzliche Standorte vor allem am Stadtrand vorgeschlagen. Eine Umsetzung wäre allerdings häufig davon abhängig, ob der Besitzer der dort bereits vorhandenen Parkflächen mitspielen würde – etwa bei Kaufland in Etzhorn oder bei Ikea. Wichtig sei natürlich die entsprechende Anbindung an den Busverkehr. Auch Ideen für eine bessere Ausschilderung werden beschrieben.
Weitere Vorschläge werden für den Erhalt, die Erweiterung oder neue Standorte von Bike&Ride gemacht. Dabei geht es vor allem darum, genügend Anlehnbügel bereitzustellen, teilweise gesicherte Anlagen zu bauen oder diese mit zusätzlichen Mobilitätsangeboten wie Bike-Sharing zu verknüpfen.
Ein deutlich größeres Potenzial für Park&Ride wird übrigens an den Standorten des Schienennahverkehrs im Umland gesehen (wie Hude, Sandkrug oder Bad Zwischenahn) beziehungsweise an den zentralen Busumsteigestationen in Wardenburg oder Westerstede. Hier ist allerdings die Stadt Oldenburg auf die Kooperation der Gemeinden und Landkreise angewiesen.
Ausblick
„Die öffentliche Erwartung bezüglich der Nachfrage und Wirkung besonders von P&R-Angeboten erscheint dabei größer als das im Rahmen von Modellberechnungen ermittelte Potenzial“, heißt es in dem Bericht. Das Angebot habe seine Berechtigung und die Rahmenbedingungen sollten verbessert werden. Jedoch werde Park&Ride im Raum Oldenburg auch in absehbarer Zeit nur einen geringen Nutzungsanteil aufweisen, so die Prognose. Bezüglich der Klimaschutzziele könne es kurzfristig nur einen begrenzten Beitrag leisten.
Die Stadtverwaltung ließ im Gespräch mit unserer Redaktion bereits durchblicken, dass man sich ein anderes Ergebnis erhofft hatte. Allerdings könne das 49-Euro-Nahverkehrsticket mit Blick auf die Pendler aus dem Umland noch Bewegung in die Sache bringen, meinte Norbert Korallus, der Leiter des Amts für Klimaschutz und Mobilität. Nach Ansicht von Oberbürgermeister Jürgen Krogmann gebe der Bericht allerdings einen Hinweis darauf, wo man als Verwaltung zunächst seine Energie reinstecken sollte – und wo eben erst später.
