Oldenburg - Eigentlich sollte der Weg für den Neubau eines Sport- und Gesundheitsbades am Flötenteich am Montag, 27. Juni, (18 Uhr, PFL) vom Stadtrat geebnet werden – mit der Bestätigung des vorgestellten Vorentwurfes des Planungsbüros Geising & Böker. Das sieht die Gruppe Die Linke/Piratenpartei allerdings anders: Sie hat beantragt, die Neuplanung des Flötenteichs-Bades erst in den Fachausschüssen zu behandeln.
Die Beschlussempfehlung des Ausschusses für Haushalt und Finanzen vom 1. Juni soll aufgehoben werden. Zunächst soll im Sportausschuss sowie im Ausschuss für Stadtgrün, Umwelt und Klima über die Planung sowie über – von der Verwaltung vorzulegende – Vor- und Nachteile des alten vom Rat beschlossenen Ausbauplans und des neuen Entwurfs diskutiert werden. Dabei soll umfassend klimapolitische und sportpolitische Erwägungen berücksichtiget werden. Erst danach sollen Verwaltungsausschuss und Rat entscheiden, welcher Planung der Vorzug gegeben wird.
CDU verweigert Ja
Im jüngsten Finanzausschuss hatte lediglich die CDU Bedenken: Weil das Cabrio-Dach – Teil des vom Rat beschlossenen Konzeptes – urplötzlich fehle, wollte Christoph Baak die Entwurfsplanung nicht abnicken. Auch vorgebrachte Klimaschutzargumente (eine großflächige Photovoltaikanlage statt eines zu öffnenden Dachs) und weitere Gründe (zusätzliche Wasserfläche im Sommer und Vorteile eines Dachs für die Schwimmausbildung) überzeugten nicht. Auch der CDU-Stadtbezirksvorsitzende aus dem Stadtnorden, Hendrik Klein-Hennig, lehnte im Nachgang der Finanzausschusssitzung den Neubau eines Flötenteich-Bades ohne Cabrio-Dach ab. Ihm fehle der Kompromiss zwischen Hallen- und Freibad. Ein zweites Olantis lehne er ab. Zwei kleine Außenbecken, wie in der aktuellen Planung vorgesehen, machten bei weitem noch keine Freibadatmosphäre.
Alternativer Plan
Die Linke/Piratenpartei verweist auf den Ratsbeschluss aus dem November 2019. Seinerzeit waren mehrere Anforderungen an das neue Bad festgezurrt worden, unter anderem ein zu öffnendes Dach im Sportbereich sowie Freibadeelemente. Die Linke erinnert daran, dass zuvor ein Änderungsantrag der Grünen, der ein alternatives Szenario mit und ohne Cabrio-Dach vorsah, abgelehnt worden sei. Verwaltung und Teile der Politik hatten den hohen Mehrwert an Freiluftatmosphäre hervorgehoben, Oberbürgermeister Jürgen Krogmann (SPD) habe gar von einem Beschluss mit „sporthistorischer Bedeutung“ gesprochen, der auf Grund eines „breiten Beteiligungsprozesses“ zustande gekommen sei.
Gruppenvorsitzender Holger Onken beklagt, dass mit dem Votum des Finanzausschusses ohne breiten Beteiligungsprozess und ohne den Sportausschuss auch nur anzuhören, ein alternativer Plan für das neue Flötenteichbad beschlossen worden sei. Der Ratsbeschluss von 2019 könne nicht durch einen Fachausschuss aufgehoben werden, sondern allenfalls durch den Rat.
