Oberbürgermeister Jürgen Krogmann ist wiedergewählt worden, er bleibt fünf weitere Jahre im Amt. In einem Interview mit unserer Zeitung erklärt er unter anderem, wie weit die Planungen für die Verbindungsstraße vom Fliegerhorst nach Wechloy fortgeschritten sind.

Frage: Herr Krogmann, herzlichen Glückwunsch zur Wiederwahl. Das war aber knapper als erwartet. Daniel Fuhrhop hat als parteiloser Kandidat für die Grünen ein beachtliches Ergebnis geholt. Worauf führen Sie das zurück?

Daniel Fuhrhop (rechts) im Wahlzentrum, nachdem klar ist, dass er die Stichwahl verloren hat.

NACH DER OB-STICHWAHL IN OLDENBURG Grüne finden Fuhrhops Ergebnis trotz der Niederlage „großartig“

Patrick Buck
Oldenburg

 

Jürgen KrogmannEr hat sicherlich einen sehr intensiven und guten Wahlkampf gemacht. Zugleich haben die Grünen insgesamt von der starken Präsenz der Bundespolitik profitiert. Das hatte ja auch schon das Ergebnis der Wahlen zum Stadtrat gezeigt.

Frage: Sie sprachen von einer Zweiteilung der Stadt. Im Innenstadtbereich und im Umfeld der Universität wird Grün gewählt, die übrigen Stadtteile gehören den anderen Parteien. Was wollen Sie gegen diese fortschreitende Spaltung tun?

KrogmannMehr gegenseitiges Verständnis der Stadtteile untereinander erreicht man nur, wenn man miteinander redet. Es ist leicht, aufs Auto zu verzichten, wenn man in der Innenstadt wohnt und per Rad oder zu Fuß alles erreichen kann.

Familien mit Kindern oder ältere Menschen mit körperlichen Einschränkungen aus den Stadtteilen haben eine andere Lebenswirklichkeit. Unser Ziel in Rat und Verwaltung muss es sein, dass alle teilhaben sollen und ein fairer Ausgleich der unterschiedlichen Interessen stattfindet. Dafür müssen wir werben.

Frage: Die Grünen sind die stärkste politische Kraft im Stadtrat. Mit ihrer Stimme herrscht nun Gleichstand zwischen den Grünen und der SPD bei den Mandaten. Das macht es für Sie aber nicht leichter – insbesondere bei strittigen Fragen, wie den Bau der Verbindungsstraße vom Fliegerhorst nach Wechloy. Wie wollen Sie sich die Mehrheiten beschaffen?

KrogmannSchwierige Mehrheitsverhältnisse hat der Rat mindestens seit 2006. Trotzdem ist es immer wieder gelungen, für wichtige Themen gemeinsame und oft auch breite Mehrheiten zu finden. Ich bin zuversichtlich, dass das auch mit dem neuen Rat gelingt.

Im Alltag der Kommunalpolitik spielt Parteizugehörigkeit zumeist nicht die alles entscheidende Rolle. Und das ist auch gut so.

Frage: Wie weit ist die Planung für die Straße fortgeschritten? Gibt es ein Zurück? Wie beurteilen Sie die Aussichten einer Klage, die ein Anlieger führt?

KrogmannDer Bebauungsplan ist vom Rat beschlossen. Für die weitere Planung hat die rot-grüne Haushaltsmehrheit die Mittel für 2021 bewilligt. Allerdings müssen wir jetzt das Normenkontrollverfahren zum B-Plan abwarten, das der NABU und ein Anlieger angestrengt haben. Hier läuft derzeit die Mediation. Ich bin aber zuversichtlich, dass unsere Planung auch vor Gericht Bestand haben wird.

Frage: Welche Themen packen Sie als erstes an, wenn am 1. November die neue Ratsperiode beginnt?Haben Sie etwas, das Ihnen besonders am Herzen liegt?

KrogmannZunächst einmal geht es darum, den Haushalt für das nächste Jahr vorzulegen, mit dem wir alle Projekte und Vorhaben – ob Schule, Verkehr oder Klima – finanzieren müssen. Daneben geht es mit der Innenstadtstrategie weiter. Nach dem Sofortprogramm müssen jetzt die Weichen für eine dauerhafte Erholung unserer City gestellt werden.

Außerdem müssen die zahlreichen Beschlüsse des Rates zur Erreichung des Klimaziels konkret umgesetzt werden. Genug zu tun im Oldenburger Rathaus.

Thomas Husmann
Thomas Husmann Redaktion Oldenburg