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Frantz Massenat verlässt die Baskets
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Tschüss Oldenburg
Frantz Massenat verlässt die Baskets

NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Politik

100 schnelle Antworten für Flüchtlinge

29.07.2016

Dietrichsfeld Unter welcher Nummer die Polizei kontaktiert wird, dass ein Brief frankiert werden muss und was Demokratie bedeutet – das wissen die meisten Oldenburger höchstwahrscheinlich. Vielen Menschen, die aus fernen Ländern hergekommen sind, ist dies alles aber fremd. Deshalb haben Verantwortliche und Besucher des Stadtteiltreffs Dietrichsfeld nun gemeinsame Sache gemacht und „100 erste Fragen“ zusammengestellt. Antworten gibt’s da natürlich ebenso.

„Vielleicht müssen wir da unten auf Seite 6 noch einmal etwas ändern ...“, wirft Regina Dirksen (Leiterin des Stadtteiltreffs) am Donnerstagnachmittag in großer Runde ein. Hier eine Veränderung, dort eine Diskussion, hüben etwas zusammenstreichen, drüben etwas völlig neues anfügen. So lief es in den vergangenen neun Monaten nahezu wöchentlich. Die sechsköpfige wie binationale Redaktion (Syrer und Deutsche) steht kurz vor Veröffentlichung ihrer Erste-Hilfe-Broschüre für Geflüchtete in Oldenburg. Und wie es dann halt immer so ist, ist irgendetwas halt immer. Zwei Übersetzungen sind noch längst nicht fertig und ein passendes Layout für die DIN A5-Broschüre fehlt, ein Layouter ebenso. Kleinigkeiten, angesichts des enormen Pensums, das bislang in ehrenamtlicher Arbeit geleistet wurde.

„Arabisch, Farsi, Englisch, Deutsch und vielleicht auch noch Kurdisch“, zählt Andrea Schröder jene Sprachen auf, in denen der Fragen-und-Antworten-Katalog erscheinen soll. In mindestens 5000-facher Auflage. Dass es so kommt, steht außer Frage – schließlich hat man mit Unterstützung des Vereins „pro:connect“, der arbeitssuchende Flüchtlinge und Arbeitgeber zusammenbringt, sowie einer Großspende des ehemaligen CEWE-Vorstandsmitglied Andreas F.L. Heydemann auch die finanzielle Seite abgesichert. Größtenteils zumindest.

Morad Obeed und Nesaine Shakfa, die mit ihren eigenen drängenden Fragen einen erheblichen Teil zum künftigen Standardwerk beigetragen haben, sind augenscheinlich hochzufrieden. „Es wird ein Handbuch mit allem, was nötig ist, um eine erste Orientierung in Oldenburg zu geben“, sagt Shakfa.

Doch auch Schröder und Dirksen merkten schnell, dass ihre Selbstverständlichkeiten des Alltags eben gar nicht so selbstverständlich sind. Dass Linienbusse nur auf Knopfdruck halten, beispielsweise. Oder dass Briefe zur Kommunikation verschickt werden. „Das kennen wir nicht“, sagt Morad Obeed, „Post gab es bei uns nicht.“ Oder Mülltrennung! „Als seine Frau uns fragte, warum wir Deutschen überhaupt so viel Müll produzieren, um diesen anschließend wieder zu trennen, haben auch wir ganz anders darüber nachgedacht“, so Dirksen. Unterschiedliche Kulturen haben unterschiedliche Fragen – und vor allem unterschiedliche Antworten. Das alles unter einen Hut und in eine Broschüre zu bringen, war große Kunst. Ist es. „Und ganz große Klasse“, wie Gerlinde Röben und Catrin Cordes von „pro:connect“ loben.

„Viele dieser Fragen können auch bestimmt viele Oldenburger nicht beantworten – so ließen sich dann auf diesem Wege sicher beide Seiten gut zusammenführen!“ Die Sammlung hege keinen Anspruch auf Vollständigkeit; reichlich Fragen hätte man sogar noch herausgelöscht. Wer weiß – vielleicht gibt es da ja schon bald bei entsprechend großem Absatz die Fortsetzung „100 zweite Fragen“. Das erste Buch indes soll noch im August erscheinen – wenn denn ein Layouter und noch der ein oder andere Spender gefunden wird. Ach ja, und ein ehrenamtlicher Helfer, der bald beim Aufbau einer Internetseite gleichen Inhalts mitwirkt. Für Röben ein nicht unwichtiger Punkt: „Je schneller die Geflüchteten ins normale Leben eintauchen, desto einfacher gelingt die Integration.“

Marc Geschonke Redakteur / Redaktion Oldenburg
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