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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Politik

Flüchtlingshilfe In Oldenburg: 20 Euro für einen Dolmetscher-Einsatz

11.02.2016

Oldenburg Weder beschlossen noch zu Ende diskutiert ist der Aufbau eines Dolmetscherpools für Institutionen und Ämter in der Stadt Oldenburg. Wie bereits mehrfach berichtet, sollen ehrenamtliche Kräfte Flüchtlingen und Migranten mit geringen Deutschkenntnissen bei Behördengängen und Arztbesuchen unterstützen. Im Integrationsausschuss am Dienstagabend wurde deutlich, dass es vor allem Detailfragen sind, die es noch zu klären gilt. Zum Beispiel diese hier:

  Bezahlung

20 Euro pro Einsatz seien „realistisch“, sagte die hier federführende Integrationsbeauftragte Dr. Natalia Petrillo. Das stieß auf Unverständnis; schließlich sei diese Entlohnung viel „zu gering“, befanden Grüne (Schilling), SPD (Nienaber) und Linke (Höpken). Hans-Richard Schwartz (FDP) wollte da nicht mit einstimmen: „Ehrenamt ist Ehrenamt“, sagte er, „die Sprachmittler wollen ja kein Geld verdienen, sondern sie machen das aus anderen Gründen. 20 Euro sind okay.“ Petrillo begründete überdies: „Die ehrenamtlichen Dolmetscher sollen nicht in Konkurrenz mit den staatlich geprüften stehen.“ Die Einsatzzeiten betragen laut Erfahrungswerten etwa eine halbe bis ganze Stunde. Und: Andere Städte zahlten für die Hilfe nichts, fügte Petrillo hinzu. Die Ehrenämtler sollen und wollen dabei helfen, „Sprachlose“ in einer schwierigen Übergangsphase in die Gesellschaft vermitteln.

 Datenschutz

Während über ein ähnliches Dolmetscher-Modell in Freiburg interessierte Institutionen direkt Kontakt zu den Sprachmittlern aufnehmen können, möchte die Stadt Oldenburg die Kontrolle über eine Koordinierungsstelle wahren und diese als Vermittler zu den Mittlern agieren lassen – zur Evaluation, wie es heißt. „Das ist eine Optimierung, keine Kontrolle“, so Petrillo, „wir können die Einsätze in den Folgejahren dann gezielter koordinieren und auch entsprechende Schulungen anbieten“. Eine Evaluation solle da nicht erst am Jahresende, sondern in kontinuierlicher Begleitung erfolgen. Der Bereich könne von den Beteiligten in einem Online-Forum nur passwortgeschützt genutzt werden. Apropos: Die rein technische Basis könnte jener des „Kubipools“ (Wegweiser für kulturelle Bildung in Oldenburg) angeglichen werden. Das würde deutlich Kosten bei der Einrichtung des Portals einsparen. Angemeldete Interessenten könnten - wie es in Freiburg der Fall ist - bei Realisierung über das Online-Tool die gewünschte Sprache auswählen. In der Folge werden ihnen alle potenziellen ehrenamtlichen Dolmetscher in einer Liste angezeigt, samt Qualifikationen und zusätzlicher Fähigkeiten.

 Trägerschaft

Im ersten Bericht vor dem Sozialausschuss hatte sich die Stadt noch selbst als Koordinator gesehen. Nun aber will man einen lokalen Träger via Vergabeverfahren suchen und finden lassen. Das stieß im Ausschuss aber auf nur wenig Gegenliebe. Hier bevorzugte man das Verwaltungs-Modell. Im Übrigen würde sich die Arbeitsagentur bis zu maximal 75 Prozent an den Personalkosten beteiligen.

Bis zur nächsten Ausschusssitzung im April sollen diese Punkte geklärt, das Konzept noch einmal überarbeitet werden. Grundsätzlich aber wurde es über alle Parteifarben hinweg für gut gefunden. Auch außerhalb des Rathauses ist das Interesse an dem Dolmetscherpool, der im Juli 2016 starten soll, offenbar groß: 80 mögliche Sprachmittler „plus X“ stehen laut Petrillo schon auf entsprechenden Listen. Eine Vollzeitstelle könnte sie alle koordinieren. Privatpersonen werden den Service nicht nutzen können. Die Einrichtung wird zunächst für eine Dauer von zwei Jahren avisiert.

Marc Geschonke Redakteur / Redaktion Oldenburg
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