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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Politik

Bildungszentrum: 24-jähriger Afghane beeindruckt mit Fluchtschicksal

19.11.2015

Oldenburg Mit der Geschichte seiner Flucht aus Afghanistan hat Hassan N. am Mittwoch rund 100 Schüler des Bildungszentrums für Technik und Gestaltung (BZTG) beeindruckt. Den Buß- und Bettag nutzte die Schule bereits zum zweiten Mal, um auf aktuelle Probleme aufmerksam zu machen.

Organisiert wurde die Vortragsrunde vom Teamleiter für Werte und Normen und Religion, Folker Steen, und von Berufsschulpastor Ulrich Welz. Ziel war es, den Schülern einen Überblick zur Flüchtlingssituation zu geben. „Sie sollen wissen, was es für die Stadt und besonders für sie persönlich bedeutet und erfahren, was sie selbst tun können“, erklärte Steen.

Auch Lena Nzume von der Stabsstelle Integration der Stadt Oldenburg und Pfarrer Olaf Grobleben waren zu Gast im Konferenzraum des BZTG, um zum Thema „Flucht verstehen und ein Gesicht geben“ zu sprechen.

Der 24-jährige Hassan spricht noch nicht so gut Deutsch, sodass er seine Geschichte auf Englisch erzählte. Holger Rauer von der Kirchengemeinde Osternburg übersetzte. Durch den Pastor ist der Kontakt zwischen dem BZTG und dem Flüchtling entstanden. „Mit 14 Jahren habe ich Afghanistan verlassen. Meine Familie habe ich seit sieben Jahren nicht mehr gesehen“, erzählte Hassan den gespannt zuhörenden Schülern.

In Afghanistan habe es kein freies Leben für die Familie gegeben. Sie seien zunächst in den Iran geflohen, wo sie drei Jahre blieben. Für 1200 Dollar habe ein Schleuser ihn und seine Familie an die türkisch-iranische Grenze gebracht. Hassan arbeitete im Iran als Schuhmacher und sparte jeden Penny für die Flucht mit seiner Familie. Die Route durch die Berge entpuppte sich als reinste Tortur. „Die Jungen trugen die Alten auf dem Rücken, doch wer als alte oder kranke Person keine Hilfe bei den Mit-Flüchtlingen fand, blieb auf der Strecke und starb“, berichtete Hassan. Er sei über 24 Stunden durch die Berge gelaufen, habe sich vor Schüssen und Überfällen retten müssen. Seine Eltern seien auf dem Weg festgenommen worden, er selber habe entkommen können. Auch er sei jedoch kurze Zeit später bei dem Versuch, mit dem Boot zu fliehen, festgenommen worden.

„Ich war doch nur ein Flüchtling, kein Krimineller“, sagte Hassan traurig. Seine Reise führte ihn über Athen und Wien bis hin nach Frankfurt, wo er von seinem nach Norwegen geflohenen Bruder abgeholt wurde. „Mein Antrag auf Asyl wurde jedoch abgelehnt und so ging es weiter nach Deutschland“, schildert Hassan. Hier lebt er nun seit einem halben Jahr.

Er spreche gerne in der Schule, da er hoffe, dass die jungen Leute Verständnis für die Flüchtlinge bekämen. „Sicherlich ist es eine gute Erfahrung für die Schüler. Besonders weil hautnah berichtet wird“, ergänzte Steen.

Pastor Rauer und Hassan mussten frühzeitig die Veranstaltung verlassen, da sie einen Termin beim Anwalt hatten. „Die Zeit in Oldenburg ist von der Hoffnung geprägt, hier leben zu dürfen“, so Hassan. Sein Wunsch ist es, eine Ausbildung zum Schuhmacher zu machen.

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