• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Markt
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • LocaFox
  • Shop
  • Events
  • Tickets
  • nordbuzz
  • FuPa
  • Werben
  • Kontakt
NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Politik

Fehler an Erinnerungswand für Holocaust-Opfer

20.03.2014
NWZonline.de NWZonline 2015-07-23T08:56:31Z 280 158

Kritik:
Fehler an Erinnerungswand für Holocaust-Opfer

Oldenburg Falsche Namen und unglücklich gewählte Ausdrücke: Die Kritik an der Gestaltung der Erinnerungswand für die jüdischen Opfer des Nationalsozialismus in Oldenburg war nun Thema im Kulturausschuss des Stadtrats. Wie die Verwaltung einräumte, sind bis jetzt acht orthografische und inhaltliche Fehler entdeckt worden, die nun verbessert werden sollen. Außerdem gebe es bis zu vier weitere Opfer, die bislang nicht auf der 167 Namen umfassenden Liste genannt werden. OB Gerd Schwandner hatte die Gedenkwand beim PFL im November 2013 der Öffentlichkeit übergeben.

Für besondere Kritik sorgte der Passus „letzte Wohnung in der Stadt Oldenburg“ auf der Tafel (NWZ  berichtete). Dieser Ausdruck sei nicht angebracht, betonte Jonas Christopher Höpken von der Gruppe Die Linke/Piratenpartei. Es habe sich meist um zwangsweise zugewiesene Aufenthaltsorte gehandelt, bevor die Juden dann in Vernichtungslager oder Konzentrationslager deportiert wurden. Meist waren sie schon aus anderen Orten oder aus ihren eigentlichen Wohnungen vertrieben worden. Als Alternative wurde der Ausdruck „letzter bekannter Aufenthaltsort in Oldenburg“ genannt.

Linke und Piraten hatten einen Antrag zu den Änderungen gestellt. Zudem schlug Höpken vor, eine Internetseite zu erstellen, auf der Interessierte mehr über die Geschichte der Opfer erfahren.

Im Ausschuss stieß der Vorschlag, die Diskussion weiterzuführen, auf breite Zustimmung. Auch die Idee, das vergriffene „Erinnerungsbuch“ neu und überarbeitet aufzulegen, stieß auf Zustimmung. Das Buch dokumentiert das Schicksal vieler jüdischer Einwohner.

„Mir drängt sich der Eindruck auf, Politik und Verwaltung wollen nun Harmonie schaffen“, sagte Farschid Ali Zahedi vom Verein Werkstattfilm am Tag nach der Sitzung auf Anfrage. Zahedi, der sich seit Jahren mit der Erforschung der Zeit der Nazidiktatur in Oldenburg beschäftigt, kritisiert, die Planung der Gedenktafel sei intransparent verlaufen. „Das Denkmal hätte mehr Bürgerbeteiligung gebrauchen können.“

„Ich finde es gut, dass die Diskussion endlich losgeht“, betont auch Roland Neidhardt von der Deutsch-Israelischen Gesellschaft gegenüber der NWZ , auch wenn es „sehr spät“ sei. „Ich finde es schade, dass es nie eine uneingeschränkt offene Diskussion in den Ratsgremien und der Öffentlichkeit gegeben hat.“