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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Politik

Kohlkönigin lässt das Rathaus stürmen

10.08.2017

Oldenburg Eine Frage blieb unbeantwortet: Was hatte die dauerhaft rotblinkende Diode an Andrea Nahles‘ Revers zu bedeuten? Wohlfühlgradmesser? Wahlkampfbetriebsfüllstand? Ministerinnenrestlaufzeitanzeige?

Auf jeden Fall passte der optische Taktgeber hervorragend zu ihrem prall gefüllten Tagesprogramm, das sie am Mittwoch als titelverteidigende Arbeitsministerin, Oldenburger Kohlmajestät sowie rheinische Frohnatur souverän bewältigte.

Die SPD-Politikerin brachte zudem viel Schwung ins Rathaus, wo sie sich im Beisein zahlreicher Karnevalisten aus ihrer Heimat in der Ost-eifel später im Goldenen Buch der Stadt verewigte. Angesichts der gut gelaunten Leibwache in vollem Ornat und mit Standarte im Schlepptau erlebte Oberbürgermeister Jürgen Krogmann seine „Begegnung der dritten Art“, als er sogar mittanzen musste.

Als ehemaliges Funken-mariechen und bekennende Karnevalistin brachte Andrea I. als amtierende Kohlkönigin auch viele Oldenburger hinter sich. „Ihr seid ein schlaues Völkchen“, sagte sie mit Blick auf den Ritt durch ihre Tagesthemen – Betriebliche Kindertagspflege im Mühlengarten Tweelbäke, Arbeit der Zukunft bei Cewe sowie Integration durch Bildung und Arbeit bei „Pro Connect“ –, den sie bis dahin absolviert hatte.

Dabei will sie doch tatsächlich Parallelen in der Mentalität von Rheinländern und Oldenburgern festgestellt haben: „Für beide gilt: nicht quatschen, machen!“ Auch mit ihrem Regierungssitz zeigte sie sich zufrieden; mitbringen musste sie nur ihre Leibgarde, die auch gleich die Rollen der Bänkelsänger und Hofnarren ausfüllte.

Natürlich hatte Andrea Nahles nicht zufällig den Besuchszeitpunkt auf den Monat August gelegt. Mit Blick auf die Bundestagswahl am 24. September – und nun auch die Landtagswahl am 15. Oktober – gab sie den Kandidaten Dennis Rohde und Hanna Naber Hilfestellung bei einer kleinen Gesprächsrunde am Lefferseck.

Dass Kohlköniginnen nach Ablauf ihrer Regierungszeit ein ähnlich wichtiges Amt bekleiden können, hatte einst Angela Merkel (2001) bewiesen, die rund vier Jahre später Bundeskanzlerin wurde. Und wenn das Rheinland und Oldenburg eines Tages zusammengefunden haben, wird sicher auch Geert Haase Einlass finden. Dem Präsidenten des Karnevalsvereins Blau-Rot Oldenburg blieb die Teilnahme am Staatsbesuch der Kohlmajestät und die Kontaktaufnahme zu seinen jecken Kollegen verwehrt. „Ich hätte gerne vorher vom Termin erfahren, um mich mit den Karnevalisten aus der Eifel kameradschaftlich auszutauschen. Aber trotz der Uniform wollte man mich aus Sicherheitsgründen nicht hineinlassen.“

Vielleicht hätte er rot blinken sollen wie Andrea Nahles; das sah wichtig aus, aber auch ein bisschen gefährlich.


  Sehen Sie eine Bilderstrecke unter   www.nwzonline.de/fotos-oldenburg 
Oliver Schulz Redakteur / Politikredaktion
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