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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Politik

Anlieger fühlen sich „in die rechte Ecke gestellt“

01.12.2015

Oldenburg „In den kommenden Tagen wird in ihrer Umgebung und Nachbarschaft mit den Arbeiten für ein neues Bauvorhaben begonnen. Darüber möchten wir Sie gerne vorab informieren.“ Mit diesen Zeilen beginnt für einige Anwohner der Freifläche neben der Oberschule Eversten ein Ärgernis. Nicht der Fakt, dass ihnen alsbald ein Containerdorf für Flüchtlinge zur Seite gestellt wird, sorgt hier für Verdruss, sondern die Art und Weise des städtischen Informationsflusses.

Bei einer Anwohnerversammlung im Stadthotel, die eigentlich für den gestrigen Montag angesetzt war, wollte man sich auf eine gemeinsame Stimme für die Infoveranstaltung der Stadt am Montag, 7. Dezember (Aula des Gymnasiums Eversten, Theodor-Heuss-Straße 7), einigen. Erstere wurde nun aber kurzfristig vom Hotel abgesagt – „weil wir uns nicht auf gefährliches Eis begeben wollen“, wie es dort heißt. Denn die Antifa hatte vorsorglich zur „Gegendemo“ aufgerufen und geschrieben: „Es ist zu befürchten, dass diese Veranstaltung dazu dienen soll, rassistische Hetze zu betreiben und Ängste zu schüren.“

Die Anlieger reagieren darauf mit Entsetzen. „Wir werden plötzlich in die rechte Ecke gestellt“, sagt einer, „dafür gibt es überhaupt keinen Grund.“ Schon vor einigen Jahren, als hinter dem Schulzentrum eine Sporthalle entstehen sollte, protestierten Anlieger der Konradstraße für den Erhalt ihrer Grünflächen ebenda. Jetzt trifft es sie erneut – und wieder fehle es der Stadt an Augenmaß, wie sie die Bürger einbinden solle, wird gesagt.

Der vor vier Wochen verteilte Flyer mit der Ankündigung der Info-Versammlung hätte nur einen Teil der Anwohner erreicht. „Und schon eine Woche später begannen dann die Bauarbeiten – wir werden hier vor vollendete Tatsachen gestellt.“ Von behördlicher Willkür ist da die Rede, von monetären Schäden: Setzungsrisse im Mauerwerk manches Hauses wegen der Rüttler und Walzen auf dem Nachbargrundstück, das fürs Containerdorf vorbereitet wird, soll es geben. Das liegt tatsächlich gleich nebenan – dabei würde eine buschumrandete Fläche ein paar Meter weiter genauso gut funktionieren, mahnen Anlieger. Dort könne sich die Stadt allerdings eher eine Kita vorstellen, habe es auf Nachfrage vom Amt geheißen. Wann, wie, wofür – ungewiss.

Fragen über Fragen also, die frühestens am nächsten Montag beantwortet werden können. Dann aber stehen die 28 hier in Eversten vorgesehenen Container längst. Und etwaige Änderungswünsche oder Verbesserungsvorschläge sind dann eh passé. Die Anlieger wünschen sich nun eine klare Aussage der Verwaltung, vielmehr eine Selbstverpflichtung: Die Aufstellung der Container solle doch zumindest zeitlich limitiert bleiben – und das grüne Grundstück, die schöne Wiese im hinteren Bereich der Wohnhäuser, dann bitte rückgebaut werden.

Die Antwort der Stadt: „Die derzeitigen Pläne sehen vor, den Containerstandort für fünf Jahre zu nutzen.“ Ziel sei es, diesen Standort „nicht länger nutzen zu müssen“. Eine weitergehende Zusage könne die Verwaltung „vor dem Hintergrund der globalen Flüchtlingsthematik und mit dem Blick auf eine verantwortungsvolle Unterbringung der betroffenen Menschen derzeit aber nicht machen“.

Das wiederum können die Anwohner allemal nachvollziehen: „Wir wollen ja keinesfalls Stimmung gegen andere Menschen oder die Lage an sich machen, die ist bei aller Dringlichkeit völlig verständlich. Wir wollen nur wichtige Grünflächen erhalten. Das hätten wir auch bei einer neuen Kita oder Luxuswohnhäusern an dieser Stelle so getan.“ Heißt letztlich: Die Anwohner wünschen sich „in Sachen Einbindung und Information Augenmaß von der Stadt im Umgang mit uns Bürgern, mehr nicht. Das erwartet sie ja auch von uns.“

In Wildeshausen beispielsweise würde dies gut funktionieren. Ähnliches hätte man sich angesichts der Ankündigungen des Oberbürgermeisters zum „neuen Miteinander“ in der Übermorgenstadt auch gewünscht.

Die Stadt sieht dies freilich anders: „Wir setzen im Prozess der Standortsuche für Flüchtlingsunterkünfte auf eine umfassende Bürgerinfo und haben die Anwohner der Adenauerallee deshalb bereits vorab über unser Vorhaben informiert, dort eine Containeranlage zu errichten. Für weitere Fragen bieten wir eine Anwohnerversammlung an. Dieses Verfahren wenden wir bereits im gesamten Jahr 2015 an, so zum Beispiel bei den Standorten in Fliegerhorst oder Willersstraße“, heißt es in einer schriftlichen Stellungnahme.

Marc Geschonke Redakteur / Redaktion Oldenburg
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